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Veganuary: Einen Monat kollektiver Verzicht auf Tier

Rammstein-Sänger Till Lindemann wirbt als Karl Lagerfeld für den Veganuary ©Like Meat

Weißer Zopf im Nacken, schwarze Handschuhe und Sonnenbrille: Mit dieser Inszenierung als Karl Lagerfeld wirbt Rammstein-Sänger Till Lindemann in einem Video für den Veganuary 2022. Die Botschaft des Art Movies ist klar: Eine pflanzliche Ernährung „hat nichts mit Mode zu tun, sondern mit Stil“, so der Sänger. Damit will er zusammen mit dem Hersteller von pflanzlichen Fleischersatzprodukten, Like Meat, Menschen motivieren im Januar eine pflanzliche Ernährung auszuprobieren. Damit ruft der Sänger bereits zum zweiten Mal zur Teilnahme am Veganuary auf. Dieser ist nun bereits zum wiederholten Male eine wiederkehrende Kampagne im Januar. 

2020 über 580.000 Teilnehmende

Hinter dem Veganuary steht die gleichnamige internationale Organisation, die bereits seit 2014 jedes Jahr dazu aufruft, den gesamten Januar vegan zu leben. Und darüber hinaus vielleicht auch ganzjährig auf den Geschmack zu kommen. Das Ziel ist es, die Gesundheit der Teilnehmenden zu verbessern, die Umwelt zu schützen und zum Tierwohl beizutragen. Um den Umstieg auf eine vegane Lebensweise zu erleichtern, stellt die Non-Profit-Organisation unter anderem Rezepte, Kochbücher und Tipps bereit.

Laut eigenen Aussagen der Organisation haben sich zu der Kampagne 2021 über 580.000 Menschen aus 209 Ländern für den Veganuary angemeldet. Zudem arbeitet Veganuary mit multinationalen Konzernen, aber auch lokalen Restaurantketten an der Vermarktung ihrer zunehmend rein pflanzlichen Produkte. Dadurch wurden, laut der Organisation, im Januar 2021 mehr als 825 neue vegane Produkte und Menüs eingeführt.

Dazu gehören unter anderem  Produktneuheiten bei Aldi, Lidl und Penny, das „Meatless Chicken Teriyaki“ und der „Vegan Double Chocolate Cookie“ von Subway, zwei neue vegane Gerichte bei IKEA, die Schokolade „Chocjes Salty Pretzel“ von Katjes, der „Veganuary Burger“ von Burgerheart, der „Green Oat Burger“ von Call a Pizza sowie das „Vegan Sea Salt Caramel“ von Magnum. 

Studie: Interesse der Österreicher an veganer Ernährung wächst

82 Prozent konsumieren nach Veganuary weniger Fleisch

Obwohl die Aktion jedes Jahr nur ein Monat dauert, bewirkt auch dieser bereits laut einer Datenerhebung der Harvard University etwas, selbst wenn man den Rest des Jahres tierische Produkte isst. Laut Veganuary stellte Helen Harwatt, vom Animal Law and Policy Program der Harvard University, dazu Daten zur Verfügung, die die kollektive Wirkung des Veganuary von 2014 bis 2020 zeigt. Dabei sollen nach Hochrechnungen allein bis 2020 über 100.000 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart worden sein, über 6 Millionen Liter Wasser und 3,4 Millionen Tierleben.

Und diese Zahlen könnten sich sogar noch verbessern: Viele Teilnehmende beschließen über den Januar hinaus vegan zu bleiben. Laut einer Umfrage von Veganuary konsumierten noch sechs Monate nach der Challenge 82 Prozent der Befragten weniger tierische Produkte als vorher, 30 Prozent blieben sogar vegan.

Ria Rehberg, Geschäftsführerin von Veganuary, kommentierte die Umfrageergebnisse in einer Presseaussendung wie folgt: „Wir freuen uns sehr zu sehen, dass Jahr für Jahr das Interesse an Veganuary steigt und die Aktion für viele Teilnehmende eine so tolle Erfahrung ist. Die Hälfte der Befragten gab an, dass sich ihre Gesundheit nach nur einem Monat Ernährungsumstellung verbessert hat und 85 Prozent möchten auch nach ihrem Vegan-Monat ihre Ernährung deutlich umstellen, indem sie ihren Konsum von Tierprodukten mindestens halbieren oder gleich ganz vegan bleiben. Das sind tolle Ergebnisse, die zeigen, welch nachhaltige und langanhaltende Auswirkungen eine einmonatige Challenge auf alle Teilnehmenden, aber auch Umwelt und Tiere haben kann!“ 

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Wenige Österreicher:innen verzichten auf Fleisch 

Der Trend hin zu einer fleischlosen Ernährung ist auch in Österreich angekommen, zumindest subjektiv. Immer mehr Supermartketten füllen ihre Regale mit veganen Produkten und immer Startups entwickeln tierproduktsfreie Lebensmittel. Bei der Frage, wie hoch die tatsächlichen Zahlen sind, gibt es bisher noch kein eindeutiges Bild. Eine Umfrage des Marktforschungsinstitut Marketargent vom Juli 2021 ergab: Während im Jahr 2017 der Anteil der Vegetarier:innen und Veganer:innen noch bei 5,7 Prozent lag, gaben Anfang 2021 bereits rund elf Prozent der 500 Befragten an, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren. 

In einer Umfrage im Auftrag des Handelsverband Österreich aus dem gleichen Zeitraum ernähren sich jedoch nur vier Prozent der Umfrageteilnehmenden vegetarisch und nur ein Prozent isst vegan. Befragt wurden dabei 507 Österreicher:innen in der Altersgruppe von 18 bis 69 Jahre.

In dem zuerst genannten Report von Marketargent wurden in einer weiteren Kategorie 521 Veganer:innen und Vegetarier:innen in Österreich zu ihren Gründen für diese Essgewohnheit befragt. Dabei  gaben fast die Hälfte der 521 Befragten an, dass sie aufgrund der Berichterstattung über die Massentierhaltung ihre Essgewohnheiten geändert haben. 26,5 Prozent der Befragten gaben gesundheitliche Gründe an. Auch Umweltschutz wird zunehmend zum Kriterium, keine tierischen Produkte zu kaufen und zu verzehren.

Leichter Rückgang beim Fleischkonsum 2020

Laut der Statistik Austria wurden 2020 insgesamt 4,9 Mio. Tonnen tierische Lebensmittel (Fleisch, Milch, Eier und Fisch) produziert. Das entspräche einer Steigerung um rund sieben Prozent gegenüber dem langjährigen Durchschnitt, so die Statistik Austria mit Bezug auf die aktuellen Versorgungsbilanzen. Der Verbrauch von Fleisch pro Kopf lag 2020 hingegen bei 90,8 Kilogramm pro Kopf und damit sechs Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Gegessen wird das allerdings nicht alles. So landeten laut der Statistik Austria 2020 nur 60,5 Kilogramm Fleisch auf den heimischen Tellern; 2019 waren es 62,6 Kilogramm. Das restliche Drittel des Pro-Kopf-Verbrauchs seien entweder Knochen oder  wurden beispielsweise zu Hunde- und Katzenfutter verarbeitet, so die aktuellen Angaben.

 

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