Finanzierung

Infarm: Berliner Indoor Farming-Startup sichert sich 200 Mio. US-Dollar – und wird zum Unicorn

Infarm-Gewächshaus bei Aldi Süd. © Infarm
Infarm-Gewächshaus bei Aldi Süd. © Infarm

Salat, Kräuter und anderes Grünzeug dort züchten, wo es konsumiert wird – die Rede ist nicht vom Bauernhof im Dorf, sondern von Indoor Farmen in Städten. Die Versorgung wachsender Städte mit frischem Gemüse und Obst ist eine der großen Herausforderungen der Lebensmittelbranche und damit auch ein beliebtes Spielfeld für innovative Startups. Vertikal Farming lautet eine Antwort und immer öfter werden Fassaden, Dächer oder spezielles Interieur als Anbaufläche genutzt. Das Berliner Startup Infarm ist einer jener Player, die dieses Konzept in schnellen Schritten vorantreiben. Das deutsche Startup stellt die Felder für Salat und Kräuter direkt in den Supermarkt.

177 Millionen Euro Investment

Nach mehreren erfolgreichen Finazierungsrunden in den letzten Monaten, vemeldet das Jungunternehmen nun den Abschluss einer weiteren. So konnten sie sich in einer Series-D-Finanzierungsrunde 200 Millionen US-Dollar, also rund 177 Millionen Euro, sichern. Zu den Investor:innen gehören bestehende und neue Investor:innen, so Qatar Investment Authority (QIA), die die Expansion des Unternehmens in Länder des Nahen Ostens unterstützen soll, sowie Partners in Equity, Hanaco, Atomico, Lightrock und Bonnier. Damit ist Infarm nun mit „weit mehr“ als einer Milliarde US-Dollar bewertet, so das Startup. Und erreicht offiziell den Unicorn-Status. Damit ist es eines der ersten Green Startups aus Deutschland mit diesem Rang.

Das deutsche Startup Infarm baut Gemüse direkt im Supermarkt an

“Das derzeitige Lebensmittelsystem ist nicht mehr tragfähig. Die vertikale Landwirtschaft und das Infarm-System bieten eine nachhaltige Lösung, um eine wachsende Bevölkerung auf eine Art und Weise zu ernähren, die weitaus besser für den Planeten und angesichts klimatischer Unsicherheiten und Schwierigkeiten bei Lebensmittellieferketten deutlich widerstandsfähiger und flexibler ist“, so der Mitbegründer und CEO von Infarm, Erez Galonska.

Expansion und neue Produkte geplant

Mit den frischen Geldmitteln will das Startup nun weiter wachsen und expandieren. So soll das bestehende Vertical Farming-Netzwerk in den USA, Kanada, Japan und Europa ausgebaut werden. Als neue Herausforderung will Infarm in die Märke in Asien-Pazifik und im Nahen Osten einsteigen. Bereits jetzt ist Infarm den eigenen Angaben nach in mehr als 50 Städten in 11 Ländern in Europa, Nordamerika und Asien tätig. Insgesamt betreibt das Unternehmen mehr als 17 Growing Center und über 1.400 In-Store-Farmen für 30 der führenden Lebensmittelhändler:innen, so Infarm in einer Pressemeldung . Diese Zahlen sollen durch die Expansion noch einmal deutlich gesteigert werden. So will das Startup bis 2030 in 20 Ländern 100 Growing Center betreiben und außerdem das gesamte Obst- und Gemüsesortiment anbauen.

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Neben den In-Store-Farmen für Lebensmittelgeschäfte, bestehen die Infarm Growing Center aus mehrere Vertical-Farming-Module, welche laut dem Startup jeweils einer Anbaufläche von etwa 10.000 Quadratmeter  entsprechend und einem dazugehörigen Distributionszentrum. Bisher produziert Infarm mehr als 75 verschiedene Kräuter-, Salat- und Blattgemüsesorten. Im nächsten Jahr soll das Produkt-Portfolio dann um 40 neue Nutzpflanzen, wie zum Beispiel Pilze, Cherrytomaten, Erbsen und Erdbeeren, erweitert werden, so die aktuell verkündeten Pläne von Infarm.

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