Investment

Volkswagen steigt mit 20 Milliarden Euro in Batterieproduktion ein

VW-Werk Salzgitter. © Volkswagen
VW-Werk Salzgitter. © Volkswagen

Warum nur in Asien bestellen und in Scale-ups investieren, wenn man es auch selber machen kann. Unter großer politischer Aufmerksamkeit (Bundeskanzler Olaf Scholz) hat der VOlkswagen-Konzern angekündigt, ins Batteriegeschäft einzusteigen. Die neue Tochterfirma wird dazu mit fulminanten 20 Milliarden Euro ausgestattet, und es wurde der Baustart der ersten konzerneigene Zellfabrik in Salzgitter gemacht.

Neben dem Werk in Salzgitter sollen noch fünf weitere Standorte in Europa dazukommen, insgesamt soll PowerCo bis zu 20.000 Menschen beschäftigen. Die Zellfabrik wird perspektivisch mit einer Jahreskapazität von 40 GWh fertigen, das sind Akkus für rund 500.000 elektrische Fahrzeuge. Bis 2030 will der Konzern in Europa gemeinsam mit Partnern sechs Zellfabriken mit insgesamt 240 GWh Leistung betreiben, das wäre dann genug Batterie für bis zu 3 Millionen Fahrzeuge. Hört sich viel an, ist aber gar nicht so viel. Denn Volkswagen lieferte etwa 2021 rund 8,9 Millionen Fahrzeuge aus. Das bedeutet, dass auch sechs Giga-Fabriken nur ein Drittel des jährlichen Outputs elektrifizieren können.

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Northvolt: Eine Milliarde Euro für schwedisches Batterie-Unicorn

Mit Northvolt im Hintergrund

Volkswagen gibt sich im Batteriegeschäft betont grün. Man setze auf eine Einheitszelle, die mit Grünstrom und über 90 Prozent Recyclingquote hergestellt werden soll. Das dürfte man sich vom schwedischen Unicorn Northvolt abgeschaut haben. In dieses ist Volkswagen groß investiert und hat dort auch Großaufträge aufgegeben bzw. ist die besagte Fabrik in Salzgitter in Zusammenarbeit mit Northvolt entstanden. Das Unicorn wurde von einem ehemaligen Tesla-Manager gegründet.

Während der deutsche Bundeskanzler Olav Scholz von einem „guten Tag für die Automobilindustrie in Deutschland und Europa“ sprach, sind sich nicht alle Beobachter:innen so wirklich sicher bei dem starken Fokus von VW auf Batterie-elektrische Fahrzeuge. Denn unlängst erst wurde in der EU beim „Verbrenner-Verbot“ eine riesige Hintertür für Verbrennungsmotoren beschlossen – nämlich damit nach 2035 auch E-Fuels eingesetzt werden können. Elektromotoren sind damit nicht der einzige mögliche Weg nach vorne.

Während VW-Chef Herbert Diess die Effizienz dieser E-Fuel-Kraftstoffe als „extrem schlecht“ bezeichnete (die Forschung zeigt Ähnliches), wollen andere Autokonzerne nicht alleine auf Batterien setzen. Toyota, der größte Autohersteller der Welt, will nicht bloß auf eine einzige Technologie setzen, sondern auch weiter zu E-Fuels und Wasserstoff arbeiten, wie Gill Pratt, Chef des Toyota Research Institute, vor kurzem sagte. Viele fürchten bei den Rohstoffen und bei den Produktionskapazitäten eine zu große Abhängigkeit von China.

EU: Beim „Verbrenner-Verbot“ bleibt riesige Hintertür für Verbrennungsmotoren

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