Frankreich

EcoVadis: Neues Unicorn will für bessere Nachhaltigkeits-Ratings sorgen

Pierre-François Thaler und Frédéric Trinel, die Gründer von EcoVadis.
Pierre-François Thaler und Frédéric Trinel, die Gründer von EcoVadis.

ESG-Ratings sind so eine Sache: Auf der einen Seite werden sie in der Klimakrise immer wichtiger, um Unternehmen und ihr Handeln hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit zu bewerten; auf der anderen Seite wird viel Schindluder damit betrieben, was das Vertrauen in ESG-Kriterien am Finanzmarkt kürzlich erschütterte. So finden sind in „grünen“, „nachhaltigen“ ETFs immer noch die Aktien von Unternehmen, die so grün gar nicht sind (Trending Topics berichtete).

Pierre-François Thaler und Frédéric Trinel sind bereits 2007 angetreten, um das zu ändern. Mit EcoVadis haben sie eine Firma aufgebaut, die Unternehmen sehr datengetrieben in vier Bereichen (Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Beschaffung und Ethik) bewertet. Diese Ratings können dann andere Unternehmen heranziehen, um zu entscheiden, ob sie Geschäfte mit dem gegenüber machen können oder wollen.

Dafür hat EcoVadis nun ein sattes Investment erhalten. Satte 500 Millionen Dollar machen das französische Unternehmen zum Unicorn. Als Investor:innen kommen Astorg, BeyondNetZero, General Atlantic, GIC und Princeville Capital auf den Plan. Es sei die bisher bisher „größte Kapitalbeschaffung für ein SaaS-Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeitsdaten“, wird kommuniziert.

Trotz der geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen der letzten Jahre und Monate sieht man bei EcoVadis weiter starke Nachfrage nach den Daten. „Wir verzeichnen weiterhin eine Rekordnachfrage, da immer mehr Unternehmen bestärkt sind, umweltrelevante und soziale Aspekte, und damit den Planeten und die Gesellschaft, in ihre Geschäftsabläufe zu integrieren. Wir sind davon überzeugt, dass diese Investition uns in die Lage versetzen wird, unsere Zugkraft weiter auszubauen, um Unternehmen – einschließlich KMUs und Privatunternehmen – in jeder Phase ihrer Nachhaltigkeitsreise zu unterstützen und gemeinsam die Verbesserung von Praktiken und Auswirkungen in großem Umfang voranzutreiben“, so Frédéric Trinel, Co-Founder und Co-CEO von EcoVadis.

ESG in Verruf: Der „grüne“ Schmäh mit „nachhaltigen“ Investments

Mitarbeiter:innen überwachen Fortschritt des Unternehmens

Mehr als 95.000 Unternehmen in 200 Branchen und 175 Ländern sollen die Daten von EcoVadis bereits nutzen. Eingesetzt werden die Daten unter anderem, um Scope-3-CO2-Emissionen, Private Equity, ESG-gebundene Kredite, Supply Chain Finance und Risikomanagement einzustufen.

Eine Besonderheit von EcoVadis ist die Unternehmensform: So ist die Firma offiziell zu einem zweckorientierten Unternehmen nach französischem Recht, also ein „Entreprise à Mission“. Das beinhaltet auch, dass EcoVadis ein eigenes „Purpose Comittee“ eingerichtet hat. „Diesem Gremium werden Arbeitnehmer:innenvertreter und externe Stakeholder angehören, die für die Überwachung der Fortschritte des Unternehmens bei der Erreichung unserer Ziele und die Veröffentlichung eines jährlichen Fortschrittsberichts verantwortlich sind“, so die Gründer. Außerdem wurde der Posten des Chief Impact Officer eingerichtet, der von Valérie Touchon besetzt wurde.

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