Hintergrund

FTX-Kollaps kostete dem Krypto-Markt bereits 250 Milliarden Dollar

Sam Bankman-Fried von FTX. © Sequoia Capital
Sam Bankman-Fried von FTX. © Sequoia Capital

Am 2. November 2022 hat das Debakel seinen Anfang genommen. Da kam über einen Coindesk-Bericht erstmals ans Tageslicht, welches riesige Finanzloch die Krypto-Börse FTX eigentlich sein könnte und wie ihr Gründer Sam Bankman-Fried (SBF) mit den fragwürdigen FTX-Token sowie seiner anderen Firma Alameda Research gehaushaltet hatte. 12 Tage später ist klar: FTX und Alameda Research sind tot, FTX-Manager:innen werden von der Polizei befragt, hunderte Firmen wurden in die Sache hineingezogen, Milliarden an Krypto-Assets von FTX-Kund:innen dürften weg sein, Investor:innen haben hunderte Millionen Dollar verloren.

Die Auswirkungen am Krypto-Markt sind ebenfalls verheerend. Die Kapitalisierung des Krypto-Marktes lag am 5. November noch bei etwas mehr als einer Billion Euro (1.034 Bio. Euro). Wenige Tage später ging die Fehde mit der konkurrierenden Exchange Binance los, deren CEO Changpeng Zhao offiziell verkündete, die FTX-Token zu verkaufen und damit öffentlich den Wert von FTT in Frage stellte. Dann wollte SBF im Notstand noch schnell an Binance verkaufen, die sagten ab – und am Freitag, dem 11. November war es vorbei. FTX ging pleite.

FTX ist bankrott, reisst 134 Firmen mit sich

Deutliche Entkoppelung vom Aktienmarkt

Mittlerweile ist die Marktkapitalisierung aller Krypto-Assets auf nur mehr 777 Milliarden Euro am Montag morgen gefallen. Bedeutet: In knapp 10 Tagen FTX-Krise hat der Markt etwa 250 Milliarden Euro an Kapitalisierung eingebüßt. Und diesmal sind es nicht die Aktienmärkte, die bislang eine große Rolle bei der Preisentwicklung von Kryptowährungen spielten. Da hat eindeutig eine Entkoppelung stattgefunden, und Bitcoin, Ethereum und Co haben (zu ihrem eigenen Leidwesen) ein neues Eigenleben bei der Kursentwicklung bekommen. Während Ende vergangener Woche wichtige Leitindizes wie S&P500, Dow Jones oder DAX deutlich zulegten, sind BTC, ETH und Co. klar gefallen.

Besonders hart hat es klarerweise zwei Token getroffen: FTT und SOL. FTT wird nur mehr um 1,60 Euro je Token gehandelt, und zwar auch nur mehr dort, wo es noch möglich ist – bei einer Handvoll Exchanges wie Binance, KuCoin und Huobi, die den Handel mit dem gefallenen FTX-Token noch ermöglichen. Ebenfalls stark abgebaut hat der native Token der Solana-Blockchain (SOL), der seit Beginn des FTX-Fiaskos fast 60 Prozent an Wert verlor und damit aus dem Top 10 der größten Krypto-Assets gefallen ist.

Die FTX-Pleite zieht den gesamten Krypto-Markt hinunter und gilt mittlerweile als zweites großes Fiasko 2022 nach dem Terra/LUNA-Kollaps, das das Vertrauen der Nutzer:innen massiv erschüttert. Andere Krypto-Börsen wie Binance, Bitpanda oder Coinbase beeilten sich, sich von FTX zu distanzieren, wollen „Proof of Funds“ vorlegen oder verweisen auf strengen Regulierungen, denen sie unterliegen würden. Einhelliger Tenor vieler Expert:innen: Der FTX-Fall wirft die Branche mehrere Jahre zurück.

Wir durchleuchten den FTX-Kollaps und die Folgen für Bitcoin & Crypto

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