Tiroler Startup

Syncraft: 20 Millionen Euro Umsatz mit Energie aus Holz

Syncraft setzt auf Abfälle aus der Holzwirtschaft zur Energiegewinnung. © Unsplash
Syncraft setzt auf Abfälle aus der Holzwirtschaft zur Energiegewinnung. © Unsplash

„Das tolle an Holzenergie und Bioenergie ist, dass sie, im Gegensatz zu anderer Erneuerbaren Energien wie Wind, Wasser oder Photovoltaik nicht nur CO2-neutral, sondern auch zur CO2- Senke werden kann. In ihrer Lebzeit können diese Systeme also nicht nur CO2-neutrale Energie bereitstellen, sondern sogar CO2-negativ arbeiten. Das Ganze wird letztlich zu einem klimapositiven Energiesystem“, erklärt der Tiroler Gründer Marcel Huber. Seine Firma Syncraft fertigt Holzkraftwerke, die etwa bereits in der Schweiz, Deutschland, Österreich und sogar Japan stehen – und angesichts der Energiekrise geht die Nachfrage jetzt, nach Jahren der Arbeit, durch die Decke.

Das Unternehmen arbeite an einer Technologie,  „das der Atmosphäre CO² entzieht und gleichzeitig erneuerbare Energie herstellt – diese Tatsache hat eine unglaubliche Bedeutung im Kampf gegen den Klimawandel“, erklärt er weiter. „Wir nehmen Waldrestholz und wandeln das nicht wieder einfach in CO2 um für die energetische Nutzung, sondern zweigen einen erheblichen Anteil in Form von festem Kohlenstoff ab und geben der ein zweites Leben, ohne, dass wir das Co2, das ja im Kohlenstoff gespeichert ist, wieder in die Atmosphäre rückführen.“ Syncraft baut die Anlagen, den Betrieb übernehmen andere. Huber: „Wir bauen Kraftwerke für unsere Kunden und diese Kunden sind Energieversorungsunternehmen von Klein bis Groß – Stadtwerke, Regionalversorger und Konzerne.“

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Der Prozess

In der Praxis wird dem „klimapositiven Energiesystem“ Waldrestholz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern zugeführt. Daraus generiert Syncraft dann „verschiedene Energieträger wie Strom, Wärme, Erdgas-Ersatzgas, und geht es nach dem Gründer, „bald auch Wasserstoff“. Dabei sollen die Holzkraftwerke „vollkommen autark“ arbeiten und keinerlei Hilfsstoffe benötigen. Das senke letztlich auch die Kosten. Der Brennstoffnutzungsgrad liege dabei bei beachtlichen 92 Prozent, der elektrische Wirkungsgrad bei 30 Prozent.

„Sicher nicht die alleine Lösung“

Für den Umgang mit dem Klimawandel braucht es laut Marcel Huber aber noch mehr: „Unsere Kraftwerke sind sicher nicht die alleinige Lösung, so wie nichts die alleinige Lösung ist, sondern es geht genau um den richtigen Mix. Es gibt nicht die eine Lösung: Es sind nicht die Politik und die Gesellschaft, die das momentan treiben, sondern es sind die Industrie und das Gewerbe, die einfach die Energiekosten reduzieren müssen. Die Industrie hilft sich da gerade selber, das spüren wir.“ Die „Rennaisance der Fossilen“, die immer wieder kritisiert wird, hält Huber für „eine Blase“: „Das ist aus der Not geboren, und ich unterstelle da auch einen gewissen Aktionismus.“

Syncraft mit 20 Millionen Euro Umsatz

Dem eigenen Geschäft ist die verstärkte Suche nach alternativen Energieformen aber natürlich zuträglich. Huber: „Wir sind jetzt über 40 Leute und machen gute 20 Millionen Euro Umsatz. Wir haben bereits 32 Kraftwerke gebaut, unter anderem auch in Japan, vor allem aber in Zentraleuropa. Unsere System haben bislang über 100.ooo Tonnen CO2 aus der Atmosphäre geholt, das ist aber leider noch nicht genug. Es ist ein Anfang. Wir wollen aber unsere Technologieführerschaft behalten, der Pfad ist auf Wachstum gebaut. Wir haben nicht vor, in der Dimension, in der wir jetzt sind, zu bleiben.“

Syncraft: Das Tiroler Scale-up, das Klima-positive Holzkraftwerke baut

 

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