E-Fahrzeuge

Plötzlich Platz 6: Wie Amazon Rivian zu einem der wertvollsten Autobauer macht

Die geplanten Elektro-Lieferwägen von Rivian. © Amazon
Die geplanten Elektro-Lieferwägen von Rivian. © Amazon

Kannst du dich noch an die Bilder aus dem Jahr 2020 erinnern, als Amazon seine kommenden Elektro-Lieferbusse vorstellte. Da stand groß „Prime“ auf den Seitenwänden drauf, und weiter unten dann „Powered by Rivian“. Das ist erst ein Jahr her, und viele haben den Elektroautobauer damals als Startup beschrieben, das sich anschickt, die Erfolgsstory von Tesla nachzumachen.

Heute, ein Jahr später, ist Rivian kein Startup mehr, sondern ein börsennotiertes Unternehmen, das deutlich mehr Marktkapitalisierung als General Motors, Ford oder BMW auf die Waage bringt. Obwohl kaum jemand jemals eines der Autos gesehen geschweige denn in einem gesessen ist, stürzen sich die Anleger:innen an der Börse auf die Aktie und trieben den Kurs von Rivian in fantastische Höhen. 100 Milliarden Dollar ist die Firma wert, die erst dieses Jahr seinen ersten Elektro-Wagen (den E-Pickup R1) auf den Markt bringen wird.

Die Elektro-Pick-ups sind sicher wichtig für den US-Markt, werden mit Preisen ab 67.500 Dollar aber nur kleine Käuferschichten ansprechen können. In die Masse kommt Rivian mit Großinvestor Amazon: Der E-Commerce-Riese hat sich über Finanzierungsrunden rund 20 Prozent des Unternehmens geschnappt und im Gegenzug Milliarden investiert. Aber noch viel wichtiger: Amazon hat eine Großbestellung aufgegeben.

Denn Rivian wird bis 2030 satte 100.000 E-Lieferfahrzeuge für Amazon bauen. Das ist neben dem Auftrag von 100.000 Fahrzeugen von Hertz an Tesla der größte Auftrag für E-Autos weltweit. Rechnet man 50.000 Dollar pro Fahrzeug, ist das ein Großauftrag von fünf Milliarden Dollar über die nächsten Jahre. Damit ist schon mal ein starkes Fundament gelegt. Mit Amazon als Flagship-Kunden kann es dann gut sein, dass auch andere Großaufträge kommen.

Amazon stellt Elektro-Lieferfahrzeug vor

Rivian muss sich noch beweisen

Für viele sieht Rivian wie ein Übernacht-Erfolg aus, tatsächlich aber wurde die Firma bereits 2009 von Gründer RJ Scaringe gestartet. Der wollte ursprünglich wie Tesla E-Sportautos bauen, schwenkte dann aber auch größere Pick-ups und Lastenfahrzeuge um – wie sich jetzt erweist, der richtige Schritt. Es gibt viele, viele Unternehmen mit Logistik-Komponente, die unter dem Druck der CO2-Reduktion auf E-Mobilität umsatteln müssen. Die eine Million Fahrzeuge, die bei Rivian ab 2030 vom Band laufen werden, werden wahrscheinlich reißenden Absatz finden.

Dieser Ausblick erklärt auch die Euphorie an den Börsen. Am ersten Handelstag schnellte der Kurs von Rivian um fast 30 Prozent in die Höhe und machte das Unternehmen zum Top-Player der Auto-Branche. Nun müssen RJ Scaringe und seine mittlerweile 10.000 Mitarbeiter:innen zeigen, dass sie halten können, was sie versprechen: „Vehicles made for the planet“.

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