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kompany: Wiener Scale-up gelingt +100-Millionen-Exit an Rating-Agentur Moody’s

Russell E. Perry (Gründer & CEO), Andrew Bunce (Chief Product Officer), Johanna Konrad (Chief Operating Officer) und Peter Bainbridge-Clayton (Gründer & CTO) von kompany. © kompany
Russell E. Perry (Gründer & CEO), Andrew Bunce (Chief Product Officer), Johanna Konrad (Chief Operating Officer) und Peter Bainbridge-Clayton (Gründer & CTO) von kompany. © kompany

Sie haben den Begriff RegTech, kurz für Regulatory Tech gewissermaßen mit geprägt: Das 2012 in Wien gegründete Scale-up kompany (oder ganz ausgeschrieben die 360kompany AG) hat sich über die Jahre zu einer wichtigen Anlaufstelle für Unternehmensdaten auf der ganzen Welt etabliert. Die kostenpflichtig abrufbaren Daten von mehr als 110 Millionen Firmen in über 200 Ländern bzw. Jurisdiktionen helfen Unternehmen vor allem in Sachen Anti-Geldwäsche und KYC.

Nun kommt es nach neun Jahren, in denen sich kompany auch zur AG wandelte, zum Exit: Die weltweit bekannte Rating-Agentur Moody’s (Kreditwürdigkeit Österreichs: AA+) schlägt zu und schnappt sich das Wiener Unternehmen rund um Mitgründer und CEO Russell Perry dem Vernehmen nach um mehr als 100 Millionen Euro. Für Perry, der schon mit der Personensuchmaschine 123people einen Exit hinlegte, ist das ebenfalls eine Erfolg-Story wie für die österreichischen Investoren Uniqa Ventures, Elevator Ventures, ESAC/Venionaire und Hermann Hauser.

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„Ehrgeizige Expansionspläne“

„Bei dieser neuen Beziehung geht es darum, in unsere gemeinsame Zukunft und Mission zu investieren. Wir haben unsere ehrgeizigen Expansionspläne für die nächsten Jahre und das unglaubliche Potenzial für unsere Produkte und Dienstleistungen in neuen Sektoren und Märkten transparent dargelegt. Die Zugehörigkeit zu Moody’s ist der bestmögliche Weg, um diese Ziele zu erreichen, und hilft uns, die Erfüllung unserer Mission zu beschleunigen, die Last der AML-Compliance in einen Wettbewerbsvorteil zu verwandeln“, so Russell. E Perry, CEO und Mitbegründer von kompany, in einer Aussendung. Das Management-Team von kompany bleibt gleich, der Standort in Wien mit heute 60 Mitarbeiter:innen soll ausgebaut werden.

Der Abschluss der Übernahme von kompany wird für das erste Quartal 2022 erwartet, vorbehaltlich der üblichen Übernahmebedingungen, einschließlich des Ablaufs oder der Beendigung geltender regulatorischer Wartefristen, und wird aus einer Kombination von Barmitteln und Stammaktien der Moody’s Corporation finanziert. Konkret soll kompany dann in die Tochter Moody’s Analytics eingegliedert werden.

6 Millionen Euro für das Wiener RegTech kompany

Neben kompany wird auch PassFort aus Großbritannien, ein Anbieter für ID-Verifikation, übernommen. „Unsere Kunden verlassen sich auf unsere Daten- und Analysetools, um Entscheidungen darüber zu treffen, mit wem sie Geschäfte machen“ sagt Keith Berry, General Manager von Moody’s KYC Business Unit. “PassFort und kompany sind Wegbereiter im Compliance und im regulatorischen Umfeld. Ihre Technologien werden den Kunden Onboarding und Monitoring Prozess maßgeblich aufwerten und beschleunigen.”

Moody’s kauft immer mehr zu

Seit der Gründung 2012 hat kompany in mehreren Finanzierungsrunden mehr als 14 Millionen Euro an Risikokapital aufgenommen – zuletzt 2020 waren es 6 Millionen Euro, die unter anderem vom Schweizer VC Fairway Global Investment und Global Brain aus Japan kamen. Zu den Kund:innen von kompany zählen etwa die Raiffeisen Bank International (RBI), der Banking-as-a-Service-Spezialist Solarisbank aus Deutschland oder die Erste Bank und Sparkassen, die ihren Unternehmenskund:innen via kompany Zugang zu amtlichen Handelsregistern gibt.

Mit Moody’s bekommt kompany (voller Firmenname ist eigentlich 360kompany AG) einen sehr potenten neuen Eigentümer. Die Agentur wurde 1909 gegründet und ist mit ihren Bewertungen neben Standard & Poors sowie Fitch der wichtigste Gradmesser für Unternehmen, Banken (Stichwort Stresstests) und Staatsanleihen. Die Echtzeitdaten von kompany können bei den Ratings natürlich helfen.

Moody’s wird an der Börse mit mehr als 70 Milliarden Dollar bewertet, 2020 lag der Umsatz bei 5,4 Milliarden Dollar. Das nötige Kleingeld ist also da, um Scale-ups wie kompany und PassFort zu schlucken. Im Februar 2021 kaufte die Rating-Agentur Bogard aus Schweden, einen führender Anbieter von Daten und Informationen über politisch exponierte Personen (PEPs) in Skandinavien.

kompany: Millioneninvestment für das Wiener Firmendaten-Startup – Hermann Hauser an Bord

Erfolg für heimische Investor:innen

Für die heimischen Investoren ist der Exit natürlich auch ein Erfolg. So waren Uniqa Ventures und Elevator Ventures jeweils mit 6,6 Prozent beteiligt, auch Hermann Hauser hatte sich 5 Prozent gesichert. Die größten Anteilshaber sind zuletzt aber Quidam aus Deutschland und Zeitgeist Management. Mitgründer und CEO Russell Perry hielt noch bei knapp 12 Prozent des Unternehmens.

„Russell Perry, Johanna Konrad und das gesamte 360Kompany-Team haben einen exzellenten Job gemacht, der nun durch einen phantastischen Exit an Moody’s belohnt wird“, so Dr. Andreas Nemeth, CEO von Uniqa Ventures. „Mein Co-Managing Partner Georg Ioannidis und ich freuen uns persönlich sehr und sind dankbar, dass wir das 360Kompany Team auf diesem Weg begleiten durften. Als wir Ende 2019 noch kurz vor der für österreichische Verhältnisse bereits großen sechs Millionen Series A als erster Venture-Capital-Fond eingestiegen sind, haben wir bereits gespürt, dass bald die Post abgehen wird und konnten in Folge mit Global Brain und Lascaris Capital weitere internationale Venture Capital Investoren mit an Bord holen und so 360Kompany in nur 2 Jahren zum erfolgreichen Exit führen.“

Der Exit von kompany an einen globalen Player wie Moody’s sei ein „weiterer Beweis für die Attraktivität und globale Wettbewerbsfähigkeit heimischer Startups“. „Schlussendlich freue ich mich natürlich auch über den satten Gewinn und Exit-Erlös, den wir hier erzielen konnten. Es ist schön zu sehen, dass lokale Investoren bei 360Kompany einen vergleichsweise hohen Anteil am Exit-Erlös erzielen konnten und damit wieder viel Kapital in das österreichische Ökosystem zurück fließt. Wir als UNIQA Ventures wollen das Kapital auf jeden Fall wieder in heimische Startups reinvestieren“, so Nemeth weiter.

Die größten Exits des österreichischen Startup-Ökosystems 2021:

Company Buyer Price Vertical
Busuu Chegg 385 Mio. Euro EdTech
has.to.be Chargepoint 250 Mio. Euro E-Mobility
Phagomed BioNTech < 150 Mio. Euro BioTech
kompany Moody’s > 100 Mio. Euro RedTech
Allcyte Exscientia 50 Mio. Euro BioTech
Kaleido AI Canva > 10 Mio. Euro AI
Playbrush Sunstar > 10 Mio. Euro Health
Xaleon TeamViewer > 10 Mio. Euro Remote Work
tarife.at Geizhals 5 Mio. Euro Price comparison
Fox Education GoStudent tba. EdTech
incubed Verizon tba. Robotics
Origimm Sanofi tba. BioTech
Herosphere Greentube tba. Krypto
apilayer Idera tba. SaaS/API
Roomle Homag Group AG tba. AR
Luke Roberts Occhio tba. Smart Home
Carployee RideAmigos tba. Mobility
HeimwerkerTools.com P51 / Aventur tba. E-Commerce
Herobox Vytal tba. Packaging
leichtgemacht.at Mietguru tba. Comparison Portal

 

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