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Bitpanda legt Prüfbericht für 5 Krypto-Assets BTC, ETH, XRP, ADA und DOGE vor

Im Bitpanda-Büro. © Bitpanda
Im Bitpanda-Büro. © Bitpanda

Es hat nur wenige Tage gedauert, nun liegt er vor: Alle interessierten Bitpanda-Nutzer:innen können sich den Prüfbericht des Wirtschaftsprüfers KPMG über die Krypto-Bestände des Wiener Neobrokers Bitpanda zusenden lassen. Nach dem FTX-Kollaps beeilte sich das Wiener Krypto-Unternehmen damit, Beweise und Zusicherungen für seine fast vier Millionen User zu erbringen, dass deren Krypto-Assets wirklich sicher verwahrt sind.

„KPMG kam zum Ergebnis, dass die Saldi der Bitpanda Cold Wallets für BTC, ETH, XRP, ADA und DOGE die BTC-, ETH-, XRP-, ADA- und DOGE-Nutzerbestände übersteigen“, heißt es in dem Bericht. Geprüft wurden demnach die fünft größten Krypto-Assets Bitcoin, Ethereum, XRP, Cardano und Dogecoin und ob diese auf Cold Wallets liegen. Für alle anderen Krypto-Assets wurde keine Aussage getroffen – also weder für Chainlink (LINK), Solana (SOL), Stablecoins wie USDT oder USDC und auch nicht für den hauseigenen Utility-Token BEST, der bei Bitpanda etwa für günstigere Handelsgebühren genutzt werden kann.

„Die schnelle und lockere Herangehensweise von FTX an die Kund:innensicherheit wird den Ruf der Kryptoindustrie für lange Zeit schädigen. Dieses vereinbarte Verfahren von KPMG ist jedoch ein weiterer Beweis dafür, dass wir das Vertrauen unserer Kund:innen und die Sicherheit ihrer Gelder immer an erste Stelle setzen werden“, so CEO Eric Demuth in einem Statement. „Diese Überprüfung ist nur das jüngste Beispiel für die vielen Schritte, die wir unternehmen, um diese beiden Leitprinzipien zu gewährleisten. Bei Bitpanda legen wir größten Wert auf den Schutz unserer Kunden und erkennen den inhärenten Wert der Einhaltung von Vorschriften an – und wir glauben wirklich, dass dies der Standard in der Branche werden muss, in der wir tätig sind.“

FTX kaufte mit Geld der User Immobilien auf den Bahamas

Proof of Reserves umstritten

Zu berücksichtigen ist, dass der vorliegende Prüfbericht weder eine Abschlussprüfung, prüferische Durchsicht oder sonstige Prüfung in Übereinstimmung mit österreichischen Grundsätzen oder mit den International Standards on Auditing (ISA) darstellt. Bitpanda hat anders als andere Krypto-Unternehmen bisweilen keine Wallet-Adressen veröffentlicht. Über diese könnte man via Blockchain-Explorern einsehen, wie viele Assets dort gespeichert sind.

Bei FTX ist es, wie es der neue CEO John J. Ray III ausdrückt, zu einem „vollständigen Versagen der Unternehmenskontrollen“ gekommen, mit den Nutzergeldern wurden sogar Immobilien auf den Bahamas für FTX-Mitarbeiter:innen gekauft. Der FTX-Kollaps hat Schockwellen durch die Krypto-Industrie gejagt. So hat etwa auch die führende Krypto-Exchange Binance Links zu Cold Wallets vorgelegt – die sollen beweisen, dass die Krypto-Assets der Nutzer:innen auch wirklich da sind und nicht zu anderen Zwecken missbraucht wurden.

Krypto-Unternehmen wie Binance oder Crypto.com haben zunächst Links zu ihren Wallets veröffentlicht, damit theoretisch jede:r mittels Blockchain-Explorer einsehen kann, wie viele Assets in diesen Wallets liegen. Viele wollen auch umfassendere „Proof of Funds“ oder „Proof of Reserves“ vorlegen, und zwar mit Hilfe von kryptografischen Merkle Trees. Doch auch das ist umstritten, weil diese nichts darüber aussagen, welche Verbindlichkeiten den Assets gegenüber stehen.

Seitens dem Krypto-Vermögensverwalter Grayscale heißt es aktuell: „Aufgrund von Sicherheitsbedenken machen wir solche On-Chain-Wallet-Informationen und Bestätigungsinformationen nicht über einen kryptographischen Proof-of-Reserve oder ein anderes fortschrittliches kryptographisches Abrechnungsverfahren öffentlich zugänglich.“ Grayscale gehört zur Digital Currency Group und ist somit eine Schwesterfirma von Genesis – also jener Krypto-Trading-Firma, die bereits vom FTX-Kollaps erfasst wurde (mehr dazu hier).

FTX-Fiasko: Bitpanda und Co. versichern Usern, dass Krypto-Assets wirklich da sind

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