Bundesregierung

Österreich steckt bis zu 130 Millionen Euro in Digitalisierung

Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll präsentierte das neue Budget für die Digitalisierung © Parlamentsdirektion/​Johannes Zinner
Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll präsentierte das neue Budget für die Digitalisierung © Parlamentsdirektion/​Johannes Zinner

Österreich will in der EU-Digitalisierungsliga von Platz 6 in die Top 3 vorstoßen. Die Bundesregierung setzt dafür auf massiven Budgetausbau. Für zentrale Digitalisierungsvorhaben stehen 2027 bis zu 117 Millionen Euro zur Verfügung, 2028 sogar bis zu 130 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung von bis zu 46,12 Prozent im Jahr 2027 und bis zu 62,36 Prozent im Jahr 2028 gegenüber 2026.

Österreich soll „führende Digitalnation“ werden

Zusätzlich fließen 20 Prozent der durch Digitalisierung ermöglichten Einsparungen wieder in digitale Infrastruktur zurück. Das sind rund 108 Millionen Euro bis 2030.  „Unser Anspruch ist klar: Wir wollen Österreich zu einer führenden Digitalnation machen“, sagt Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll.

Vier Kernbereiche bei Digitalisierung

Das Budget konzentriert sich auf vier Kernbereiche.

Erstens: Die ID Austria soll von aktuell über sechs Millionen Nutzer:innen (2023 waren es erst eine Million) bis 2030 auf neun Millionen wachsen. Parallel wird die europäische EUDI-Wallet umgesetzt.

Zweitens: Project X treibt das Once-Only-Prinzip voran. Bürger:innen und Unternehmen müssen Daten künftig nur einmal übermitteln. Die Infrastruktur dadeX (Digital Austria Data Exchange) vernetzt Register und soll mit bis zu 15 Millionen Euro in den Jahren 2027 und 2028 Einsparungspotenziale von bis zu 160 Millionen Euro erschließen.

Drittens: Die Digitale Kompetenzoffensive wird fortgeführt, weil technische Infrastruktur ohne Nutzerkompetenz wirkungslos bleibt.

Viertens: Public AI – der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung – erhält 6 Millionen Euro (2027) und 8,5 Millionen Euro (2028).

„Einsparungen durch Digitalisierung“

Der Fokus auf Public AI ist laut Regierung nicht nur technologischer Ehrgeiz, sondern Notwendigkeit. In den kommenden 13 Jahren scheiden rund 44 Prozent der Bundesbediensteten altersbedingt aus.

Diese Lücke lasse sich nicht allein über Neueinstellungen schließen. AI-gestützte Werkzeuge sollen Routinetätigkeiten reduzieren, Prozesse beschleunigen und Wissen systematisch verfügbar halten. „Unser Grundsatz lautet: Einsparungen durch Digitalisierung, nicht bei der Digitalisierung“, so Pröll.

Die budgetrechtliche Ermächtigung für Registerprojekte umfasst bis zu 5 Millionen Euro (2027) und bis zu 10 Millionen Euro (2028). Damit will Österreich seine Position als digital souveräner Staat ausbauen. Zu den Zielen gehören sichere elektronische Identität und elektronische Zustellung. Unternehmensservices und Registeranbindungen müssen stabil, rechtskonform und nutzerfreundlich funktionieren. Die Anforderungen steigen parallel – mehr User, höhere Sicherheitsstandards, europäische Vorgaben.

Das Digitalisierungsbudget bildet damit einen Gegenpol zur allgemeinen Budgetdisziplin. Während andere Bereiche konsolidieren müssen, investiert die Regierung gezielt in digitale Infrastruktur. Die Rechnung: Moderne digitale Services machen den Staat langfristig leistungsfähiger, reduzieren Bürokratie und schaffen Wettbewerbsvorteile. Ob Österreich damit tatsächlich zu den Top 3 in Europa aufschließt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

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