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Swell Energy: 120 Millionen Dollar für virtuelle Solar-Kraftwerke

© Swell Energy
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VPPs, also Virtual Power Plants, sind durch den Boom von Solarenergie in Eigenheimen das nächste große Ding in der Energiebranche geworden. Durch den Zusammenshcluss vieler kleiner Solaranlagen auf Hausdächern ergibt sich die Möglichkeit, diese dezentral zu einem großen Energieproduzenten zusammen zu schließen, der ganze Gemeinden mit Strom versorgt.

Ein relativ neuer Player, der die Sache in den USA vorantreibt, ist das Scale-up Swell Energy aus Santa Monica. Dieses hat nun satte 120 Millionen Dollar aufgenommen, um sein VPP auf eine Leistung von 600 MWh auszubauen. Das ist ordentlich, vergleicht man es etwa mit der Leistung von Wasserkraftwerken in Österreich. Das Lünerseewerk II in Vorarlberg soll ab Mitte der 2030er Jahre als größtes Pumpspeicherkraftwerk Österreichs eine Turbinenleistung von 1.000 MW haben. Swell Energy will dafür 26.000 Stromspeicher in Privathaushalten aus der ganzen USA zusammen schließen.

Als Investoren kommen SoftBank Vision Fund 2, Greenbacker Development Opportunities Fund I, Ares Infrastructure Opportunities Fund sowie  der Ontario Power Generation Pension Fund an Bord. Swell Energy wurde 2014 gegründet. „Virtuelle Kraftwerke sind der Schlüssel zu einer sauberen Energiezukunft im großen Maßstab. Durch den Einsatz unserer GridAmp-Software wollen wir einen beschleunigten Übergang zu einer CO2-neutralen Zukunft ermöglichen, die sowohl mit den Bedürfnissen der Versorgungsunternehmen als auch mit denen der Gemeinden, denen sie dienen, vereinbar ist“, so Suleman Khan, CEO von Swell Energy.

Virtuelles Kraftwerk von Tesla soll Strom-Blackouts in Kalifornien abfedern

VPPs gegen Blackouts und für Unabhängigkeit

Swell Energy arbeitet mit Kommunen in Kalifornien, Hawaii oder New York zusammen. Heimbesitzer:innen können sich einem Netzwerk anschließen, dann wird ihre Solaranlage sowie ein Stromspeicher für eine monatliche Rate finanziert. In Aussicht gestellt wird, dass diese Eigenheime künftig günstigeren Strom beziehen können und außerdem für den Fall von Stromausfällen (in Kalifornien gar nicht so unüblich) vorgesorgt ist, weil man dann nicht mehr von den zentralen Energieriesen abhängig ist.

Bei der Hardware arbeitet das Unternehmen mit Herstellern wie Tesla (Powerwall) oder Enphase (Wechselrichter) zusammen. Tesla ist, was VPPs angeht, auch einer der Vorreiter in Kalifornien. So soll ein virtuelles Kraftwerk von Tesla-Kund:innen helfen, um Blackouts abzufedern, indem das VPP bei Engpässen Strom an zentrale Energieversorger verkauft – und die Teilnehmer:innen des VPPs können so Geld verdienen.

Solarunternehmen in den USA treten mittlerweile offen als Alternativen zu zentralisierten Energieversorgern auf. Sunnova Energy, ein etwa drei Milliarden Dollar schweres Solarunternehmen aus Texas, etwa will Micro Grids aufbauen. Diese Mikronetze sollen ganze Gemeinden hauptsächlich und unabhängig von den öffentlichen Energieversorgern mit Sonnenenergie zu versorgen, und dabei sogar noch günstigeren Strom liefern. Unumstritten sind solche Pläne nicht; die Vergangenheit zeigt, das solche Micro Grids ohne Anbindung an die großen Stromnetze nicht überlebensfähig sind.

Micro Grids: Solarfirma will ganze Gemeinden unabhängig von Stromkraftwerken machen

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