Hydrovolt

Northvolt: Europas größte Recycling-Anlage für E-Auto-Batterien nimmt Betrieb auf

Die Anlage zerlegt die Akkus in ihre einzelnen Komponenten, inklusive Schwarzmasse (3. Glas) © Hydrovolt
Die Anlage zerlegt die Akkus in ihre einzelnen Komponenten, inklusive Schwarzmasse (3. Glas) © Hydrovolt

Das Startup Northvolt gilt als eines der europäischen Hoffnungsträger in Sachen Batterien. Der schwedische Batteriehersteller produziert recycelte Akkus für E-Autos und ist in der Branche kein Unbekannter. Der Autobauer Volkswagen ist etwa seit 2020 in Northvolt investiert und hat bereits Batterien um 14 Milliarden US-Dollar bestellt (wir berichteten). Nun ist Northvolt ein weiterer Erfolg gelungen. Zusammen mit dem Energieunternehmen Hydro nahm das Startup Mitte Mai die größte Recycling-Anlage für E-Auto-Batterien in Europa in Betrieb. Das Werk im norwegischen Fredrikstad soll pro Jahr bis zu 12.000 Tonnen Akkus recyceln. Das entspricht rund 25.000 E-Auto-Batterien.

Hydrovolt kann alle Altbatterien Norwegens recyceln

Damit könnte das Hydrovolt genannte Joint Venture alle E-Auto-Batterien Norwegens verarbeiten, die das Ende ihres ersten Lebens erreicht haben. In einem automatisierten Prozess werden bis zu 95 Prozent der Materialien in den Batterien wiederverwertet. Dazu verwendet Hydrovolt laut einer Aussendung innovative Prozesse, die Kunststoffe, Kupfer, Aluminium und „Schwarzmasse“ (eine Verbindung, die Nickel, Mangan, Kobalt und Lithium enthält) aus den Batterien holen. Zudem gibt es innerhalb der Anlage ein Staubsammelsystem, das wertvolles Material auffängt, das normalerweise durch mechanische Recyclingschritte verloren geht.

So sieht die voll automatisierte Recycling-Anlage aus © Hydrovolt
So sieht die voll automatisierte Recycling-Anlage aus © Hydrovolt

Der Großteil der gewonnenen Materialien soll dabei wieder in Northvolts Batterieproduktion fließen. Das Startup setzte sich zum Ziel, bis 2030 Batterien aus 50 Prozent recycelten Materialien herzustellen. Daneben prüft Hydrovolt eine Erweiterung seiner Recyclingkapazitäten in ganz Europa. Bis 2025 sollen etwa 70.000 Tonnen E-Auto-Batterien recycelt werden, bis 2030 soll der Wert auf 300.000 Tonnen erhöht werden.

„Wir streben bereits eine Erweiterung an“

Für Hydrovolt-CEO Peter Qvarfordt ist das Werk ein Meilenstein im norwegischen Weg zu elektrifizierter Mobilität. „Norwegen ist seit einigen Jahren weltweit führend bei der Einführung von Elektrofahrzeugen, aber was fehlt, sind Recyclingkapazitäten“, sagt Qvarfordt. „Hydrovolt ist so skaliert, dass wir das gesamte Volumen an Norwegens Altbatterien verarbeiten können. Wir streben aber bereits eine Erweiterung an, um auf größere Ströme von Batterien vorbereitet zu sein – denn wir wissen, dass diese kommen werden.“

Erfolg: Schwedisches Batterie-Startup Northvolt sichert sich 2,26 Mrd. Euro

„Das Recycling von Altbatterien ist ein Eckpfeiler, um sicherzustellen, dass die Umstellung auf Elektrofahrzeuge aus ökologischer Sicht ein echter Erfolg wird“, kommentiert Chief Environmental Officer Emma Nehrenheim in der Aussendung. Die in der Batterieproduktion verwendeten Metalle seien endlich, weshalb recycelte Materialien nicht nur den CO2-Fußabdruck von Batterien verringern, sondern auch die langfristige Nutzung der Lithium-Ionen-Batterietechnologie ermöglichen.“ Die weitere Aufbereitung der Schwarzmasse erfolgt dann in der Northvolt-Recyclinganlage Revolt Ett in Skellefteå, Schweden. Bis 2025 wird Hydrovolt voraussichtlich jährlich über 2.000 Tonnen davon produzieren.

Recycling von Batterien auch politisch gewollt

Northvolt will mit dem Hydrovolt-Werk Vorreiter werden, wenn es um das Recycling von E-Auto-Batterien geht. Zudem gehe man davon aus, dass die Mengen an Altbatterien in Zukunft enorm steigen werden. Unterstützung erhalten sie auch von der Politikk. Die Umweltminister:innen der EU verabschiedeten etwa Mitte März die Ratsposition zur EU-Batterieverordnung (wir berichteten). Diese soll sicherstellen, dass Batterien und Akkus auf dem EU-Markt nachhaltiger werden. Die Verordnung umfasst dabei auch die gesamte E-Mobilität, geplant ist, den CO2-Fußabdruck von Batterien von Elektrofahrzeugen transparent anzugeben. Zudem sollen Produktion, Nutzung und Recycling von Batterien nach strengen Umwelt- und Klimaschutzkriterien ausgerichtet sein.

Studie: Recycelte Akkus übertreffen Leistung von neuen Akkus

 

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