Quartalzahlen

Mark Zuckerbergs teurer Spagat zwischen AI und Metaverse

Instagram. © Canva Pro
Instagram. © Canva Pro

2021 und 2022 hat er voll aufs Metaverse gesetzt, nun spricht er (was sonst?) ziemlich viel über AI. Auch Meta, die Mutter von Facebook, Instagram und WhatsApp, kann sich dem massiven Trend hin zu Künstlicher Intelligenz nicht verschließen. Während die Metaverse-Abteilung im ersten Quartal noch einmal fast 4 Milliarden Dollar verschlungen hat, versucht CEO Mark Zuckerberg nun das AI-Narrativ für sich zu nutzen.

Er sehe eine „Gelegenheit, KI-Agenten für Milliarden von Menschen auf eine Art und Weise einzuführen, die nützlich und sinnvoll sein wird“, sagte Zuckerberg in einem Call mit Investor:innen. Das ist bereits bekannt. Der Internet-Konzern arbeitet daran, AI-Chatbots in seine reichweitenstarken Messaging-Apps WhatsApp und Messenger zu integrieren. „Wir erforschen Chat-Erlebnisse in WhatsApp und Messenger, visuelle Erstellungswerkzeuge für Posts in Facebook und Instagram und Anzeigen, und mit der Zeit auch Video- und multimodale Erlebnisse“, so Zuckerberg in dem Earnings Call.

Aber sein Liebkind, das Metaverse, will er nicht links liegen lassen. „Ich erwarte zum Beispiel, dass das Interesse an KI-Agenten für geschäftliche Nachrichtenübermittlung und Kundensupport groß sein wird, sobald wir diese Erfahrung festigen. Mit der Zeit wird sich dies auch auf unsere Arbeit am Metaverse ausdehnen, wo die Menschen viel einfacher in der Lage sein werden, Avatare, Objekte, Welten und Code zu erstellen, um all dies miteinander zu verbinden“, so Zuckerberg weiter.

Innovation Map: Smarte Zukunft mit Metaverse und jeder Menge KI

AI-Empfehlungen bei Instagram

AI kommt im Hintergrund bei Meta längst zum Einsatz, etwa bei Instagram. Früher galt der Social Graph von Facebook als unschlagbares Empfehlungsnetzwerk. Wenn deine Freunde, Familie und Arbeitskolleg:innen etwas mögen, dann magst du es wahrscheinlich auch. Doch dann kam TikTok daher und führte ein neues Konzept ein: Ein AI-Algorithmus lernt in Augenblicken, welche Videos der User am liebsten sieht, und präsentiert ihm dazu passende.

Dieses Konzept hat die Meta-Tochter Instagram nun auf sein Hochvideo-Format Reels angewandt. Offenbar mit Erfolg. Laut Meta-CEO Mark Zuckerberg sei die Zeit, die Instagram-User in der App verbringen, um mehr als 24 % gestiegen, seitdem das Unternehmen dank KI-gestützter Inhaltsempfehlungen Reels auf der Plattform eingeführt hat.

Außerdem würden die User diese Reels (maximal 60 Sekunden im mobilen Hochformat) auch sehr gerne weiter verbreiten (Re-Shares) – diese Art der Nutzung hätte sich in den letzten sechs Monaten verdoppelt. Bedeutet: Sind es gute Videos, dann werden diese viral von den Usern weiter an ihre eigenen Follower verbreitet. Das ist für Instagram eine relativ neue Sache, da man früher die Fotos der anderen User nicht so einfach sharen konnte.

Dass sich Reels größerer Beliebtheit erfreuen, bedeutet nicht automatisch mehr Umsatz für die Mutter Meta. Denn derzeit scheint es so, als würde die Zeit, die die Insta-Nutzer:innen mit den Reels verbringen, auf Kosten der Usetime der anderen Formate „Stories“ und des Foto-Feed gehen. Man erwarte für 2024, das Reels „Revenue-neutral“ werden könne. „Wir haben aufgrund dieser strukturellen Unterschiede keine Aussicht darauf, dass Reels mit Feed oder Stories gleichziehen kann“, so Meta-CFO Susan Li.

Metaverse-Abteilung mit 3,9 Milliarden Dollar Verlust

Generell geht es Meta nach drastischen Job-Kürzungen und dem Milliarden-Loch Metaverse erstaunlich gut. Aus den Quartalszahlen geht hervor, dass der Mutter-Konzern von Facebook, Instagram und WhatsApp nach wie vor sehr viel Umsatz mit digitaler Werbung macht. Im Q1 2023 waren es satte 28,6 Milliarden Dollar Umsatz (leicht über Vorjahr), jedoch ist der Gewinn, der bei 5,7 Milliarden Dollar lag, um 24% im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen.

Denn Reality Labs, die Abteilung, die für Metaverse-Entwicklungen rund um VR und AR zuständig ist, macht weiterhin hohe Verluste. Diese Verluste weiteten sich auf 3,9 Milliarden Dollar im ersten Quartal aus – deutlich mehr als das Minus von 2,9 Milliarden Dollar aus dem Vorjahresquartal. Im gesamten Jahr 2022 kostete Meta das Metaverse-Abenteuer satte 13,7 Milliarden Dollar (Trending Topics berichtete).

Trotz dieser massiven Verluste und dem verloren gegangenen Narrativ, dass das Metaverse das nächste große Ding sei, beharrt Zuckerberg darauf. „Der Aufbau des Metaverse ist ein langfristiges Projekt, aber der Grundgedanke bleibt derselbe, und wir bleiben ihm verpflichtet“, so der Meta-CEO. Allerdings ist bereits bekannt geworden, dass Meta aufgehört hat, das Metaverse an Werbekund:innen versuchen zu verkaufen.

Meta: Konzern verlor 2022 durch Metaverse 13,72 Mrd. Dollar

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