Studie

PETA fordert Sexverbot für fleischessende Männer – hohe CO2-Emissionen durch Konsum

© kaboompics on Pixabay
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Übermäßiger Fleischkonsum ist bekanntlich für die Umwelt ein großes Problem. Rindfleisch geht mit einer schweren Entwaldung einher, außerdem stößt die Fleischindustrie hohe CO2-Emissionen ab. Deswegen müssen Menschen ihre Ernährungsgewohnheiten ändern und ihren Fleischkonsum reduzieren, um im Kampf gegen die Klimakrise zu helfen. Das scheint vor allem für Männer zu gelten – laut einer Studie der University of Leeds erzeugt ihr Speiseplan um 41 Prozent mehr Emissionen als der von Frauen. Die umstrittene Tierrechtsorganisation PETA fordert deshalb – etwas polemisch formuliert – ein Sexverbot für alle fleischessenden Männer.

Ein Fünftel weniger Rindfleisch könnte die weltweite Entwaldung halbieren

Fleischkonsum immer noch „Symbol von Männlichkeit“

Der deutsche Ableger von PETA kritisiert vor allem, dass Fleischkonsum weiterhin als ein „Symbol von Männlichkeit“ gilt. „Wer kennt sie nicht, die mit Bierflasche und Grillzange hantierenden Vorstadt-Väter, die 70-Cent-Würstchen auf ihrem 700-Euro-Grill brutzeln. Die vom Besuch dazugelegte Zucchini wird mit Argwohn beäugt und nur widerwillig geduldet. Dass die ‚Grillmeister‘ Deutschlands sich selbst und ihren Artgenossen ihre Männlichkeit durch ihren Fleischkonsum glauben beweisen zu müssen, geschieht allerdings nicht nur zum Leidwesen der Tiere“, Daniel Cox, Teamleiter Kampagnen bei PETA Deutschland.

In Anspielung auf die Ergebnisse der Studie empfiehlt Cox eine Fleischsteuer von 41 Prozent für Männer. „Auch ein Sex- oder Fortpflanzungsverbot für alle fleischessenden Männer wäre in diesem Kontext zielführend. Schließlich spart jedes nicht geborene Kind 58,6 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr ein. Für alle noch Fleisch grillenden Väter, die sich dennoch Kinder mit einer lebenswerten Zukunft auf einem bewohnbaren Planeten wünschen, empfehlen wir den Wandel ihres Lebensstils durch die Teilnahme an unserem kostenlosen Veganstart-Programm.“

Hohe Fleisch- und Milch-Emissionen machen Alternativen-Bedarf deutlich

Britische Studie ist nicht allgemein gültig

Zu bedenken ist bei diesen heftigen Forderungen, dass sie sich auf eine Studie berufen, die nicht gerade allumfassend ist. Die Forscher:innen der Unversity of Leeds haben für die Untersuchung die Emissionen einzelner Lebensmittel analysiert, einschließlich der Verarbeitungsstufen vor dem Einzelhandel. Diese haben sie dann mit der automatischen Online-Ernährungsbewertung von 212 Erwachsenen über drei 24-Stunden-Zeiträume verglichen. Zwar schnitten hier die Männer tatsächlich schlechter ab, doch die Studie ist nicht wirklich für die gesamte Weltbevölkerung repräsentativ. PETA wird häufig für seine teilweise etwas populistischen Kampagnen gegen Fleischkonsum kritisiert.

Dennoch ist es richtig, dass Fleischkonsum hohe Emissionen auslöst. Fleisch ist unter den Lebensmitteln der Studie zufolge für 32 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Bei nicht-vegetarischer Ernährung waren Emissionen um 59 Prozent höher als bei vegetarischer Ernährung. Die von den Autor:innen empfohlenen Maßnahmen sind auch weit weniger reißerisch als die von PETA. Dazu gehören die Substitution von nachhaltigeren Alternativen, vor allem pflanzenbasierten Produkten. Außerdem weisen die Forscher:innen auf die gesundheitlichen Vorteile durch eine weniger fleischhaltige Ernährung hin.

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