Private Banking

Speedinvest kooperiert mit Erste Bank beim neuen großen Startup-Fonds

Oliver Holle (Speedinvest) und Maximilian Clary und Aldringen (Erste Private Banking). © Speedinvest / Erste Bank, Marlena König
Oliver Holle (Speedinvest) und Maximilian Clary und Aldringen (Erste Private Banking). © Speedinvest / Erste Bank, Marlena König

Eines ist schon fix: Der vierte Startup-Fonds des Wiener VCs wird einer der größten seiner Art in Europa, und er wird mit einem Novum am Markt kommen. Denn im Rahmen eines Pressegesprächs haben heute Oliver Holle, CEO von Speedinvest, und Maximilian Clary und Aldringen, Head of Private Banking und Wealth Management bei bei der Erste Bank in Österreich und CEE, eine große Kooperation bekannt gegeben. Denn Private-Banking-Kund:innen wird erstmals die Möglichkeit gegeben, ab 100.000 Euro in den Speedinvest-Fonds zu investieren. Ansonsten waren bisher mindestens 250.000 Euro notwendig, um bei einem solchen Fonds mit dabei zu sein.

„Wir vertreiben den neuen Speedinvest-4-Fonds auch an unsere Private-Banking-Kund:innen“, so Clary im Gespräch. Die Bank mache damit den „nächsten großen Schritt im Rahmen unseres strategischen Schwerpunktes Private Markets“ und biete Kund:innen „Zugang einem der erfolgreichsten Venture Capital Fonds in Europa“ geben können. Zwar hat der Startup- und Scale-up-Markt 2022 mit Downrounds, Massenkündigungen und Insolvenzen eine harte Korrektur nach dem Hype-Jahr 2021 erlebt, aber: „Gerade zum jetzigen Zeitpunkt macht es viel Sinn, in eine langfristig orientierte Veranlagung zu investieren, denn traditioneller Weise waren Private Markets Fonds immer am erfolgreichsten, wenn sie in schwierigen Zeiten aufgelegt wurden“, so Clary weiter.

Speedinvest-4-Fonds ist, wieder Name schon sagt, der vierte Startup-Fonds des Wiener VC-Pioniers, der auf Frühphasen-Investments spezialisiert ist und mittlerweile sechs Unicorns (Bitpanda, GoStudent, Wayflyer, wefox, Tier Mobility, Open) im Portfolio hat. Details zu diesem Fonds, der einem Bloomberg-Bericht zufolge mehrere hundert Millionen Euro schwer sein wird, werden in den „kommenden Wochen“, so Holle, noch bekannt gegeben.

Speedinvest will Hunderte Millionen für 4. Startup-Fonds aufstellen

Anlageklasse Startup soll sich etablieren

In Kooperation mit der Erste Bank geht es künftig darum, diesen Fonds, in den vor allem institutionelle Investoren sowie Family Offices aus Europa investieren, durch Investments der Private-Banking-Kund:innen noch größer zu machen. Als Private-Banking-Kunde der Erste Bank zählt man ab einem (Wertpapier-)Vermögen von 500.000 Euro – dann kann man ab 100.000 Euro (in Tranchen jeweils 20.000 Euro/Jahr in den nächsten 5 Jahren) in den Speedinvest-Fonds investieren.

„Die Demokratisierung des Zugangs zu Private Equity ist mir ein Anliegen“, so Holle. Startup-Investments (ergo Finanzierungen für nicht börsennotierte Firmen, ergo privat) seien eine neue Anlage-Klasse für viele – und ein Fonds wie jener von Speedinvest eine spannende Sache für viele, die ihr Geld langfristig anlegen wollen. Und auch wenn man 2022 viel über Massenkündigungen bei Tech-Scale-ups auch in Österreich gelesen und gehört hätte. „Bitpanda und GoStudent sind nicht in finanzieller Schieflage, sondern hatten Wachstumsschmerzen“, so Holle. Speedinvest würde pro Jahr mehr als 10.000 Deals screenen, am Ende dann in die 20 bis 30 vielversprechendsten Startups investieren. 

Das sei auch der große Mehrwert, den ein Fonds mitbringe, im Unterschied etwa zu Einzelinvestments, wie sie oft Business Angels machen. „Random Picking ist wahnsinnig gefährlich. Wenn man ein ClimateTech-Startup vor sich hat, weiß man nicht, ob es in Stockholm, Paris oder London ein ähnliches gibt, die viel besser performen“, so Holle. Fonds würden Risiko über viele Startup-Investments streuen. „Man muss schon sehr lange suchen, um einen Venture-Fonds zu finden, der wirklich Geld verliert.“ Die Top-Fonds würden jährlich eine Rendite von 30 Prozent erzielen, das sei auch die Ambition von Speedinvest.

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Größere Renditen als an den Aktienmärkten in Aussicht

„Die Renditen und Risikoprofile sind sehr vorteilhaft im Vergleich zu liquiden Märkten“, meint auch Clary. Empfohlen werden würde den Private-Banking-Kund:innen, bis zu zehn Prozent ihres zur Verfügung stehenden Kapitals in den Fonds zu stecken. Auch mit dem Hinweis, dass das auch mit Abstrichen einher gehe. “Der große Nachteil ist, dass man das Geld über längere Zeit einsperrt“, sagt er, Aktien hingegen kann man schnell wieder loswerden. Aber, so zeige der Trend: Immer mehr Unternehmen würden viel später an die Börse gehen; nur über den Privatmarkt könnte man in sie investieren.

Wer sich für ein Investment in den Speedinvest-Fonds entscheidet, muss mit einer Management-Gebühr des Fonds sowie einer Performance Fee (Carry) im Bereich von 20 bis 25 Prozent rechnen. Die ist aber erst dann fällig, wenn eine Mindest-Performance erreicht wurde. Speedinvest und Erste Bank planen auch, dass man einmal auch bereits ab 50.000 oder 30.000 Euro in einen solchen Startup-Fonds investieren können soll, um die Eintrittsbarriere weiter zu senken.

„Sind am Anfang einer größeren Krise im Tech-Sektor“

Angesprochen auf das aktuelle Marktumfeld, sagt Holle: „Natürlich sind wir am Anfang einer größeren Krise im Tech-Sektor. Wir sind da noch lange nicht am Ende. Es fühlt sich nicht unähnlich an wie die Dotcom-Blase. Aber die Reife des Technologie-Markts ist heute eine ganz andere. Die Geschäftsmodelle funktionieren per se. Und: Es ist bemerkenswert, wie viel Kapital reserviert ist für diesen Sektor. Dieses Geld wird in den nächsten zwei, drei Jahren in den Markt kommen.“ Das zeigt: Es kommt eine Welle der antizyklischen Investments – denn vor allem im ClimateTech-Bereich versprechen sich derzeit viele gute Geschäfte.

Der FTX-Kollaps, der etablierten Investoren wie Sequoia, Softbank oder Temasek mehrere hunderte Millionen Dollar kostete, sei kein großes Problem für den Tech-Sektor generell, sondern würde vor allem nur den Krypto-Markt selbst betreffen. Holle: „Es wird keinen fundamentalen Shift auslösen, aber größere Skepsis gegenüber der Krypto-Industrie geben. Sequoia etwa kann das verkraften, der Fonds steht trotzdem gut da.“

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