Meeresforschung

Forschung: Mikroplastik in 8255 Meter Tiefe entdeckt

Die Tiefsee-Expedition fand 2016 mit dem Forschungsschiff SONNE statt. Foto: Senckenberg
Die Tiefsee-Expedition fand 2016 mit dem Forschungsschiff SONNE statt. Foto: Senckenberg

Mit dem Jahr 2021 tritt das europaweite Einwegplastikverbot in Kraft. Verboten sind damit unter anderem Plastikbesteck, Plastikteller oder auch Plastikbecher. Mit diesem Verbot soll vor allem die Anzahl der Plastikteile, welche ins Meer gelangen, gemindert werden. Neben den Plastikresten, welche für das menschliche Auge sichtbar sind, befinden sich aber auch große Mengen an Mikroplastik im Meer. Forscher des deutschen Senckenberg Forschungsinstituts in Frankfurt am Main haben in Zusammenarbeit mit Forschern des Alfred-Wegener-Instituts  und des Thünen-Instituts dieses nun 8.255 Meter unter der Wasseroberfläche entdeckt. 

14- 209 Mikroplastikteilchen pro Kilo Sediment

Untersucht haben die Forscher insgesamt acht Sedimentproben aus vier verschiedenen Tiefen des Kurilengraben im nordwestlichen Pazifischen Ozean. Dieser liegt zwischen Japan und Kamtschatka und ist an der tiefsten Stelle bis zu 10.542 Meter tief. Gesammelt wurden diese im September 2016 und die Studie wurde nun im November 2020 veröffentlicht. Pro Kilogramm Sediment fanden die deutschen Forscher zwischen 14 – 209 Mikroplastikteilchen. Insgesamt konnten sie außerdem 15 verschiedene Plastikarten nachweisen, wobei eine Eigenschaft alle Funde geeint hat: Alle Sedimente enthielten Polypropylen, ein Verpackungskunststoff. Außerdem konnten sie Polyethylen und Polyester nachweisen. 

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Plastik verbleibt in Tiefseegräben

Die Proben wurden in einem Tiefenbereich von 5143 – 8250 Meter gesammelt. Insbesondere an der tiefsten Messstation konnten die Forscher laut eigener Aussage am meisten Mikroplastik ausmachen. In einer Pressemeldung des Senckenberg Forschungsinstitut äußert sich die Hauptautorin der Studie Serena Abel dazu wie folgt: „„In den tieferen Bereichen scheint sich deutlich mehr Mikroplastik abzulagern. Dies liegt wahrscheinlich an der Situation, dass die Partikel zwar gut in diesen Bereich gelangen, dann aber dort ‚festgehalten’ werden. Diese Gräben sind richtige ‚Plastik-Fallen’.“

Diese Erkenntnis könnte somit somit auch die zukünftige Ernährung der Menschen beeinflussen. In den Meerestiefen wird das mit Mikroplastik versehene Sediment von wirbellosen Tieren gefressen, welche wiederum die Nahrungsquelle für andere Lebewesen darstellen. Somit kann das Mikroplastik aus den Ozeantiefen am Ende der Nahrungsketten dann wiederum im Magen der Menschen landen. 

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