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Gründerservice und Junge Wirtschaft: Wie Österreich seine Startups durch den Aufbau begleitet

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Das erste Quartal 2026 setzt ein klares Signal: Österreichs Startup-Ökosystem gewinnt an Fahrt. Dr. Clemens Schmidgruber, Bundesvorstands-Mitglied der Jungen Wirtschaft, erklärt im Interview, was Gründerinnen und Gründer heute bewegt, welche Unterstützung sie abrufen können – und wo die Politik noch liefern muss.

Starkes erstes Quartal – Rückenwind für die Szene

Die Zahlen sprechen für sich. „Wir hatten im ersten Quartal schon das Finanzierungsvolumen vom ganzen letzten Jahr“, berichtet Schmidgruber. Er wertet das als „sehr, sehr positives Signal“ und zeigt sich überzeugt, dass sich dieser Trend durch das gesamte Jahr 2026 fortsetzt.

Gleichzeitig verschiebt sich, was Investorinnen und Investoren von Gründungsvorhaben verlangen. Skalierbarkeit allein reicht nicht mehr. Gefragt sind Geschäftsmodelle, die „in absehbarer Zeit auch schwarze Zahlen schreiben und sich selber tragen“ – Profitabilität rückt ins Zentrum.

Gründerservice: Die erste Anlaufstelle von der Idee bis zur Umsetzung

Wer ein Unternehmen gründen will, findet beim Gründerservice der Wirtschaftskammer eine breite Palette an Unterstützung. Schmidgruber beschreibt es als „die Anlaufstelle für junge Gründerinnen und Gründer, egal in welcher Phase der Gründung“ – also bereits dann, wenn eine Idee noch auf ihre Umsetzbarkeit und Finanzierbarkeit geprüft werden muss.

Konkret stehen Online-Tools, persönliche Beratungsgespräche und zahlreiche Regionalstellen zur Verfügung – allesamt kostenlos. Besonders empfiehlt Schmidgruber den Gründerleitfaden: „Das ist so ziemlich die Gründerbibel“, die jährlich aktualisiert erscheint und jeden Schritt des Gründungsprozesses begleitet.

Junge Wirtschaft: Netzwerk und politische Stimme zugleich

Die Junge Wirtschaft versteht sich als mehr als ein Treffpunkt. „Wir sind eben nicht nur Netzwerk, sondern auch ganz wichtig in der Interessensvertretung“, betont Schmidgruber. Als konkretes Beispiel nennt er den Dachfonds: „Da haben wir gemeinsam mit vielen Partnern der Szene viele Jahre dafür gekämpft und freuen uns sehr, dass das jetzt kommt.“

Daneben lebt die Organisation vom Austausch unter Gleichgesinnten. Wer neu gründet, trifft dort Menschen, die denselben Weg bereits gegangen sind oder gerade gehen – ob beim ersten Mitarbeiter, bei Förderanträgen oder bei der Suche nach Finanzierung.

Verzahnt für den Erfolg: Wie Gründerservice und Junge Wirtschaft zusammenwirken

Beide Organisationen sind in der Wirtschaftskammer angesiedelt, was eine enge Zusammenarbeit ermöglicht. Schmidgruber zieht eine klare Linie: Der Gründerservice beantwortet konkrete Fragen – rechtliche, steuerliche, finanzielle – und tut das kostenlos. Die Junge Wirtschaft ergänzt dieses Angebot durch Vernetzung und Erfahrungsaustausch.

„Wenn man gegründet hat, ist es einfach naheliegend, dorthin zu gehen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen“, sagt Schmidgruber. Beide Angebote greifen ineinander und begleiten Gründerinnen und Gründer vom ersten Businessplan bis ins Wachstum.

Was Österreich noch braucht: Binnenmarkt und Beteiligungsfreibetrag

Für eine international führende Rolle sieht Schmidgruber noch Handlungsbedarf. Sein erster Punkt: Europa muss endlich „ein wirklich einheitlicher Binnenmarkt“ werden. Solange in vielen Bereichen 27 unterschiedliche Regelungen gelten, bremst das grenzüberschreitendes Wachstum.

Sein zweiter Punkt betrifft die Finanzierung. „Wir fordern seit vielen Jahren den Beteiligungsfreibetrag, so dass wir mehr privates Kapital mobilisieren“, erklärt er. Das Instrument ist seit Langem angedacht, aber noch nicht umgesetzt. Dabei brauchen Startups irgendwann Kapital jenseits von Förderungen – und genau hier könnte ein Beteiligungsfreibetrag privates Geld in die Szene lenken.

Wer den Einstieg wagt, muss heute nicht allein starten: Gründerservice und Junge Wirtschaft bieten Beratung, Netzwerk und politischen Rückhalt. Der nächste Schritt liegt bei den Gründerinnen und Gründern selbst – und die Anlaufstellen stehen bereit.

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