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Founder der Woche: Spin-offs vom Fließband in der Linzer Tabakfabrik

Netural-Founder Albert Ortig. © Netural
Netural-CEO Albert Ortig. © Netural

Sag‘ bloß nicht Agentur dazu. „Ich weiß eigentlich gar nicht, was eine Agentur ist.“ Albert Ortig, der Founder und CEO von Netural, hat seit 1998, „keine Agentur, sondern ein Unternehmen für digitale Services.“ Das klingt etwas unspannend, denn tatsächlich hat sich die Firma mit 80 Mitarbeitern in der Linzer Tabakfabrik zu einem Fließband für Startups entwickelt. Der bisherige krönende Höhepunkt: Das hauseigene Spin-off Roomle wird für viele Millionen vom deutschen Holzverarbeitungskonzern Homag Group AG zugekauft.

Roomle ist 2014 von Netural ausgegründet worden. „Wir haben damals eine Marktlücke entdeckt und wollten wissen, ob so etwas funktioniert. Das hat sich von einem Forschungsprojekt zur Ausgründung entwickelt“, erzählt Ortig, der weiterhin 20 Prozent an Roomle hält und Geschäftsführer bleibt. Die große Vision ist es, dass Konsumenten mit der Roomle-Software auf Smartphone oder Tablet ihre Traummöbel selbst in 3D kreieren, und diese Daten dann direkt an die Produktion von Homag gesendet werden, um hoch individualisierte Möbelstücke zu fertigen. Möbelhändler könnten in ihrem Online-Shop als personalisierbare Einrichtung anbieten anstatt Ware von der Stange.

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Nach Roomle ist vor Storyblok

Roomle ist kein Einzelfall. Mit dem Spin-off Storyblok, das dieses Jahr bereits eine Series-A-Runde von 8,5 Mio. Dollar abgeschlossen hat, hat Ortig bereits das nächste Erfolgsprojekt im Köcher. Ortig hat Storyblok, eine neue Marktlücke für „Headless CMS“ erkennend, mit den Mitarbeitern Stephan Lechner, Dominik Angerer und Alexander Feiglstorfer 2017 an den Start gebracht, mittlerweile sind VCs mit tiefen Taschen (Mubadala Capital, firstminute Capital und 3VC) an Bord.

„Wir haben es uns zum Prinzip gemacht, dass wir eigenständige Unternehmen ausgründen“, sagt Ortig. „Wir bringen Produkt und Team auf ein Level, damit man ausgründen kann, statten es mit Finanzierung aus und begleiten es dann quasi wie ein Elternteil“, sagt Ortig. Er selbst will sich bei all dem gar nicht ins Rampenlicht stellen, seine Mitarbeiter seien die Stars. „Bei uns gibt es eine hohe Autonomie der Mitarbeiter und keine Chefetage“, sagt er. Weitere Spin-offs bzw. Beteiligungen sind BlockHealth (mit der Gesundheitsdaten-App Vivellio) oder Social Hearts (Social Media Marketing).

„Es stehen einige Ausgründungen bevor. Das ist etwas, was wir derzeit sehr forcieren“, sagt Ortig. Dabei können es nicht nur eigene Projekte sein, man würde auch Company Building für Corporates machen. Auch hier zeigt sich, warum Netural eben keine Agentur ist. Als Digitalagentur würde man Projektgeschäft machen, doch als Company Builder geht es um langfristige, strategische Unterfangen. Am Ende hat Ortig mit seiner Netural eine Zentrale Funktion – die des Enablers. „Ich versuche Dinge zu ermöglichen.“

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