Japanisch-österreichisches Startup XELA bringt Tastsinn in Roboterhände
Das Global Incubator Network Austria (GIN) baut seit zehn Jahren Brücken zwischen Österreich und Asien. XELA Robotics zeigt exemplarisch, wie diese Verbindung funktioniert. Das japanische Startup mit österreichischem Gründer Alexander Schmitz entwickelt Sensoren, die Robotern einen menschenähnlichen Tastsinn verleihen.
Über das GO AUSTRIA-Programm hat XELA Robotics 2025 eine Tochtergesellschaft in Österreich gegründet. Bei der IEEE International Conference on Robotics & Automation in Wien, einer der größten internationalen Robotik-Konferenzen, präsentierte Schmitz sein Jungunternehmen kürzlich vor Fachpublikum.
„uSkin“-Technologie steigert Roboterpräzision
XELA Robotics hat sich die Optimierung der Robotik-Industrie mit seiner „uSkin“-Technologie zur Mission gemacht. Der hochdichte, dreiachsige Tastsensor verleiht Robotern taktile Fähigkeiten und steigert die Präzision bei Aufgaben wie Montage und Verpackung deutlich.
„Wir stellen taktile Sensoren für Roboterhände und Greifer her. Wir stellen nicht die Hände her, wir stellen nicht die Greifer her, aber wir machen sie besser, indem wir unsere taktilen Sensoren integrieren“, erklärt CEO Alexander Schmitz. Der Greifer erkennt dadurch Gewicht und Härte eines Objekts und steuert die Greifkraft entsprechend. XELA ist 2018 als Spin-off der Waseda-Universität in Tokio an den Start gegangen.
Schmitz zog 2011 als Postdoc nach Japan und wurde außerordentlicher Professor an der Waseda University. Japan sei „ein großartiger Ort für Robotik und auch für taktile Sensorik“, so der Founder. Heute arbeitet XELA Robotics sowohl mit wissenschaftlichen Institutionen als auch mit großen Industriekunden zusammen. „Heute hat XELA Robotics bereits mehr als 170 Kunden weltweit. Mehr als 70 Prozent unserer Umsätze kommen tatsächlich von außerhalb Japans“, erklärt Schmitz.
XELA nutzt Österreich als Sprungbrett für Europa
Nun hat Schmitz sein Startup in sein Heimatland zurückgebracht. Die Expansion nach Österreich verlief reibungslos. XELA Robotics hat 2021 beim GO AUSTRIA-Programm angedockt und hat mehrere Stufen durchlaufen. GIN (das gemeinsame Programm der aws und FFG) unterstützte das Startup finanziell und mit Beratung, half beim Networking mit lokalen Unternehmen und öffnete Türen zu Forschungspartnern wie Infineon.
Auch die Austrian Business Agency (ABA) und die Forschungsförderungsgesellschaft FFG standen dem Startup zur Seite. „Eigentlich war der Schritt nach Österreich mit all der Unterstützung ziemlich einfach für uns. Es war ein sehr reibungsloser Prozess“, resümiert Schmitz. Österreich biete ein starkes Netzwerk in Bereichen wie Automatisierung und Chipfertigung, was XELA wichtige Partnerschaften ermöglicht.
GIN bringt innovative DeepTech-Firmen nach Österreich
Bei der IEEE-Konferenz war auch Werner Müller, Programmleiter des Global Incubator Network, anwesend. Er erklärte die strategische Ausrichtung des Netzwerks. „GIN bringt vor allem DeepTech-Unternehmen, die an der Spitze ihrer Technologie stehen, nach Österreich, damit sie ihre europäische Expansion starten können.“ Die Startups sollen nicht nur verkaufen, sondern auch Forschung und Entwicklung in Österreich betreiben.
Müller sieht in XELA Robotics einen Hidden Champion in seiner Nische. Matthias Adelwöhrer, Direktor Asien bei der ABA, ergänzt: „Robotik ist eine der Schlüsselindustrien auch in der kürzlich veröffentlichten Industriestrategie Österreichs.“ Österreich verfüge über ein starkes Ökosystem mit vielen talentierten Menschen, Forschungszentren und Universitäten mit Fokus auf Fertigungs- und Robotiktechnologien.
Österreich bietet Unterstützung in allen Belangen
Von Österreich aus expandiert XELA Robotics nun nach ganz Europa. Schmitz empfiehlt internationalen Startups, die Programme der österreichischen Regierung zu nutzen: Institutionen wie GIN, FFG und ABA könnten bei allen relevanten Belangen helfen.
Ein Vorteil ist auch die enge Zusammenarbeit zwischen GIN und ABA, etwa durch gemeinsame Veranstaltungen für internationale Unternehmen. XELA Robotics hat in fünf Jahren der Zusammenarbeit eine beeindruckende Erfolgsgeschichte geschrieben, sowohl in Asien als auch in Österreich.
