Reich der Mitte

Xi Jinping: Der Diktator schickt die chinesischen Tech-Aktien in den Keller

Graffiti von Xi Jinping. © thierry ehrmann (CC BY 2.0 via Flickr)
Graffiti von Xi Jinping. © thierry ehrmann (CC BY 2.0 via Flickr)

Der (wahrscheinlich) mächtigste Mann der Welt hat seine Macht weiter zementiert. Xi Jinping, seit 2013 Staatspräsident von China, hat am Wochenende seine dritte fünfjährige Amtszeit in Folge begonnen und ist damit der mächtigste chinesische Führer seit Parteigründer Mao Zedong. Zudem hat der „Überragende Führer“, wie er auch genannt wird, den ständigen Ausschuss des Politbüros der Kommunistischen Partei ausschließlich mit zu ihm loyalen Parteimitgliedern besetzt – und damit keinen einzigen Kontrahenten mehr gegen ihn.

Wie umfassend seine Macht in der immer digitaleren Diktatur Chinas ist, zeigt auch ein Vorfall beim Parteikongress am Wochenende. Da wurde der ehemalige Chef der Kommunistischen Partei, Hu Jintao, plötzlich aus der riesigen Halle eskortiert, nachdem er etwas zu Xi und Premier Li Keqiang gesagt hatte. Xi, das war in einer Live-Übertragung zu sehen, hinderte Hu Jintao auch daran, nach einem Stapel Dokumenten zu greifen. Später hieß es offiziell, dass Hu Jintao sich übel gefühlt haben soll – doch die Bilder zeigen, dass er nicht ganz unfreiwillig gegangen wurde.

Dass nun Xi als alleiniger Diktator auf unbegrenzte Zeit am Drücker sitzt, beunruhigt auch die Aktienmärkte. Nach den Ereignissen am Wochenende sind die Papiere von chinesischen Online-Riesen, die auch im Westen gehandelt werden, im steilen Sinkflug. So haben etwa die E-Commerce-Giganten JD.com und Alibaba im vorbörslichen Handel zweistellig verloren. Auch Tencent verlor stark. Aber nicht nur diese drei Unternehmen verlieren, durch die Bank erleiden chinesische Tech-Werte Rückgänge.

Chinas neuerlicher Crypto-Crackdown mit ersten Folgen für Exchanges

Der Griff nach den Daten

Um das zu sehen, kann man etwa den KraneShares CSI China Internet Fund (KWEB) als Indikator heranziehen. In dem Fonds liegen Aktien von etwa 40 chinesischen Internet-Unternehmen, in die gesammelt via Hong Kong Stock Exchange, NASDAQ oder New York Stock Exchange (NYSE) investiert werden können. KWEB ist am Montag gar um 13 Prozent eingebrochen. Ähnliches ist beim Hang Seng-Index zu sehen – der Hauptindikator für die Gesamtmarktentwicklung in Hongkong liegt aktuell bei minus 6 Prozent.

Xi Jinpings Ära der Staatsspitze hat sich auf Internet-Unternehmen in China sehr negativ ausgewirkt. Den Anfang machte der Angriff von Xi auf den Vorzeige-Unternehmer und Alibaba-Gründer Jack Ma. Der äußerte sich öffentlich kritisch – und verschwand dann plötzlich für längere Zeit von der Bildfläche. Xi soll auch persönlich dafür gesorgt haben, dass der Riesen-IPO von Jack Mas Fintech Ant Group verhindert wurde. Außerdem ging Peking nicht nur hart gegen E-Commerce-Riesen und Fintechs, sondern auch gegen EduTechs, die Ride-Hailing-App Didi und die Krypto-Industrie vor.

Dass Xi Jinping nun seine Macht ausweitet, lesen Investor:innen an den Aktienmärkten als kein gutes Signal für die künftige Entwicklung chinesischer Tech-Unternehmen. Eigenständiges Unternehmertum im Web wird von der chinesischen Regierung zunehmend verunmöglicht, und der Staat will die Kontrolle über die Daten und die Services (über die ja Informationen aller Art transportiert werden) erlangen.

Jack Ma: Peking hat den Internet-Milliardär mundtot gemacht

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