Gestartet

European Tech Champions Initiative soll 10+ Milliarden Euro für mehr Unicorns bringen

Mann im EU-Pullover. © Henri Lajarrige Lombard on Unsplash
Man in an EU-Pullover. © Henri Lajarrige Lombard on Unsplash

Die EU-Ratspräsidentschaft Frankreichs startet für die Startup-Landschaft Europas mit einem Paukenschlag. Soeben haben Minister:innen von 18 EU-Ländern, darunter Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Schweden und Spanien, die neue gemeinsame European Tech Champions Initiative (ETCI) unterzeichnet. Ziel ist 10 Milliarden Euro für einen Dach-Fonds zu sammeln, unter dem wiederum zehn bis 20 neue europäische Risikokapital-Fonds kreiert werden, die jeweils mehr als 1 Milliarde Euro zum Investieren zur Verfügung haben.

Für Österreich unterzeichnete Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) die Deklaration, die zum Ziel hat, viel mehr Geld als bisher für europäische Scale-ups und Unicorns locker zu machen. Für Frankreich und Deutschland unterzeichneten die Finanzminister Bruno LeMaire und Christian Lindner. Laut Frankreichs Präsident Emanuel Macron stehen zum Start bereits 3,5 Milliarden Euro parat. „Das BMF hat mit der Unterzeichnung eine grundsätzliche Unterstützung bekundet, in welcher Höhe und wie, ist noch offen“, heißt es aus dem österreichischen Finanzministerium.

Denn es besteht Handlungsbedarf. 2021 hat Europa mehr als 100 Milliarden Euro an Investments in junge Tech-Firmen gebracht, fast 100 neue Unicorns sind entstanden. Aber das meiste Geld kommt wie berichtet aus den USA. „Während die Finanzierung des europäischen Startup-Ökosystems immer noch hinter den USA und Asien zurückbleibt, ist das Problem bei Scale-ups noch akuter. Diese Situation bremst das Wachstum unserer Start-ups und des Tech-Ökosystems auf dem gesamten Kontinent“, heißt es in der Deklaration.

„Es werden mehr europäische Fonds benötigt, die sich auf Late-Stage-Runden spezialisieren, um den Unternehmen, in die sie investieren, die Beschaffung von Tickets im Wert von über 100 Mio. Euro auf den privaten Märkten zu erleichtern“, so die gemeinsame Deklaration weiter.

Download „European Tech Champions Initiative Declaration 2022“

Europa hat jetzt mehr Unicorns als China. Aber die Investoren kommen aus den USA.

Größere Unabhängigkeit von US-Investor:innen

Die Lösung des Problems: Ein neuer, gemeinsamer Fund-of-Fund mit zehn Milliarden Euro soll die Schaffung von zehn bis 20 paneuropäischen Fonds ermöglichen, die mehr Schlagkraft als die bisherige VC-Szene des Alten Kontinents haben. In Europa gibt es mit Eurazeo (Frankreich) und EQT (Schweden) derzeit nur zwei Growth-Fonds, die eine Schlagkraft von mehr als einer Milliarde Euro haben. Deswegen werden die meisten Unicorns – auch die österreichischen – von US- bzw. asiatischen Investment-Größen wie Softbank, Tiger Global, Insight Partners, Coatue oder Tencent finanziert.

Der Fund-of-Fund soll vom European lnvestment Fund (EIF) gemanagt werden und sich sowohl aus privaten wie öffentlichen Geldern speisen. Frankreich und Deutschland haben jeweils eine Milliarde Euro zugesagt, und die European Investment Bank will 500 Millionen Euro beitragen. Nun wird man sehen, was die anderen Mitgliedstaaten, darunter auch Österreich, bereit ist beizutragen.

Allerdings, nur zum Vergleich: Der neue Fonds von Tiger Global aus New York ist bereits 11 Milliarden Dollar schwer.

ETCI soll Ende 2022 starten

„Über den ETCI beabsichtigen wir, in einen Multi-Investor-Dachfonds zu investieren, der vom European Investment Fund verwaltet und beraten wird. Der European Investment Fund verpflichtet sich, in Private-Equity- und Risikokapitalfonds zu investieren, die von Vermögensverwaltungsgesellschaften verwaltet werden, die ihren Sitz in der Europäischen Union haben und dort der Aufsicht unterliegen, und die hauptsächlich in europäische Technologieunternehmen investieren“, heißt es weiter. Und: „Darüber hinaus werden nationale Förderbanken und -institute die Möglichkeit haben, in die von dem genannten ETCI angestrebten Fonds zu investieren.“ In Österreich wäre das etwa die aws.

Jetzt geht es nach dem Kick-off an die Arbeit. Die finanziellen Verpflichtungen, die technischen Mandate und die operativen Einzelheiten werden bis zum 30. September 2022 geklärt, die ETCI soll dann Ende 2022 startklar sein. Für Gründer:innen von Scale-ups auch in Österreich die in den nächsten eineinhalb bis drei Jahren wieder raisen gehen wollen, ist das erst Mal ein gutes Signal.

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