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Liquid Death: Startup mit Austro-Dosenwasser jetzt 700 Mio. Dollar wert

© Liquid Death
© Liquid Death

In einem Land, in dem jeder Wasser aus der Wasserleitung trinken kann, scheint die Story absurd. Doch das Startup Liquid Death aus Santa Monica, Kalifornien, hat das Unglaubliche wahr gemacht. Es verkauft in Österreich abgefülltes Wasser in cool designten Dosen – und wird nun von Investor:innen mit satten 700 Millionen Dollar bewertet.

Die drei Jahre alte Firma hat sich in einer Finanzierungsrunde von Science Ventures, Live Nation Entertainment, der Electronic-Music-Spezialisten Swedish House Mafia und dem Comedian Whitney Cummings satte 70 Millionen Dollar geholt. Das Ganze basiert dann auch auf ordentlichen Sales-Zahlen: Das in Dosen abgefüllte Wasser (still, prickelnd und mit Fruchtgeschmack) soll dieses Jahr Umsatz von 130 Millionen Dollar bringen.

Wie kommt da Österreich ins Spiel? Durch die Starzinger-Gruppe aus Frankenmarkt (Oberösterreich). Die kennt man von den Marken Schartner Bombe oder Juvina. Doch nebenbei bieten die Oberösterreicher so genanntes „Private Labeling“ an: Starzinger sorgt für Rezeptur, Beschaffung der Grundstoffe und Produktion, und Partner wie Liquid Death können sich ganz auf die Vermarktung konzentrieren.

Liquid Death verkauft österreichisches Wasser in der Dose. Und holt dafür 23 Mio. Dollar.

Angriff auf Wasser in Plastikflaschen

Und so kommt es, dass Liquid Death über die letzten Jahre zu einer Ausnahmeerscheinung am Getränkemarkt geworden ist. Mit aggressiven wie augenzwinkernden Markenbotschaften („We’re just a funny water company who hates corporate marketing as much as you do“) gelingt es der Truppe um CEO Mike Cessario, eine treue Anhänger:innenschaft zu begeistern – einfach, indem man ihnen sagt, sie hätten einen lustigeren Weg gefunden, um mehr Wasser zu trinken.

Aber durch noch einen Punkt will sich das US-Startup von faden Wasserflaschen unterscheiden. Durch einen Angriff auf Plastik. „Kunststoff ist technisch gesehen nicht mehr recycelbar, weil es sich nicht mehr lohnt, ihn zu recyceln. Die meisten Recycling-Anlagen entsorgen Plastik einfach auf Deponien, weil sie bei dem Versuch, es zu recyceln, in Konkurs gehen würden. Umweltökonomen sagen jetzt, dass es für den Planeten besser ist, das Plastik einfach in den Müll zu werfen, weil dann weniger Transporte zur Deponie nötig sind. Traurige Sache“, heißt es seitens Liquid Death. Besser seien die eigenen Aluminiumdosen, so das Verkaufsargument, die würden viel besser recycelt werden können.

Damit paart Liquid Death Spaß mit ernsteren Kernbotschaften („mehr Wasser trinken“, „Plastik sparen“) und gewinnt so das Interesse von Kund:innen und Investor:innen. „Diejenigen, die über den Erfolg von Wasser aus der Dose lachen, wissen wahrscheinlich nicht, wie groß der weltweite Markt für abgefülltes Wasser ist (mehr als 300 Milliarden Dollar jährlich, Tendenz steigend) und dass erfolgreiche Marken für abgefülltes Wasser auf ihrem Weg zu Multi-Milliarden-Dollar-Marken oft mit Gelächter und Unglauben bedacht wurden“, meint der Risikokapitalgeber Michael Jackson. Und verweist auf Evian. Früher hätte man über die Wassermarke gelacht („Evian“ rückwärts buchstabiert liest sich „Naive“) – heute ist es eine Multi-Milliarden-Marke.

waterdrop steigt mit Wasser-Tracker in den Markt für DrinkTech-Gadgets ein

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