Rennrad, Gravel Bike

Buycycle: Münchner Startup bringt neue Marktplatz für gebrauchte Bikes nach Österreich

Jonas Jäger, Florian Senoner und Theodor Golditchuk wollen mit Buycycle eine neue Plattform für gebrauchte Fahrräder anbieten. ©Buycycle

Sportgeschäft, geerbt oder vom Flohmarkt – Wo kommt euer Fahrrad her? Für die Anschaffung gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten und einige Käufer:innen werden sich bei dieser auch gar nicht so viele Gedanken machen. Ganz nach dem Motto: Hauptsache der Drahtesel fährt.

Doch für manche ist ein Fahrrad eine richtige Investition. Hochwertige Modelle können mehrere Tausende Euro kosten und damit sind noch nicht mal E-Bikes gemeint. Rennräder sind ein Markt für sich. Um beim Kauf ein paar Euro zu sparen, greifen auch viele gerne auf gebrauchte Räder zurück. Dass man dabei jedoch die versprochene Qualität zu einem guten Preis bekommt, ist nicht immer einfach.

Dieses Problem sahen auch drei junge Gründer aus Deutschland. Daher machten sie sich mit ihrer eigenen Verkaufsplattform selbstständig.

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Neue Plattform für gebrauchte Fahrräder

Knapp 4.500 Euro statt 6.000 Euro oder knapp 2.000 Euro statt 4.000 Euro Euro – solche Angebote für Fahrräder finden sich auf Buycycle. Dahinter stehen Jonas Jäger, Florian Senoner und Theodor Golditchuk, die mit ihrer Plattform einen einfachen und sicheren Weg für Radsportfans anbieten wollen, hochwertige Bikes zu erwerben. Dass sie damit ausgerechnet mit Rennrädern und Gravel Bike anfingen, ist kein Zufall: Durch das Studium und ihr Hobby das Rennradfahren, lernten sich die drei kennen und haben sich im Laufe der Jahre Fachwissen angeeignet.

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Buycycle will Fahrradmarkt umkrempeln

In der Corona Krise sahen die Buycycle-Gründer dann, wie der Fahrradmarkt schier explodierte und sämtlich Rennräder und Gravel Bikes ausverkauft waren. Diese Engpässe, während gleichzeitig steigender Nachfrage, brachte die drei auf die Idee, den “Fahrradmarkt umzukrempeln”.

 “Wir wollen in einem Bereich eine sehr spezifische Zielgruppe ansprechen” so der Mitgründer Golditchuk, um dann mit einer gefestigten Basis das Sortiment vergrößern zu können. Außerdem sind die Gründer überzeugt: “Wir glauben, dass niemand wirklich weiß was sein Fahrrad wert ist.” Das liege daran, dass es noch keine große Gebrauchthändler Struktur für Fahrräder in Deutschland gäbe. Deshalb füttert Buycycle auch einen selbstlernenden Algorithmus mit den Daten ihrer Website, um zukünftig bessere Fahrradwerte ermitteln zu können, so der Mitgründer. 

Seit dem Sommer 2021 ist der Online-Marktplatz jetzt online. Das Konzept ist einfach: Private Verkäufer:innen können ihr Fahrrad auf die Plattform stellen. Kommt es zu einem Verkauf, gibt es drei verschiedene Möglichkeiten, wie das Fahrrad zum/zur Käufer:in übergehen kann.

Soll das Fahrrad versendet werden, stellt Buycycle das Verpackungsmaterial zur Verfügung und lässt das Fahrrad zu einem fixen Termin von einer Spedition abholen und liefern. Dieser versicherte Versand kostet innerhalb Deutschlands 70 Euro. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann das Fahrrad auch vor Ort bei dem /der Verkäufer:in abholen, dann werden nur 30 Euro Provision an Buycycle fällig.

Der Deluxe-Weg ist die Möglichkeit, das Fahrrad für insgesamt 250 Euro in eine Partnerwerkstatt schicken zu lassen. Vor Ort wird das Fahrrad überprüft und dann an die Käufer:innen weitergeschickt.

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Ebay Kleinanzeigen und Willhaben als Konkurrenz

Obwohl sie noch recht jung im Geschäft sind, hat das junge Startup bereits expandiert. Seit Anfang des Jahres bieten sie nun auch ihre Fahrräder in Österreich an. Damit treten sie nun, zusätzlich zu Ebay Kleinanzeigen, auch in direkte Konkurrenz zum Marktriesen Willhaben.

Das sieht Golditchuk jedoch nicht als Gefahr: “Das Kernproblem von den Plattformen ist, dass Du ein relativ teures Produkt werben willst, ohne allerdings Sicherheiten zu haben. Das mussten wir selbst feststellen, als Jonas sich ein Triathlon-Fahrrad für 2.000 Euro von Hamburg nach München schicken ließ. Zum Glück ist alles gut gegangen, aber das Risiko war riesig.”  Auch im Zuge ihrer Plattform würden sie immer wieder Kund:innen auf Betrugsfälle ansprechen, die ihnen bei den einschlägigen Plattformen passiert sind. Deshalb hätten sie das Verkaufsplattformgeschäft weiter gedacht und wickelten jetzt selbst den Zahlungsvorgang selbst ab, so die Gründer.

Außerdem würden sie sich von den etablierten Plattformen im Fahrradgeschäft abgrenzen , indem sie den lokalen Handel verließen, sind die Gründer überzeugt. Gerade bei Fahrrädern ist der Handel oft an räumliche Grenzen gebunden. Das liegt oft an den hohen Versandkosten, glaubt das Startup. Deshalb übernimmt Buycycle auch die Organisation des Versandes. Sollte das Fahrrad bei der Ankunft Mängel aufweisen oder die Kund:innen stellen fest, dass falsche Angaben zu dem Fahrrad gemacht wurden, können sie sich an das Münchner Startup wenden, das dann vermittelt. 

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Fahrrad-Refurbishment geplant

Das Geschäft der Drei läuft erst seit einem halben Jahr, trotzdem sind die Gründer bisher schon sehr zufrieden. Im Moment sind etwa 1.500 Fahrräder online, geben sie an. Deshalb sind die Zukunftspläne der Gründer groß: Im Moment erweitern sie ihr Angebot schrittweise auf Mountain- und E-Bikes und beliefern außer Deutschland und Österreich auch Dänemark, Niederlande und Tschechien. Doch dabei soll es nicht bleiben: “Wir glauben als Premium-Marktplatz funktioniert man nur international”, so der Mitgründer. Deshalb wollen sie zuerst europaweit und dann darüber hinaus expandieren. 

Doch zunächst wird es ab diesem Frühjahr in ihrem Heimatland einen zweiten Geschäftszweig geben: In München baut das Startup gerade eine Fahrrad-Refurbishmentlinie auf. Dort sollen Verkäufer:innen, die sich entweder nicht mit dem Verkaufsprozess auseinandersetzen wollen oder es sehr eilig haben, das Fahrrad direkt an Buycycle verkaufen. Das Startup wertet die angekauften Fahrräder auf und verkauft sie weiter.

Dadurch könnten Kund:innen auch die Fahrräder vor Ort in München abholen, wobei ein eigener Showroom oder ähnliches noch nicht geplant sei. Dieser neue Zweig würde erst Schritt für Schritt wachsen, bis auch das nötige Kapital für einen großflächigen Ankauf von hochpreisigen Fahrrädern da sei, so Theodor Golditchuk: “Generell ist und bleibt es jedoch ein Online-Business.”

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