Environment

FAO: Abholzungs-Stopp der Wälder könnte mehrere Krisen lösen

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Auf der Weltklimakonferenz sorgte diese Meldung für große Aufmerksamkeit: Mehr als 100 Staats- und Regierungsvertreter:innen haben sich in einer gemeinsamen Initiative zum verstärkten Kampf gegen die Vernichtung der Wälder verpflichtet. Darunter auch Länder, welche bisher mit einem gegenteiligen Trend aufgefallen sind, wie Brasilien. Das große Ziel: Bis 2030 soll die globale Abholzung gestoppt sein. Ob diesen ehrgeizigen Ankündigungen dann auch entsprechende Maßnahmen rund um den Erdball folgen, bleibt aber nun abzuwarten.

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Mehrere Probleme sind zu lösen

Aber der am zweiten Mai veröffentlichte State of the World’s Forests Report 2022 der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) liefert nun, wieder einmal, Argumente, nun auch schnellstmöglich in die Umsetzung zu kommen. In dem aktuell vorgestellten Bericht fordert die FAO drei Maßnahmen:

  • Stopp der Abholzung der Wälder,
  • die Wiederaufforstung von Äckern und den Ausbau von Waldfeldbau,
  • die nachhaltige Nutzung von Wäldern.

Wenn diesen Forderungen nachgegangen wird, könnte das gleich mehrere Probleme lösen, sind die Autor:innen des Berichtes überzeugt. „Die ausgewogene, gleichzeitige Verfolgung dieser Wege kann dazu beitragen, die Krisen zu bewältigen, mit denen die Menschen und der Planet konfrontiert sind, und gleichzeitig nachhaltige wirtschaftliche Vorteile schaffen, insbesondere in (oft abgelegenen) ländlichen Gemeinden“, schreibt FAO-Generaldirektor QU Dongyu im Vorwort des Berichts.

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Das großes Potenzial des Waldes

Kurz zum Hintergrund: Laut dem aktuellen Bericht sind 31 Prozent der Landoberfläche der Erde (40,6 Millionen Quadratkilometer) von Wäldern bedeckt. Zwischen 1990 und 2020 sind davon 4,2 Millionen Quadratkilometer abgeholzt worden. Auch wenn die Entwaldungsrate laut der FAO rückläufig sei, wurden zwischen 2015 bis 2020 immer noch jährlich rund 100.000 Quadratkilometer abgeholzt.

Durch den Stopp der Abholzung und den Erhalt der Wälder könnte allerdings ebenfalls großes Potenzial entfaltet werden, zeigen die Autor:innen in ihrem Bericht auf. So könnte ein Ausstoß von 3,6 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente jährlich vermieden werden. Das seien etwa 14 Prozent dessen, was eingespart werden muss, um die Erderwärmung bis 2030 unter 1,5 Grad zu halten, heißt in dem Bericht, während zudem gleichzeitig mehr als die Hälfte der terrestrischen Biodiversität der Erde erhalten bleibt. Zudem könnte die Wiederaufforstung von Äckern und ein Ausbau von Waldfeldbau durch einen erhöhten Baumbestand die landwirtschaftliche Produktion erhöhen und mehr CO2 binden. Allerdings kritisieren die Autor:innen, dass die derzeitigen Investitionen in die Wälder „weit hinter dem zurückbleiben, was erforderlich sei.“

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Die Rolle der EU

Mitte November 2021 präsentierte die EU-Kommission einen Gesetzesvorschlag, nach welchem die Einfuhr von Waren verboten werden soll, für deren Produktion Wälder zerstört wurden. Das betrifft den Import von Rindfleisch, Holz, Soja, Palmöl, Kaffee und Kakao, sowie weitere Folgeprodukte wie etwa Schokolade, Leder und Möbel. Der Vorstoß ist dabei nicht unbegründet. Laut einer 2021 veröffentlichten Analyse der  Umweltschutzorganisation WWF ist die EU nach China für die zweitmeiste globale Regenwaldzerstörung mit 16 Prozent verantwortlich. Somit ist der Bedarf nach entsprechenden Regulierungen besonders groß.

 

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