The Merge

Proof of Work vs. Proof of Stake: Lagerbildung bei Ethereum

Ethereum. © Unsplash
Ethereum. © Unsplash

Eigentlich scheint alles klar zu sein: Voraussichtlich am 15. oder 16. September 2022 wird „The Merge“ stattfinden – also der große Moment, an dem Ethereum von der Mining-Ära (Proof of Work) in seine energiesparende Proof of Stake-Zukunft (PoS) wechselt. Die Tests und Vorarbeiten, die seit vielen Jahren sind abgeschlossen, und die Ethereum-Community stellt sich auf eine CO2-sparende Variante des Konsens-Algorithmus ein.

Doch Mitte September könnte es nicht nur die Verschmelzung von altem Mainnet mit der neuen Beacon Chain geben, sondern auch eine Abspaltung. Denn durch die Umstellung von Proof of Stake sehen sich die Ethereum-Miner (bislang mit ETH für die Bereitstellung von Rechen-Power entlohnt) künftig arbeitslos. Deswegen hat sich rund um den chinesischen Groß-Miner Chandler Guo eine Truppe formiert, die am Status quo (und damit an Proof of Work) festhalten wollen – und die Abspaltung planen.

Miner wollen den Hard Fork

„Die meisten Developer habe sich für Proof of Stake ausgesprochen, aber es gibt einige signifikante Miner, die das Protokoll forken wollen“, sagt etwa die Krypto-Investorin Astrid Woollard, die die Entwicklungen bei Ethereum genau mitverfolgt. Nachdem wie berichtet Guo einen Hard Fork für ETHPoW propagierte, haben sich nun bereits eine Reihe von Exchanges um ihn geschart. Besonders bemerkenswert ist, dass die größte Krypto-Börse der Welt, Binance, prüfen wird, ob es neue ETHPoW-Token unterstützen wird.

Unterstützer von Ethereum Proof of Work (ETHPoW):

  • Chandler Guo (= führender ETH-Miner)
  • Poloniex (= Tron-Gründer Justin Sun)
  • Bitfinex
  • Bitmex
  • Huobi
  • Gate.io
  • MEXC
  • Digifine
  • Binance
  • u.a.

Dem gegenüber stehen jene Unternehmen, die sich bereits öffentlich zur Untersützung von ETH unter Proof of Stake bekannt haben. Neben Binance sind es in erster Linie jene Krypto-Unternehmen, deren Token auf Ethereum aufbauen – also die beiden führenden Stablecoins USDT (= Tether) und USDC (= Circle, Coinbase) sowie das Krypto-Unternehmen Chainlink (LINK).

Unterstützer von Ethereum Proof of Stake (ETH):

  • Binance
  • Circle
  • Bitpanda
  • Coinbase
  • Tether
  • Chainlink
  • Ethermine
  • Huobi
  • u.a.

Wir durchleuchten Ethereum & Proof of Stake

Warum nicht einfach Ethereum Classic?

Offen ist nun die Frage, was eine eigene neue Blockchain für Ethereum PoW bringt. Zur Erinnerung: Mit Ethereum Classic (ETC) gibt es bereits eine Abspaltung, die weiter auf PoW setzen wird. Doch Dem Guo-Lager ist das offenbar nicht genug. Der Einladung aus dem ETC-Lager will man nicht folgen – Ethereum Classic wäre viel zu klein und schwach, um die Rechen-Power der heutigen Ethereum-Miner zu verkraften. In einem offenen Brief an das ETC-Lager heißt es:

„ETH has accumulated a computing power of 996 TH/s, while ETC only has a meager 27 TH/s, switching to „Ethereum Classic“ mining sounds simple, but it’s actually a shoe for all miners. The small pool of ETC cannot hold the entire computing power pool of ETH at all. This is a hard fact. In the face of such hard facts, this hard fork is inevitable. Even without ETHW, there will be ETHX and ETHY.“

Um ihre Position zu unterstreichen, haben die ETHPoW-Unterstützer:innen bereits eine Art Schuldschein als Token auf den Markt gebracht, denn man bereits jetzt auf einigen kleineren Exchanges handeln kann und später gegen den (dann hoffentlich echten) ETHPoW-Token tauschen können soll. Die Frage, welchen Sinn ein ETHPoW außer dem reinen Selbstzweck hätte, ist aber noch nicht beantwortet.

„Mining-Pools werden zu Staking-Pools“

Derweil steht bei der Mehrheit der Ethereum-Community alles auf PoS. Auch führende Mining-Pools wie Ethermine und F2Pool sollen auf Staking umstellen. „Pooling-Companies haben sich eigentlich nie selbst um die Erzeugung eigener Rechenleistung gekümmert und kein Geld in die bald veraltete Mining-Hardware gesteckt. Was sie aber immer hatten, ist Humankapital, also Know-how, wie man Infrastruktur betreibt, wie man neue Nutzer findet und wie man bestehende Nutzer zufriedenstellt. „, sagt etwa Ed Prinz, Chairman von DLT Austria. „Die führenden Ethereum-Mining-Pools sind am besten Weg, zu Staking-Pools zu werden. Ihr Geschäftsmodell wird durch die Umstellung auf Staking nicht beeinträchtigt.“ Gebühren für Online-Services – das funktioniere wie bisher unter Mining genauso wie für Staking.

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