Lebensmittel

Billa Plus steigt mit israelischem AgTech-Partner ins „Vertical Farming“ ein

Die Vertical Farm von Billa Plus © BILLA / Harson
Die Vertical Farm von Billa Plus © BILLA / Harson

Angesichts der stetig wachsenden Weltbevölkerung stellt sich die Frage, wie es möglich sein wird, in Zukunft alle Menschen zu ernähren. Speziell urbane Räume sind hier derzeit noch stark von der Landwirtschaft abhängig. Doch das soll sich mit dem Konzept „Vertical Farming“ ändern. Dabei handelt es sich um die ganzjährige Lebensmittelproduktion in Gebäuden, unter kontrollierten Bedingungen, ohne Erde und mit nur wenig Wasser. Nun will der Lebensmitteleinzelhändler Billa auch auf dieses Konzept setzen und testet es an einem Billa Plus-Standort in Wien.

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„Lebensmittel so frisch wie möglich“

Für die Umsetzung des Vertical Farming-Systems kooperiert die Rewe-Tochter Billa mit dem israelischen Agrartechnik-Unternehmen Vertical Field. Am Billa Plus-Standort in der Wienerbergstraße 27 im zehnten Bezirk steht nun ein Schiffscontainer, in dem das Unternehmen Kräuter und Salate aus heimischen Setzlingen anbaut und erntet. Die daraus gewonnenen Produkte sind an dem Standort ab der zweiten Augusthälfe erhältlich.

„Vertical Farming ist eine zukunftsweisende Idee, um Lebensmittel so frisch wie möglich anbieten zu können. Bei Billa beschäftigen wir uns zunehmend mit alternativen Konzepten und Ideen, um nachhaltige Wege in der Lebensmittelproduktion zu unterstützen oder – wie in diesem Fall – selbst zu beschreiten. Vertical Farming bedeutet optimale Ernteerträge auf kleinster Fläche und nur wenige Meter bis ins Regal“, sagt Eric Scharnitz, Vertriebsdirektor bei Billa.

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Billa baut Kräuter und Salate an

In dem Container baut Billa seit Ende Juli Pflanzen übereinander auf mehreren Ebenen an und will sie direkt nach der Ernte verkaufen. Pro Monat ist es laut dem Supermarkt möglich, zwischen 2.000 und 3.000 Einheiten anzubauen. Alle drei Wochen findet die Ernte statt. Durch ein Rotationssystem soll es fast täglich frisch angebaute Lebensmittel geben. Zu Anfang werden in der Vertical Farm Petersilie, Basilikum, Koriander, Eichblattsallat sowie Lollo Salat erzeugt. Sie kommen in Erdpress-Würfeln in den Handel. Ein zweiter Container ist noch in diesem Jahr in der Umgebung von Wien geplant.

Für den Anbau und die Ernte ist eigens ausgebildetes Personal nötig. Vertical Field, das Unternehmen, das den Container bereitstellt, bietet auch Trainings für diese Spezialist:innen. Die israelische Firma hat weltweit etwa 25 dieser Vertical Farms aufgestellt. Die Container bestrahlen die Pflanzen 16 Stunden pro Tag mit LED-Lampen. Ebenfalls verfügen sie über eine Klimasteuerung, die stets für die optimale Temperatur und Luftfeuchtigkeit sorgt. Es gibt auch eine eigene Wasser- und Nährstoffversorgung für die Pflanzen.

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Hohe klimafreundliche Effekte

Die klimafreundlichen Effekte der Vertical Farm sind laut Billa enorm. Der Wasserverbrauch sei um 90 Prozent geringer als bei gewöhnlichem Anbau, der CO2-Ausstoß um 50 Prozent niedriger und die benötigt Fläche um 30 Mal geringer. Durch die geschützte Umgebung ist auch der Einsatz von Pestiziden nicht nötig. Außerdem gibt es keine Transportwege, da die Produkte direkt am Standort verkauft werden. Der Energieverbrauch ist laut Vertical Field allerdings noch relativ hoch, wobei das Unternehmen aber bereits an energiesparenderen Lösungen arbeite.

Die Preise der Pflanzen sollen in einer ähnlichen Höhe wie bei Bio-Produkten sein. Es handelt sich bei der Vertical Farm nur um einen ersten Test. Ist dieser erfolgreich, soll es in Zukunft auch weitere dieser Container an anderen ausgewählten Billa Plus-Filialen geben.

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