E-Commerce

Kein Marktplatz mehr: Kaufhaus Österreich wird demnächst zusperren (Update)

© Wirtschaftskammer
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Das „Kaufhaus Österreich“, dass bei seiner – erst einige Monate alten – Präsentation bestenfalls gemischte Reaktionen zur Folge hatte, könnte bereits wieder vor dem Aus stehen. Als denkbare Alternative sollte lediglich eine Weiterführung als eine Art digitales Firmenregister diskutiert werden. Nun ist klar: Die Förderbank AWS wird die Plattform übernehmen, übrig bleibt aber nur ein Firmenverzeichnis.

Update 09.02: AWS übernimmt Kaufhaus Österreich

Acht Milliarden Euro werde in Österreich pro Jahr mit E-Commerce umgesetzt, erklärte Wirtschaftsministerin Schramböck heute in einer Pressekonferenz. Über die Hälfte davon fließe ins Ausland, nur rund ein Viertel der Händler sei online vertren. Das Kaufhaus Österreich sei aber „nur“ ein Teil einer E-Commerce-Initiative. Eigentlich würde hier aber das Präteritum besser gewesen: Das digitale Kaufhaus ist für Konsumenten bald Geschichte, erhalten bleiben soll lediglich das Firmenverzeichnis. Gekostet habe der Spaß rund 603.000 Euro, wobei etwa ein Drittel für die (kaum funktionale) Suchfunktion der Plattform ausgegeben wurden. Mit Werbekosten und sämtlichen anderen Posten sollen sich die Kosten dann aber doch auf rund eine Million Euro belaufen. Schramböck erklärte auch, sie bereue das Projekt nicht.

Nachdem es die WKÖ nicht übernehmen wollte, kümmert sich nun die staatliche Förderbank AWS um den Betrieb. Künftig soll das Kaufhaus Österreich Unternehmen dabei helfen, den Einstieg in den E-Commerce zu schaffen. Dazu gibt es Erklärvideos und Tipps & Tricks auf der Unterseite für Unternehmen. Das sorgt abermals für viel Kritik: Die SPÖ soll bereits eine Ministerklage prüfen, die NEOS sehen das Projekt als gescheitert, die FPÖ sieht eine „unglaubliche Frechheit“.

Erste Meldungen gestern Abend

Das Kaufhaus Österreich ging Ende des Vorjahres an den Start und sollte es einfacher machen, bei regionalen oder lokalen Händlern einzukaufen. Das rund 650.000 Euro teure Projekt entpuppte sich aber rasch als teure, nur wenig funktionale Listung ohne jegliche One-Stop-Eigenschaften. Der Aufschrei war damals entsprechend groß, Kritik gab es von vielen Seiten. Noch im Dezember erklärte WKÖ-Präsident Harald Mahrer gegenüber Trending Topics, dass auch eine Startup-Challenge denkbar sei, um Expertise in das Projekt zu holen. Nicht einmal drei Monate später könnte dem Kaufhaus Österreich nun das rasche Ende als Register winken. Das Branchenplatt „Der Börsianer“ berichtete bereits gestern Abend unter Berufung auf „informierte Kreise“, dass das Kaufhaus Österreich wohl in ein simples Verzeichnis umgewandelt werden müsse, weil das Bundesministerium keinen kommerziellen Marktplatz betreiben darf und es  die Wirtschaftskammer nicht übernehmen wollen soll.

Harald Mahrer: “Startup-Challenge für Kaufhaus Österreich ist eine ausgezeichnete Idee”

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