Teuerung

Nationalbank: Inflation bleibt bis Jahresende bei 8 oder mehr Prozent

Euronoten. © Annette Fischer on Unsplash
Euronoten. © Annette Fischer on Unsplash

8,7 Prozent im Juni – aber das Maximum ist noch nicht erreicht. Das geht aus einer brandneuen Analyse der Österreichischen Nationalbank (OeNB) zur Inflation hervor. Und diese rechnet damit, dass der Peak der Teuerungsrate dieses Jahr im Juli erreicht wird und dann auf bis zu neun Prozent steigen könnte.

Auf den Jahresdurchschnitt gerechnet erwartet die OeNB eine gemessene Inflationsrate für Österreich 2022 von 7,6 Prozent. Da die Inflationsrate erst in den letzten Monaten über 5 Prozent gestiegen ist, bedeutet das auch, dass man noch bis Jahresende mit 8 oder mehr Prozent rechnen muss. Erst im Februar 2023 soll die Rate deutlich unter Diese Grafik zeigt die Berechnungen der OeNB:

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Die Gründe für die Teuerungen sind bekannt. „Hohe Rohstoffpreise und die ökonomischen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine treiben die Inflation 2022 auf einen Jahreswert, der zuletzt während der ersten Rohölkrise in den 1970er Jahren übertroffen wurde“, heißt es seitens OeNB. Weiterhin sind mit höheren Preise für Energie- und Nahrungsmittelrohstoffe zu rechnen, die Inflationsrate für Nahrungsmittel wird in diesem Jahr auf 8,0 Prozent steigen.

Gegen Jahresende soll sich Situation auf den Energiemärkten bis zum Jahresende entspannen, heißt es weiter. Allerdings zu berücksichtigen: Voraussetzung dafür ist, dass Energieträger aufgrund des Kriegs in der Ukraine nicht rationiert werden. Würde es zu Rationierungen von Erdgas aufgrund nicht sofort ersetzbarer Lieferengpässe kommen, dann geht die aktuelle Rechnung nicht auf.

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Inflationsrate von 2 Prozent wird jahrelang nicht erreicht werden

2023 und 2024 rechnet die OeNB mit einer sinkenden Inflationsrate, aber die von der EZB angestrebten 2 Prozent sind bei weitem nicht drinnen. Vorhergesagt werden 5,0 % im Jahr 2023 und 3,2 % im Jahr 2024. „Damit bleibt die Inflationsrate auch mittelfristig deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 1,9 %“, heißt es in der Analyse.

Diese stetig sinkende Inflationsrate beruht auf Annahmen zur Preisentwicklungen der Großhandelspreise für Erdöl, Gas, Strom bzw. den Weltmarktpreisen für Nahrungsmittel und Metalle. In den Berechnungen geht die OeNB davon aus, dass die Höchststände für Öl, Gas, Elektrizität, Nahrungsmittel und metallische Rohstoffe 2022 erreicht wurden und dann in den Folgejahren 2023 und 2024 stetig zurückgehen – aber deutlich über den Preisen von 2021 bleiben werden. Deswegen: Die Inflation wird uns noch mehrere Jahre begleiten.

Wie kann man gegensteuern?

Auf EU-Ebene wird erwartet, dass die EZB im Juli erstmals seit vielen Jahren den Leitzins in der Eurozone erhöhen wird. Was kann man national tun? Laut OeNB sollten sich wirtschaftspolitische Ausgleichsmaßnahmen an der Belastung der Haushalte durch die Inflation orientieren. Und die sind unterschiedlich: „So sind Haushalte, die bei steigender Inflation ihre Konsumausgaben aufgrund vorhandener Ersparnisse nicht einschränken müssen, weniger belastet als Haushalte mit geringerem Einkommen, die über keine oder geringe Ersparnisse verfügen und daher andere, billigere Produkte kaufen und/oder ihren Konsum einschränken müssen.“

Was EZB und Staat jetzt gegen die hohe Inflation tun müssen

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