Zentralisierung

Staking bei Ethereum wird von vier großen Playern dominiert – Lido an der Spitze

Ethereum. © Ethereum Foundation
Ethereum. © Ethereum Foundation

Ethereum steht vor dem größten Update seiner Geschichte und wird in wenigen Wochen zu Proof of Stake wechseln. Durch den Launch der Beacon Chain vor geraumer Zeit können ETH-Nutzer:innen bereits jetzt Staking betreiben. Zwar kann man wie berichtet selbst aktiv werden und sich mit 32 ETH als Validator ins Staking-netzwerk einbringen. Doch die meisten Nutzer:innen verwenden dazu Staking-Angebote etwa von Krypto-Börsen.

Eine neue Analyse von Dune Analytics zeigt, wie sich die Stakes aktuell verteilen. Die Zahlen zeigen, dass ETH-Staking bereits jetzt hochgradig zentralisiert ist. Denn 61 Prozent aller bis dato eingebrachten ETH liegen bei nur vier Playern: Lido Finance, Coinbase, Kraken und Binance. Die Verteilung sieht so aus:

  • Lido Finance: 4.152.128 staked Ether (30,9%)
  • Coinbase: 1.973.824 ETH (14,68%)
  • Kraken: 1.138.720 ETH (8,47%)
  • Binance: 895.744 ETH (6.66%)

Das bedeutet auch, dass diese Player eine große Zahl an Validatoren bei diesen 4 Playern gebündelt sind. Insgesamt gibt es im Netzwerk aktuell 417.000 Validatoren, die für das Bestätigen von Transaktionen zuständig sind. Die vier Player Lido, Coinbase, Kraken und Binance vereinen etwa 255.000 davon auf sich:

 

Der restliche Kuchen sieht so aus:

Die Verteilung der Einlagen bei Ethereum zeigt einen kritischen Punkt auf – die zunehmende Zentralisierung des Netzwerks rund um einige wenige große Player (Trending Topics berichtete).

Ethereum: „Königsmacher“ als Gefahr für Dezentralisierung und Zensurresistenz

Lido Finance als überraschend großer Player

Während Binance, Kraken und Coinbase bekanntermaßen zentralisierte Krypto-Börsen sind, unterscheidet sich Lido Finance deutlich von ihnen. Es handelt sich um einen Staking-Pool, in den man (z.B. von einer Hard Wallet wie jene von Ledger, Protokollen wie Aave oder ETH-Wallets wie MetaMask) ETH einzahlen kann. Diese werden gebunden und Nutzer:innen bekommen im Gegenzug Staked ETH (STETH) sowie zinsähnliche Erträge ausgeschüttet.

Zehn Prozent dieser Staking Rewads (also der Zugewinne der User) gehen automatisch an die Node-Betreiber:innen, die Lido DAO sowie an einen Fonds, der weitere Kosten des Projekts finanziert. Wenn man ETH einmal in STETH gewechselt hat, kann man sie nicht direkt wieder in ETH zurückwechseln – das geht erst, wenn Abhebungen auf der Beacon Chain ermöglicht werden, und das wird noch länger dauern. Stattdessen muss man STETH etwa bei Curve oder Balancer gegen Ether traden. Dementsprechend ist die Angelegenheit nur Expert:innen zu empfehlen, die wissen, worauf sie sich einlassen.

Ethereum: Was Proof of Stake bringen wird – und was nicht

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