Viarsys

Wir haben den Eingang ins Metaverse entdeckt, und er liegt in Kaisermühlen

Trending Topics auf Besuch im Neos Metaverse © Viarsys
Trending Topics auf Besuch im Neos Metaverse © Viarsys

Wisst ihr, wo man den idealen Eingang ins Metaverse findet? Wir haben ihn entdeckt, und er liegt mitten in Kaisermühlen auf dem Schüttauplatz. Hier, fernab vom Vienna International Centre und in der Nähe vom Eingang zum Gänsehäufel, erwartet man vielleicht nicht unbedingt, die Technologie der Zukunft anzutreffen.

Doch genau hier ist die VR-Firma Viarsys beheimatet. Wir haben sie besucht, um herauszufinden, was es mit dem Metaverse wirklich auf sich hat.

Spätestens seit Social-Media-Gigant Facebook sich in Meta umbenannt hat und seine Anstrengungen auf die Entwicklung des „Metaverse“ konzentrieren will, ist dieser Begriff in aller Munde. Es handelt sich dabei um einen virtuellen Raum, in dem Menschen auf der ganzen Welt zusammenarbeiten können. Dafür sollen Anwendungen wie Virtual Reality (VR) die Erfahrung möglichst unmittelbar machen. Doch wie sieht so ein Metaverse von Innen aus und was ist darin wirklich möglich? Bei unserem Besuch bei Viarsys konnten wir in das „Neos Metaverse“ eintauchen.

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Viarsys will „Tür ins Metaverse“ sein

Viarsys ist ein im Jahr 2017 gestartetes Jungunternehmen, das Angestellte von Unternehmen in der Nutzung des Neos Metaverse ausbildet und auch für Kund:innen eigene VR-Welten erstellt. „Wir wollen die Tür ins Metaverse sein“, erklärt Gründer Konrad Gill. Dafür ist das Neos Metaverse laut Gill das ideale Einstiegsportal. Es handelt sich dabei um ein relativ quelloffenes Metaverse, das die tschechische Firma Solirax im Jahr 2018 veröffentlicht hat.

In dieser Anwendung können User:innen ihre eigenen VR-Welten erstellen und mit anderen darin interagieren. Der Zugang ist gratis, für einen gewissen Speicherplatz an Dateien fallen jedoch Kosten an. Das Besondere am Neos Metaverse: Der Programmierprozess findet hier nicht in einem 2D-Interface statt, wie es beispielsweise bei Unity der Fall ist. Stattdessen können Nutzer:innen Welten direkt innerhalb der Virtual Reality aufbauen.

Neos Metaverse lässt VR-Welten von Innen gestalten

„Es macht einen riesigen Unterschied, ob sich ein Metaverse nur mit komplexen Programmiertools designen lässt, oder direkt von Innen. In letzterem Fall können nämlich auch nicht nur IT-Profis die Welten gestalten, sondern zum Beispiel auch Architekt:innen bei 3D-Modellen von Häusern“, erklärt Gill. Das Neos Metaverse lässt sich zwar auch in einer Desktop-Version betreten, jedoch ist es eher für VR gedacht. Deswegen ist also eine PC-kompatible VR-Brille wie beispielsweise die Oculus Quest oder die HTC Vive nötig, um das Metaverse voll auszukosten. Bei unserem Besuch kam die Oculus Quest zum Einsatz. Sowohl wir als auch Gill sind mit jeweils einer Brille ins Metaverse eingetaucht.

Das Neos Metaverse zeigt schnell seine vielen verschiedenen Möglichkeiten. Das fängt mit dem eigenen Avatar an, der viele Gestaltungsmöglichkeiten hat. So nutzte Gill bei unserem Besuch einen Avatar, der an die Weltraumanzüge von SpaceX erinnert. Die Controller der Oculus Quest fangen dabei die Bewegungen unmittelbar ein. Innerhalb des virtuellen Raums bewegt man sich mit den Joysticks, in der realen Welt bleibt man auf der Stelle stehen oder sitzen. Einzelne Nutzer:innen können einander so betrachten und miteinander interagieren, egal wo sie sich im echten Leben befinden.

Zusätzliche Anwendungen wie beispielsweise die Spracherkennung der VR-Brille erlauben sogar Mundbewegungen bei den Avataren. Durch sie ist es auch möglich, die anderen zu hören. Avatare lassen sich sowohl aus der Ego-Perspektive als auch aus der dritten Person steuern. Sie können nicht nur laufen, sondern auch schweben.

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Beethoven-Denkmal in 3D aus dem Ärmel gezaubert

Das virtuelle Büro von Viarsys ist vollgepackt mit spannenden Anwendungen. Besonders wichtig ist, dass sich alle möglichen Dateien direkt in das Metaverse ziehen lassen. Das können Fotos, 3D-Modelle oder auch Audiodateien sein. Sind sie erstmal im Metaverse, schweben sie einfach in der Luft herum und lassen sich aufheben, manipulieren oder in einem persönlichen Menü verstauen. Ein Beispiel: Konrad Gill zauberte mal eben ein 3D-Modell des Beethoven-Denkmals in Wien aus dem Ärmel. Mit einfachen Handbewegungen ließ sich die Statue herumziehen und auch vergrößern oder verkleinern. Ihre eigene Größe verändern können übrigens auch die Avatare selbst.

Nicht nur mit Objekten kann man im Neos Metaverse arbeiten, sondern auch eigene Tools erstellen. So zog Konrad Gill ein virtuelles Mikrofon hervor, mit dem sich innerhalb der Anwendung Audiodateien aufnehmen lassen. Diese schweben dann einfach als Symbol herum und lassen sich beliebig abspielen. Auch ein YouTube-Video auf eine Leinwand mitten im Raum zu bannen oder ein Selfie mit dem Trending Topics-Logo zu machen ist eine Angelegenheit von ein paar Sekunden.

Alle gleichzeitig an einem virtuellen Ort

Doch was genau bringen all diese spannenden Möglichkeiten in der Praxis? Gill erklärt: „Das Wichtigste am Metaverse ist die Möglichkeit, gleichzeitig an einem Ort zu sein. Bei einem Handy-Telefonat oder einem Zoom-Meeting bekommt man nicht viel von der räumlichen Umgebung der anderen Person mit. Doch im Metaverse ist das wesentlich unmittelbarer. Wir können einander sehen und mit unserer Körpersprache kommunizieren. Wenn nun also internationale Teams remote zusammenarbeiten, können sie durch bloßes Zeigen bestimmte Aspekte von Objekten hervorheben. Das kann auch Sprachbarrieren deutlich geringer machen“, so der Experte.

Viarsys hat schnell die Möglichkeiten von VR-Anwendungen erkannt und hat diese zu Anfang vor allem auf Events vorgestellt. Seit 2019 konzentriert sich die Jungfirma auf das Neos Metaverse. Dann kam jedoch die Corona-Pandemie und führte beinahe zum Untergang von Viarsys. „Plötzlich waren so gut wie alle Events abgesagt und wir mussten massiv umdenken. Jedoch stellten sich die neuen Bedingungen als Glück im Unglück heraus. Wir konnten nun unsere Demonstrationen in Zoom-Calls vorstellen und haben damit noch wesentlich mehr Aufmerksamkeit gewonnen“, erzählt Gill.

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„Metaverse muss wie eine Baustelle sein“

Die Wiener Jungfirma bietet neben Metaverse-Kursen und der Erstellung von VR-Welten auch im Neos Metaverse entwickelte Software an. Um eine eigene VR-Welt bauen zu lassen, fallen Preise ab 15.000 Euro an. Wie sich das gestalten kann, zeigt sich beim Besuch der digitalen Messehalle von Viarsys. Hier ist beispielsweise eine kleine Ausstellung aus einer Kooperation mit der ÖBB zu sehen, die ein großes 3D-Modell einer alten Dampflok beinhaltet. Auch ein virtuelles Opernkonzert hat die Jungfirma im Lockdown schon veranstaltet. Metaverse-Welten können viele verschiedene Zwecke erfüllen. Von Marketing-Aktionen über Museen bis hin zu Events sind die Anwendungsbereiche breit gestreut.

Was für ein Metaverse der Zukunft besonders wichtig ist, ist laut Gill ein hohes Maß an Gestaltungsfreiheit. So sind im Neos Metaverse die Ersteller:innen von Welten auch deren Administrator:innen. Sie sind alleine für die Inhalte verantwortlich, auch wenn bei beispielsweise illegalen Inhalten Solirax einschreiten kann. Auch ist es wichtig, dass sich alle möglichen Objekte von außen in die VR-Welt ziehen lassen und nicht nur vorgefertigte Assets bestehen können. „Das Metaverse muss wie eine Baustelle sein, auf der alle gemeinsam an Lösungen arbeiten können“, so Gill.

Weit mehr Potenzial als nur Videospiele

Bislang hat sich Viarsys fast ausschließlich mit Bootstrapping durchgeschlagen. Doch eine Reihe von Kooperationen hat dem Jungunternehmen geholfen, ein starkes Geschäft aufzubauen. „Wir wollen in Zukunft immer wieder weitere Anwendungen bauen und uns als die erste Anlaufstelle für den Start ins Metaverse etablieren“, lautet das Ziel von Gill.

Beim Besuch im Neos Metaverse hat sich gezeigt: In VR steckt weit mehr Potenzial als nur für Videospiele. Durch das gemeinsame Arbeiten in einem virtuellen Raum ist es möglich, über die ganze Welt verteilt in einer Weise zu kooperieren, die sonst so nicht möglich ist. Abgesehen davon sind die Schauwerte durchaus ein Argument für sich. Konrad Gills riesiges VR-Büro mit seiner digitalen Skyline von Wien ist tatsächlich sehr beeindruckend, wenn man es in VR betrachtet.

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