DeepSeek

USA verbannen DeepSeek aus Behörden, selbst Windows könnte betroffen sein

DeepSeek app on a smartphone
The DeepSeek app on a smartphone. © Solen Feyissa via Unsplash

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Washington zieht bei DeepSeek den Stecker, und zwar gründlich: Das US-Heimatschutzministerium (DHS) verpflichtet alle zivilen Bundesbehörden, Produkte des chinesischen KI-Labors aus ihren IT-Systemen zu entfernen. Das geht aus einer Anordnung im Federal Register hervor, die soeben veröffentlicht wurde. Brisant ist eine Klausel, die auch Software anderer Hersteller betrifft, die auf DeepSeek aufbaut. Das könnte bald sogar Windows einschließen.

Auch Fremdprodukte sind betroffen

Die Anordnung umfasst alle Produkte von DeepSeek und verbundenen Unternehmen sowie „Produkte und Dienste von Drittanbietern, die mit DeepSeek-Implementierungen entwickelt wurden“. Behörden müssen bestehende Installationen entfernen und dürfen künftig nichts mehr kaufen, was darunter fällt. Rechtsgrundlage ist ein Gesetz zur Sicherheit von Lieferketten aus dem Jahr 2018, vorangegangen war eine Prüfung durch den zuständigen Sicherheitsrat für Beschaffung. Ausnahmen gibt es nur mit „zwingender Begründung“ und auf Antrag 60 Tage im Voraus.

Die Gründe nennt Heimatschutzminister Markwayne Mullin in einem Schreiben, das bereits aus dem Sommer stammt und jetzt öffentlich wurde. DeepSeek sammle bei der Kontoerstellung persönliche Daten, könne Nutzer:innen digital verfolgen, und über Eingaben und Antworten könnten sensible Daten an die chinesische Regierung fließen. Die Modelle könnten zudem Schadcode oder Schwachstellen enthalten. Bis zur vollständigen Entfernung sollen Behörden ihren Netzwerkverkehr genauer überwachen.

DeepSeek kommt gerade auf den Windows-PC

Spannend wird die Drittanbieter-Klausel bei Microsoft. Erst Anfang Oktober hat der Konzern angekündigt, Windows zur Plattform für „hybride Intelligenz“ auszubauen, bei der KI-Modelle je nach Aufgabe lokal am PC oder in der Cloud laufen. Neben Microsofts eigenem Coding-Modell und Nvidias Nemotron soll dabei auch DeepSeek V4 Flash mit 284 Milliarden Parametern direkt auf Rechnern mit Nvidias neuem Chip RTX Spark laufen. Windows-Chef Pavan Davuluri warb damit, dass das Modell bei manchen Programmier- und Denkaufgaben sogar GPT-5 schlage. Erst am vergangenen Samstag hat DeepSeek mit V4.1 Flash eine schnellere Version nachgeschoben.

Ob ein lokal laufendes DeepSeek-Modell unter das Verbot fällt, ist offen. Was „mit DeepSeek entwickelt“ genau bedeutet, definiert die Anordnung nicht, und das DHS hat bisher nicht erklärt, ob auch Modelle gemeint sind, die auf US-Servern oder direkt am Gerät laufen. Für IT-Abteilungen in Behörden heißt das, dass sie künftig genau prüfen müssen, welche Modelle in ihren Windows-Rechnern stecken. Das gilt auch für KI-Gateways wie OpenRouter, die Anfragen je nach Einstellung automatisch an DeepSeek weiterleiten können.

Kritik an der Reichweite

Die Sicherheitsexpertin Katie Moussouris von Luta Security hält die Anordnung in Teilen für kaum umsetzbar. Das Verbot von App und API sei machbar, die Klausel zu Drittprodukten aber nicht, sagte sie dem Tech-Portal gHacks. Für KI-Software gebe es keine Stücklisten, die festhalten, welche Werkzeuge Entwickler:innen verwendet haben. Das Verbot auch auf DeepSeek-Modelle anzuwenden, die in den USA betrieben werden, gehe zu weit.

Neu ist das Misstrauen nicht. Das Pentagon blockierte DeepSeek bereits Anfang 2025 in seinen Netzen, auch die Navy, die NASA, das Repräsentantenhaus und mehrere Bundesstaaten wie New York zogen nach. Vergangenen Monat warfen NSA, CISA und FBI chinesischen KI-Firmen, darunter DeepSeek, vor, US-Modelle im großen Stil zu kopieren, indem sie deren Antworten zum Training nutzen. Andere chinesische Open-Weight-Modelle wie Qwen von Alibaba oder Kimi von Moonshot nennt die Anordnung nicht, DeepSeek ist das einzige ausdrücklich verbannte Modell.

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