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DeepSeek-Verbot: China droht den USA mit Gegenmaßnahmen

Xi Jinping and Donald Trump shaking hands
Xi Jinping and Donald Trump © www.whitehouse.gov

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Washington sperrt DeepSeek aus, Peking schlägt verbal zurück: Nachdem die US-Regierung den Einsatz des chinesischen KI-Labors in Bundesbehörden verboten hat, fordert China den sofortigen Widerruf. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass DeepSeek nur der Anfang sein könnte.

Peking spricht von Diskriminierung

Gleich zwei Ministerien haben am Dienstag auf die Anordnung des US-Heimatschutzministeriums reagiert. Außenamtssprecherin Mao Ning warf den USA vor, den Begriff der nationalen Sicherheit zu überdehnen und Technologie und Handel zu politisieren. China werde die legitimen Rechte und Interessen chinesischer Unternehmen „entschlossen schützen“.

Noch schärfer äußerte sich das Handelsministerium, wie die Staatszeitung Global Times berichtet. Die USA hätten einen Konsens zwischen den beiden Staatschefs ignoriert und chinesischen KI-Firmen unter dem Deckmantel der nationalen Sicherheit diskriminierende Beschränkungen auferlegt. Das Ministerium spricht von einem „Missbrauch administrativer Mittel, um chinesische Unternehmen zu unterdrücken“, und verlangt, die Maßnahmen unverzüglich zurückzunehmen. Man beobachte die Entwicklung genau und werde gegen Schritte, die chinesischen Interessen substanziell schaden, „alle notwendigen Maßnahmen“ ergreifen. Konkrete Gegenmaßnahmen nannte Peking bisher nicht. DeepSeek selbst hat sich zu dem Verbot nicht geäußert.

Das Verbot gilt schon seit Sommer

Neu ist an der Anordnung vor allem, dass sie öffentlich wurde. Unterschrieben hat sie Heimatschutzminister Markwayne Mullin bereits Ende Juli. Sie verpflichtet alle zivilen Bundesbehörden, Produkte von DeepSeek und verbundenen Firmen sowie Software von Drittanbietern, die auf DeepSeek aufbaut, aus ihren Systemen zu entfernen. Begründet wird das mit Servern in China, auf die chinesische Behörden zugreifen könnten, wodurch sensible US-Daten abfließen könnten. Behörden hatten 60 Tage Zeit, um Ausnahmen zu beantragen. Laut einer Analyse von VentureBeat lief diese Frist bereits um den 22. September ab, also bevor die Öffentlichkeit überhaupt von dem Verbot wusste.

Für Unternehmen außerhalb des Staatsgeschäfts gilt das Verbot nicht. Wer aber für US-Behörden arbeitet, muss DeepSeek auch dann aus seinen Produkten entfernen, wenn das Modell auf eigenen Servern in den USA läuft. Laut VentureBeat richten sich die Beschaffungsregeln nach dem Entwickler eines Modells, nicht nach dem Rechenzentrum, in dem es läuft. Das betrifft potenziell auch Microsoft, das DeepSeek V4 Flash gerade in Windows integriert.

Weitere chinesische KI-Modelle im Visier

In Washington wird bereits über die nächsten Schritte beraten. Der Entwurf des Verteidigungshaushalts für 2027 aus dem Streitkräfteausschuss des Senats würde das Pentagon-Verbot auf zehn weitere chinesische KI-Firmen und deren abgeleitete Modelle ausweiten. Laut VentureBeat hat das Weiße Haus nach dem Start von Kimi K3 im Sommer auch Beschränkungen für Kimi von Moonshot und Qwen von Alibaba geprüft. Begründet werden solche Pläne unter anderem mit dem Vorwurf der US-Behörden, chinesische Labore würden US-Modelle per Destillation im großen Stil kopieren. Peking weist das zurück.

China baut eigene Schranken auf

Gleichzeitig zieht China selbst die Zügel an. Erst am vergangenen Freitag haben das Handels- und das Wissenschaftsministerium einen Entwurf für Exportkontrollen auf 23 KI-Technologien vorgelegt, darunter große Sprachmodelle, KI-Agenten und Chipdesigns. Betroffen wären Modellgewichte und Quellcode von Modellen mit mindestens 2 Billionen Parametern oder solchen, die weltweit zu den zehn besten zählen. Open-Source-Code und veröffentlichte Forschung bleiben ausgenommen, und chinesische Firmen dürfen ihre Modelle weiter über Apps und Schnittstellen im Ausland anbieten. Die Kommentarfrist läuft bis Mitte November, das Ministerium betont, die Regeln richteten sich gegen kein bestimmtes Land.

DeepSeek setzt derweil auf Offenheit: Kurz nach Bekanntwerden des Verbots hat das Labor seine Inferenz-Engine DeepInfer als Open Source veröffentlicht.

Showdown beim Gipfel in Shenzhen

Wie ernst die Drohungen aus Peking gemeint sind, dürfte sich Mitte November zeigen. Dann treffen sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping am Rande des APEC-Gipfels im chinesischen Shenzhen, KI soll dabei auf der Tagesordnung stehen. Ganz zerstritten sind die beiden Länder beim Thema nicht: Erst im September war von einem „roten Telefon“ für KI-Krisen die Rede, und die USA haben ein Meldesystem für sicherheitsrelevante KI-Vorfälle vorgeschlagen.

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