Autoindustrie

Mercedes versteckt Beschleunigung hinter einer 1.150-Euro-Paywall

Der Mercedes EQE © Daimler AG
Der Mercedes EQE © Daimler AG

Das Auto der Zukunft ist smart, vernetzt, nachhaltig, fortschrittlich – und ziemlich teuer. Denn Autohersteller wollen ihre Erzeugnisse zu fahrenden App Stores machen und Aspekte zusätzlich monetarisieren, die ohnehin schon enthalten sind. So empörte BMW kürzlich mit einem Abonnement für die Sitzheizung, Tesla mit Gebühren für zusätzliche Batteriereichweite (wir berichteten). Nun hat auch Mercedes laut The Verge eine ähnliche Maßnahme gesetzt: Ein Abonnement mit jährlichen Kosten von satten 1.200 Dollar (1.150 Euro) für eine bessere Beschleunigung.

Das Auto wird zum App-Store-Albtraum

Gebühr für bereits im Auto enthaltene Features

Für die Modelle Mercedes-EQ EQE und EQ EQS gibt es nun das Add-on „Acceleration Increase“, das die Leistung gegen Gebühr steigert. Dieses Add-on lässt sich nur als Software-Update implementieren – etwas verblüffend, wenn man bedenkt, dass die Autos bereits beim Kauf zu der höheren Motorleistung in der Lage sind. Durch die Gebühr soll sich die Motorleistung um 20 bis 24 Prozent erhöhen, das Drehmoment steigen und im Dynamic-Modus die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h um etwa 0,8 bis 0,9 Sekunden verkürzen.

Das Abonnement beinhaltet keine physischen Hardware-Upgrades, sondern schaltet einfach die vollen Fähigkeiten des Fahrzeugs frei. Dadurch drängt sich der Verdacht auf, dass Mercedes die Leistung absichtlich begrenzt hat, um sie später als Sonderausstattung zu verkaufen. Acceleration Increase ist derzeit nur für die Elektroauto-Modelle Mercedes-EQ EQE und Mercedes-EQ EQS erhältlich.

Tesla sperrt Akku softwareseitig, verlangt 4.500 US-Dollar „Lösegeld“

Mercedes und Co suchen neue Einnahmequellen

Da die weltweiten Verkaufszahlen für Neuwagen in den letzten Jahren zurückgegangen sind, sind die Automobilhersteller dazu übergegangen, Software-Updates und Funktionen als Abonnements zu verkaufen, um eine kontinuierliche Einnahmequelle zu generieren, auch lange nachdem ein Auto gekauft wurde. Während das für bestimmte softwarespezifische Angebote (z. B. Premium-Navigationsfunktionen oder Fahrzeugfernüberwachung) noch zu rechtfertigen sein kann, werden wohl viele Verbaucher:innen kaum Verständnis für eine Paywall für die Fahrzeugleistung haben.

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