Gender Equality

Fund F: Female Founders bringen 12 Millionen Euro für mehr Frauen in Startups

Lisa-Marie Fassl & Nina Wöss von Fund F. © Female Founders
Lisa-Marie Fassl & Nina Wöss von Fund F. © Female Founders

Retrospektiv gesehen war es immer schon unvermeidlich. Nachdem sie jahrelang in unterschiedlichen Rollen (Speedinvest, AVCO, aaia, Startup-Rat) im österreichischen Ökosystem für mehr Frauen in Startups kämpften, ist es nun so weit. Lisa-Marie Fassl und Nina Wöss starten aus ihrem Verein heraus ihren ersten Fonds, der konsequenterweise Fund F heißt und im ersten Closing mit 12 Millionen Euro überzeichnet ist. Das Ziel: Investments in europäische Startups der Pree-Seed-Phase. Grundvoraussetzung: mindestens eine Frau im Gründungsteam.

Denn bisher bekommen vor allem jene Startups in Europa (oder weltweit) das meiste Investment-Geld, die rein männlich besetzt sind. Ein Ansatz, das zu ändern ist, auf Investor:innenseite den Frauenanteil zu heben. Fund F ist neben anderen VCs wie Sista aus Paris (100 Mio. Euro) oder dem Auxxo Female Catalyst Fund aus Berlin (15 Mio. Euro) einer von mehreren VC-Fonds, der dieses Ungleichgewicht zurechtrücken möchte.

„Landschaft der Investor:innen muss diverser werden“

„Durch Female Founders hatten wir über die letzten sechs Jahre hinweg Berührungspunkte mit Hunderten von Tech-Gründer:innen aus ganz Europa. Diese haben wir vor allem in der Frühphasenfinanzierung mit Netzwerk und Know-How unterstützt. Ein elementarer Treiber zur Veränderung des Status Quo im Startup-Ökosystem ist Kapital. Nicht nur die Landschaft der Gründer:innen, auch jene der Investor:innen muss diverser werden. Genau dort setzen wir an“, so Fassl in einer Aussendung.„Im Jahr 2021 gingen 1,1 % aller VC-Finanzierungen in Europa an rein von Frauen geführte Startups und 8 % gingen an gemischtgeschlechtliche Teams.“ Das wolle man nun ändern. Frauen investieren künftig systematisch in Frauen.

Fund F setzt auf fünf Sektoren: ClimateTech, HealthTech, FemTech, FinTech und HR Tech. In der Pre-Seed-Phase, in der sich die jungen Investor:innen bewegen, werden sie Tickets zwischen 100.000 und 400.000 Euro schreiben. Verläuft alles nach Plan, werden sie nach der Fonds-Laufzeit von vier Jahren zwischen 20 und 30 Startups im Portfolio haben – und idealerweise den Frauenanteil in der Gründer:innen-Szene deutlich gehoben haben. Außerdem kann der Fonds noch auf 20 Millionen Euro aufgestockt werden. „Um die zahlreichen globalen Krisen zu bewältigen, mit denen wir derzeit konfrontiert sind, müssen technologische Lösungen von allen für alle entwickelt werden. Investments in eine viel diversere Gruppe von Gründer:innen ist der einzige Weg, dies zu erreichen“, so Mitgründerin Wöss.

aws, Raiffeisen, Hansmann, Speedinvest an Bord

Die beiden Ankerinvestoren des neuen Fonds sind die aws mit ihrer Venture- Capital-Initiative und die Raiffeisen Landesbank Steiermark (RLB). Dazu kommt Geld von Speedinvest, den Runtastic-Gründern, den Busuu-Gründern und den Business Angels Hansi Hansmann, Nikolaus Futter und Karin Kreutzer. Viele weitere Geldgeber:innen wollen nicht genannt werden – jedenfalls sollen 36 Prozent der Investor:innenbasis Frauen sein.

„Female Founders hat sich zu einem europäischen Spitzenplayer entwickelt und bereits jetzt einen spürbaren Impact auf das gesamte Ökosystem gehabt. Mit Fund F folgt jetzt der logische nächste Schritt, der nicht nur auf wirtschaftlicher und gesellschaftspolitsicher Ebene von allerhöchster Relevanz ist, sondern auch eine enorm wichtige Signalwirkung für den Startup- und Fonds-Standort Österreich hat. Ich freue mich als Investor & langjähriger Unterstützer gemeinsam ein Zeichen für mehr Diversität in der Startup & VC Welt zu setzen“, so Hansmann in einer Aussendung.

„Es ist schwer, sich der enormen Kluft zwischen den Geschlechtern in allen Aspekten der Tech-Community nicht bewusst zu sein, und jetzt ist es an der Zeit zu handeln. Das europäische VC-Ökosystem braucht dringend Akteure wie Fund F. Das Team hinter dem Fonds hat seine Fähigkeit bewiesen, die besten Gründer:innen zu identifizieren und anzuziehen, Vertrauen aufzubauen und zu unterstützen. Fund F verfügt über eine einzigartige Position, wenn es um den Zugang zu gemischtgeschlechtlichen Teams in Europa geht“, so Oliver Holle von Speedinvest.

Neben Fund F ist aus der VC-Initiative der aws noch der neue Fonds von Push Ventures (Trending Topics berichtete) entstanden. Welche dritte Fonds von der aws, die über die Initiative Rückflüsse aus früheren Investments reinvestiert, noch unterstützt wird, bleibt abzuwarten.

Der Start des neuen Fonds hat auch direkte personelle Folgen beim Verein Female Founders. Weil sich Fassl und Wöss komplett auf ihre neue Rolle als Investorinnen konzentieren, übernehmen dort Carina Klaffl (zuvor Leiterin des Startup-Accelerators des Unternehmens) und Amelia Suda (zuvor Head of Talent bei Female Founders) die Führungsrolle.

Gender Equality: Speedinvest und Female Founders kooperieren künftig enger

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