Gastbeitrag

Trotz Markteinbruch: Zunehmende Investitionen in Krypto-Branche

Bitcoin Chart. © Canva
Bitcoin Chart. © Canva

Eliézer Ndinga ist Research Lead bei der 21Shares AG, einem Krypto-Asset-Manager aus der Schweiz. In diesem Gastbeitrag befasst er sich mit dem Krypto-Crash vom Wochenende sowie den momentanen Investitionen in die Krypto-Branche.

Der Kryptomarkt durchlebte letzte Woche eine Entwicklung, die man ohne Übertreibung als brutalen Zusammenbruch bezeichnen kann: Im Zuge eines gänzlichen Stimmungsumschwungs und verstärkt durch zusätzliche Liquidationen in der Höhe von insgesamt 1,5 Milliarden Dollar in der letzten Woche sowie dem erhöhten Verkaufsdruck von Seiten der kurzfristigen Anleger:innen, gingen über eine Billion Dollar an gesamter Marktkapitalisierung verloren.

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Tech-Aktien ebenfalls im Absturz

Der Kryptomarkt ist mit dieser Entwicklung nicht allein: So erlebte auch der NASDAQ-100-Index, der von risikobehafteten Tech-Aktien dominiert ist, in den letzten Tagen einen alarmierenden Abverkauf in der Höhe von 20 Prozent. Diese Entwicklung hatte auch einen Einfluss auf Bitcoin – und das, obwohl Bitcoin und der gesamte Kryptomarkt historisch gesehen nur wenig mit dem Aktien- und Anleihenmarkt korrelieren. Die aktuell turbulente gesamtwirtschaftliche Lage verursachte Unsicherheit auf allen, von höherer Risikobereitschaft geprägten Märkten, weshalb die Korrelation von BTC und dem technologielastigen NASDAQ-Index einen neuen Höchststand erreichte.

Auch die gegenwärtigen geopolitischen Entwicklungen haben ihren Teil zur Lage des Marktes beigetragen: Die Spannungen an der Grenze zwischen Russland und der Ukraine und die zunehmenden Aggressionen Russlands haben Befürchtungen um ein Wiederaufleben des Konflikts in der Region befeuert. Darüber hinaus hat die russische Zentralbank mit ihrem Vorschlag eines weitreichendes Mining-Verbots Zeichen für ein Ereignis gesetzt, das wir bereits erwartet hatten. Die Zentralbank griff damit Befürchtungen auf, wonach Kapitalflucht ein Risiko für die Stabilität des Finanzsystems des Landes darstelle, tatsächlich könnte es sich dabei jedoch auch um eine strategische Entscheidung gehandelt haben, da oppositionelle Kräfte nach der Sperrung ihrer Bankkonten Spenden in Form von BTC erhalten hatten.

Web3 gewinnt zunehmend Bedeutung

Auf der anderen Seite der Welt gab die Notenbank der Vereinigten Staaten (Fed) Pläne bekannt, durch eine in vier Schritten ablaufende Zinserhöhung im laufenden Jahr ihre neun Billionen Dollar schwere Bilanz zu reduzieren. Das diese Woche stattfindende Meeting des Federal Open Market Committee (FOMC) soll entscheiden, ob die erste Zinserhöhung bereits im März oder sogar noch früher stattfinden wird. Wie Goldman Sachs berichtete, könnte die zunehmende Inflation die Fed sogar dazu bewegen, die Zinsen noch weiter zu erhöhen, was risikobehafteten Anlageklassen – wie Kryptos – weitere Skepsis unter Anleger:innen bescheren würde. Auf die Trendwende hin zu sicheren Anlagen weisen auch die bereits jetzt steigenden Zinsen auf US-Staatsanleihen hin.

Doch ungeachtet dieser trüben Stimmung nehmen die Entwicklungen innerhalb der Kryptoindustrie keinen Halt: Das Web3 gewinnt zunehmendes Interesse durch wirtschaftliche und institutionelle Akteure. So ermöglichte Twitter die Nutzung von nachweislich im Besitz von User:innen befindlichen NFTs als Profilbilder, im gleichen Zeitraum sorgte eine Kooperation zwischen MasterCard und Coinbase für Aufsehen: Nutzer:innen können dadurch ab sofort NFTs mit konventionellen Kredit- und Debitkarten auf der Plattform erwerben. Zuletzt sei auch noch die Verkündung des Facebook-Mutterkonzerns Meta, mit einer eigenen Plattform in die NFT-Welt einzusteigen, zu erwähnen.

Mehr Wagniskapital für Krypto-Fonds

Auch DeFi hat eine ereignisreiche Woche hinter sich: Dezentrale Handelsbörsen wie Uniswap und DyDyb senkten im Zuge eines regelrechten Bietergefechts ihre Handelsgebühren und die Lending-Plattform Aave verkündete, ihren Kredit- und Liquiditätsdienst Aave Arc auf zwei Layer-2-Netzwerken, Arbitrum und Optimism, zu starten.

Auch die Geldzuflüsse in den Kryptomarkt nahmen in einer Zeit des Abverkaufs kein Ende: Es sei nur auf die Ankündigung des Wagniskapitalunternehmens Andreessen Horowitz hingewiesen, Kapital in der Höhe von 4,5 Milliarden Dollar für die Investition in neue Krypto-Fonds einzusammeln. Oder auf das Vorhaben des Krypto-Milliardärs Sam Bankman-Fried, einen zwei Milliarden Dollar schweren FTX Venture-Fonds mit dem Hauptfokus auf die Web3-Adoption zu lancieren.

Auch die erwartete Explosion der NFT-Gamingbranche scheint Form anzunehmen: Das Softwareunternehmen Animoca Brands sammelte in einer Fundraising-Kampagne rund 400 Millionen Dollar ein, und auch die fast 70 Milliarden Dollar schwere Akquise von Activision durch Microsoft wird von einigen als eine Wette auf den Aufstieg des Metaverse betrachtet.

Rechtliche Hinweise:

Das in diesem Beitrag enthaltene Material dient ausschließlich Informationszwecken. Die 21Shares AG und ihre verbundenen Unternehmen empfehlen keine Maßnahmen auf der Grundlage dieser Informationen. Das Material ist weder als Angebot oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers, noch als Anlageberatung auszulegen. Darüber hinaus stellen diese Informationen keine Zusicherung dar, dass die hier beschriebenen Anlagen für eine Person geeignet oder sinnvoll sind. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für künftige Kursentwicklungen.

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