Aber ein Anfang

Pelzfrei ist nicht gleich Vegan: Wie verschiedene Modelabels mit dem Tierwohl umgehen

Pelz galt für Jahrzehnte als Statement in der Modeindustrie - ohne Rücksicht auf Tierwohl. ©Pexels

Nackte Frauen in Särgen mit Schildern um den Hals die titeln “D&G Fur is dead”. Mit solchen und weiteren Protesten kämpften Peta-Anhänger:innen auf der ganzen Welt laut eigenen Angaben zwei Jahrzehnte lang. Was sie erreichen wollen? Luxusmarken, wie in diesem Fall Dolce & Gabbana, sollen Pelz und Angora aus allen Kollektionen verbannen. 

Nun scheint sich ihr Engagement ausgezahlt zu haben: Die italienische Luxusmarke Dolce & Gabbana hat angekündigt, in Zukunft sowohl auf Pelz als auch auf Angora zu verzichten. Das berichten verschiedene Medien einstimmig.  

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Warum sollte Pelz überhaupt verboten werden?

Warum sollte Pelz überhaupt verboten werden? Das ist eine berechtigte Frage. Immerhin könnte davon ausgegangen werden, dass Pelze eventuell einfach Nebenprodukte der Fleischindustrie sind. Selbst wenn das so wäre, würden einige Teile der Gesellschaft bestimmt aufschreien. Die Wahrheit sieht nach Berichten von Tierschutzorganisationen grausamer aus. Peta beschreibt auf ihrer Website Zustände, in denen Tiere in Käfige gezwängt, grausam gefangen und noch grausamer behandelt werden. Details können ausführlich auf der Peta Website nachgelesen werden. 

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Fur Free Alliance

Wegen solcher Berichte und Aufschreie in der Bevölkerung, entscheiden sich immer mehr Modeanbieter ihre Kollektionen tierfreundlich zu machen. In Bündnissen wie der “Fur Free Alliance” schlossen sich bereits die Luxusmode-Hersteller wie Armani, Gucci, Prada, Moncler und das Online-Versandhaus Net-a-Porter zusammen. Doch auch andere Nicht-Luxusmarken haben sich bereits der „Fur Free Alliance“ angeschlossen. Alle Marken, welche der Initiative angehören, können auf der Website von Fur Free Retailer gefunden werden.

Angora, welches von dem namensgebenden Angorakaninchen stammt, wird in der Auflistung jedoch nicht mit berücksichtigt. Auch eine lederfreie Kollektion spielt nicht mit in die Auflistung rein. Sprich, nur weil eine Marke Teil der „Fur Free Alliance“ ist, ist sie nicht gleich tierfrei.

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Animal Free

Ein Beispiel für ein pelzfreies, aber unter anderem nicht weltweit Angora-freies Unternehmen ist TJX Companies. Der Einzelhandelskonzern, zu dem beispielsweise HomeGoods und TK Maxx gehören, gibt auf der Website an, „den wissentlichen Kauf oder Verkauf von Produkten, die Echtpelz enthalten“ zu vermeiden und bezeichnet sich selbst als “fur-free”. Zu Angora äußert sich der Konzern wie folgt: „Außerdem beziehen wir in Europa und Australien wissentlich keine Waren, die Angora enthalten.“

Um diese Unterschiede in Zukunft deutlich sichtbarer zu machen, hat die Initiative Animal Free ein eigenes Ranking aufgestellt. Dort sind Unternehmen die nur auf Pelz verzichten auf der Bewertungsskala 1. Ihr Ranking können die Unternehmen verbessern, indem sie auch auf Federn, Wolle und Leder verzichten.  

Das Luxus-Modelabel Gucci erreicht dabei zum Beispiel lediglich Level eins, da sie nur auf Pelz & Angora verzichten. Der Online-Versandhandel Asos hingegen erreicht immerhin schon das Level zwei, weil er zusätzlich auf Leder, Seide und Daunen verzichtet. Ein höheres Level konnte bisher keine der einschlägigen Marken erreichen. 

Wer sicher sein will, dass die Klamotten vegan sind, muss oft auf kleinere Labels wie Bleed Clothing oder Gary Mash zurück greifen. Eine Liste von veganen Labels stellt der Blog Veganblatt zur Verfügung.

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