Nachbericht

VivaTech: Pariser Tech- und Startup-Konferenz zählt 200.000 Besucher:innen

© VivaTech
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Europas größte Tech- und Startup-Konferenz hat ihre Jubiläumsausgabe mit Bestmarken abgeschlossen: Vom 17. bis 20. Juni 2026 kamen in Paris Porte de Versailles mehr als 200.000 Besucher:innen aus 165 Nationen zusammen. Vor Ort waren über 15.000 Startups, mehr als 4.500 Aussteller (61 Prozent davon international) und über 1.155 Speaker.

Begleitet wurde die zehnte Ausgabe von prominentem politischem Besuch – darunter Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Indiens Premierminister Narendra Modi. Deutschland trat als „Country of the Year 2026″ mit einer großen Ministerdelegation auf, Indien als „AI Country Partner“.

Smarte Kontaktlinsen und Gedankensteuerung für Roboter

Inhaltlich drehte sich das Programm um fünf Leitthemen: AI & Productivity, Cybersecurity & Defense, GreenTech, Space und DeepTech. Auf der Bühne standen unter anderem Jeff Bezos (Amazon/Blue Origin/Prometheus), Yann LeCun (AMI Labs), Adobe-CEO Shantanu Narayen, Alibaba-Mitgründer Joe Tsai, LVMH-Chef Bernard Arnault und Web-Erfinder Tim Berners-Lee.

Erstmals wurden zudem die VivaTech-x-Bloomberg-Awards verliehen – mit Auszeichnungen für Berners-Lee, Tsai, LeCun und OpenClaw-Schöpfer Peter Steinberger. Auf der Innovationsseite sorgten unter anderem eine smarte Kontaktlinse von XPANCEO und ein hirngesteuerter Humanoid von Unitree x HABS für Aufsehen. Die nächste Ausgabe ist für den 16. bis 19. Juni 2027 angesetzt.

Ki-Abhängigkeit von Europa als zentrale Frage

Eine auf der VivaTech vorgestellte globale Studie des IBM Institute for Business Value rückt KI-Souveränität als zentrale Führungsfrage in den Fokus: 81 Prozent der befragten Unternehmen rechnen bei einem siebentägigen Anbieterausfall mit schweren oder kritischen Betriebsstörungen. 71 Prozent halten einen Wechsel ihres KI-Anbieters für schwierig, und 91 Prozent verstehen ihre eigenen KI-Abhängigkeiten nicht vollständig – Anpassungsfähigkeit wird damit zum Wettbewerbsvorteil (mehr dazu hier).

Am Rande der Konferenz kritisierte KI-Forscher Yann LeCun in einem CNBC-Interview Elon Musks xAI scharf und bezeichnete es als „eine Art Scheitern“, das mit OpenAI und Anthropic nicht mithalten könne. Grundsätzlich warnte er vor einer „großen Blasen-Explosion“, sollten die Labore angesichts hoher Betriebskosten nicht die Preise erhöhen oder die Kosten senken (mehr dazu hier).

Jeff Bezos präsentierte sein im November gegründetes KI-Startup Prometheus, das gerade 12 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 41 Milliarden Dollar eingesammelt hat und Ingenieuren ermöglichen soll, „viel schneller zu erfinden und zu bauen“. Klassische Sprachmodelle reichten dafür nicht aus, so Bezos, der zugleich seine Weltraumvision für Blue Origin skizzierte und überraschend prognostizierte, KI werde keinen Jobverlust, sondern einen „Arbeitskräftemangel“ erzeugen. (mehr dazu hier).

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