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Adverity: 11% der Stellen bei Unicorn-Hoffnung wegen drohender Rezession gekürzt

© Adverity
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Effizienz und Performance statt Wachstum: Das ist das neue Motto von immer mehr Tech-Scale-ups, die sich auf schwierigere Zeiten am Markt einstellen. Dass das auch viele Arbeitsplätze kostet, wurde in den vergangenen Monaten Massenkündigungen bei zahlreichen Unternehmen, unter anderem auch Bitpanda in Österreich klar. Auch beim MarketingTech-Scale-up Adverity in Wien kam es nun zu Restrukturierungen – allerdings nicht in dem Umfang von 100 gekürzten Stellen, wie in anonymen Mails, die auch bei Trending Topics einlangten, behauptet wird.

„Am Donnerstag letzte Woche haben wir die gesamte Firma im Rahmen eines Town-Hall-Meetings über unsere Reaktion auf die externen Marktgegebenheiten informiert. Wir fokussieren unsere Produktentwicklung auf unsere Kern-Plattform und stellen andere Investments momentan zurück. Teil dieser Kommunikation war, dass dies auch Auswirkungen auf das Team hat. Die direkt betroffenen Mitarbeiter:innen wurden danach in persönlichen Gesprächen informiert und Auswirkungen wurden besprochen. In Österreich wurden im Rahmen des AMS-Frühwarnsystems 17 Personen vorangemeldet – global sind ca. 11,2% des Personalstandes von Anpassungen direkt betroffen“, heißt es seitens Adverity-CEO Alexander Igelsböck.

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„Stellen uns auf schlechtere Wirtschaftszeiten ein“

Adverity betreibt neben dem Hauptquartier in Wien auch Büros in New York und London, von wo aus auch Kund:innen wie Vodafone, Ikea, Barilla oder Red Bull betreut werden. „Natürlich stellen wir uns – so wie die meisten Unternehmen – auf schlechtere Wirtschaftszeiten und auf langsameres Wachstum ein. Die drohende Rezession bedeutet, dass Sales-Zyklen länger dauern und Unternehmen vorsichtiger investieren“, sagt Igelsböck. Produktseitig würde man sich auf die Kernfunktion von Adverity fokussieren.

Adverity hat seit der Gründung 2015 in mehreren Finanzierungsrunden etwa 140 Millionen Euro aufgenommen. Mit Softbank ist 2021 einer der weltweit größten Investoren im Tech-Business an Bord gekommen – seither gilt die Firma als „Soonicorn“, die einmal Einhorn-Status mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde Euro erreich könnte. Noch im Juni war in einer Presseaussendung von der „schnell wachsenden Marketing-Analyse-Plattform“ die Rede, weswegen das C-Level ausgebaut wurde. Weiters wurden dieses Jahr auch Partnerschaften mit Google Cloud, SAP und Neustar verkündet.

Adverity: Wiener Marketing-Scale-up holt 102 Millionen Euro, unter anderem von Softbank

Digital Advertising-Markt wird schwieriger

Adverity bietet seinen B2B-Kund:innen Software an, mit der man Marketing-, Vertriebs- und Kund:innendaten aus über 600 Quellen (von Amazon über Google, Linkedin und Facebook bis zu TikTok) zusammenfassen, analysieren und visualisieren lassen kann. Zu den Kunden zählen etwa Ikea, Vodafone, reBuy und zahlreiche große Mediaagenturen wie Mindshare oder Havas.

Doch auch der riesige Markt für digitales Marketing ist durch die neue Wirtschaftskrise in Bedrängnis geraten. So mussten viele durch Digitalwerbung finanzierte Unternehmen wie Facebook, Snapchat oder Twitter von Umsatz- und Gewinnrückgängen berichten. Klar: Wenn Unternehmen sparen, dann sparen sie oft zuerst bei den Werbe-Budgets – und das kann dann auch Tools wie jene von Adverity betreffen. Selbst der Online-Werberiese Google hat angekündigt, neue Anstellungen zurückzufahren, und bestehende Mitarbeiter:innen ermahnt, härter zu arbeiten.

Die Tech-Industrie hat global dieses Jahr durch den Markteinbruch mittlerweile rund 60.000 Mitarbeiter:innen gehen lassen müssen. Die größten Kündigungswellen gab es bisher im Mai, im Juni und Juli wurden ebenfalls viele Team-Mitglieder entlassen. Die größten Massenkündigungen gab es bei Unternehmen wie Getir, Better.com, Caravana, Coinbase, Shopify oder Klarna.

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