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Web Summit: „Gründen ist so günstig wie noch nie“

(v.l.n.r.) Melda Akin (D14 AI), Vera Baker (Unconventional Ventures) und Eileen Burbidge (Fertifa) © Sam Barnes/Web Summit via Sportsfile
(v.l.n.r.) Melda Akin (D14 AI), Vera Baker (Unconventional Ventures) und Eileen Burbidge (Fertifa) © Sam Barnes/Web Summit via Sportsfile

Der Web Summit 2023 ist mit seinen Diskussionen über Zukunftstechnologie und Innovation zwar meist von positiven Vibes geprägt, doch es lässt sich bei Europas größter Startup-Konferenz nicht vermeiden, über die aktuelle Lage im Venture Capital-Bereich zu sprechen. Denn hier lässt sich nicht leugnen: Die goldenen Zeiten der Mega-Finanzierungsrunden sind vorbei, 2023 war von Zurückhaltung seitens der Investor:innen geprägt.

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KI und Co machen Gründen effizienter denn je

Doch angehende Founder sollten sich davon nicht abschrecken lassen, denn die globale Startup-Landschaft hat sich nicht nur zum Schlechten geändert. Eine besonders wichtige Entwicklung: „Gründen ist so günstig wie nie!“ Das sagte Vera Baker, Venture Partner von Unconventional Ventures, einem VC aus Dänemark. In einer Diskussion mit Melda Akin, Gründerin vom AI-Startup D14 AI, und Eileen Burbidge vom britischen HealthTech-Unternehmen Fertifa, sprach sie darüber, wie die nächsten zwölf Monate für Startups und Investor:innen aussehen werden.

„Viele Unternehmen, die vom Funding-Boom der letzten Jahre profitieren konnten, müssen heute mit niedrigeren Bewertungen und weniger Venture Capital kämpfen. Das hat zur Folge, dass Jungfirmen in diesem Jahr lernen mussten, mehr mit weniger zu machen. Doch gleichzeitig haben sich speziell dank der aktuellen technologischen Entwicklungen gerade dafür viele spannende Möglichkeiten eröffnet. Technologien wie KI helfen massiv beim Gründen von Firmen. Sie helfen Foundern dabei, die heute so wichtige Effizienz aufzubauen. Und sie reduzieren auch die Kosten deutlich, es war noch nie so günstig, ein Unternehmen zu gründen“, so Vera Baker.

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„Gute“ Firmen weiter finanziert – „Touristen“ gehen leer aus

Eileen Burbidge ist Director von Fertifa. Das in London ansässige Unternehmen möchte mehr Firmen in Europa in die Lage versetzen, ihren Mitarbeitenden Leistungen in Bezug auf reproduktive Gesundheit anzubieten. Zu den Kunden gehören bereits Lululemon, Meta, Bain Capital und Virgin. Erst in diesem Jahr hat die Firma in einer Seed-Runde mehr als sechs Millionen Dollar eingesammelt. Burbidge hat jedoch auch einen Hintergrund als Investorin und war an der Pre-Seed-Runde von Fertifa beteiligt, bevor sie 2022 die Führung des Startups übernahm.

Auch wenn Burbidge in diesem Jahr gute Erfahrung mit VCs gemacht hat, warnt sie dennoch vor Unvorsichtigkeit. „Die Startup-Szene ist heute an einem völlig anderen Ort als noch vor drei Jahren. Natürlich erhalten die ‚guten‘ Firmen immer noch Finanzierungen, aber die ‚Touristen‘ gehen mittlerweile oft leer aus. Das ist möglicherweise sogar positiv für die Qualität der Startups. Doch ich glaube, das betrifft besonders Startups in der Wachstumsphase, spannende Early-Stage-Jungfirmen werden immer noch Geldgeber:innen finden“, so Burbidge.

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„Investor:innen können bei Bootstrapping helfen“

Der Fertifa-Chefin zufolge sollten dennoch die meisten Startups in den kommenden zwölf Monaten auf Finanzierungsrunden verzichten. „Das heißt aber nicht, dass Investor:innen gar keine Hilfe mehr sind. Man muss immer bedenken, dass VCs nicht nur Kapital beitragen können, sondern auch Expertise. Ich empfehle deswegen, dass Startups, die sich am Bootstrapping versuchen, dabei auch Hilfe von Investor:innen beziehen können“, rät die Unternehmerin und Investorin.

Melda Akin, Gründerin von D14.AI aus Dubai, einem Jungunternehmen, das sich auf Effizienzoptimierung in Firmen durch KI konzentriert, will Startups in diesen Zeiten ermutigen. „Die aktuellen Entwicklungen passieren derzeit auf der ganzen Welt. Doch das sollte nicht vom Gründen abschrecken, es war immer schon wichtig, effizient zu sein und mehr mit weniger zu machen. Das Wichtigste ist es, die eigene Identität zu behalten und vor allem die wirklich passenden Investor:innen zu finden“, rät Akin.

Auf jeden Fall müssen Founder in diesen Tagen mehr konkrete Ergebnisse vorweisen als Versprechungen, stellte Vera Baker fest. „Jungfirmen brauchen weniger Storytelling und mehr Zahlen. Natürlich ist das nicht immer leicht, aber Founder müssen auch bedenken, dass ein Fundraising lange dauern kann. Deswegen sollten Startups die nächsten zwölf Monate nutzen, um sich wirklich gut darauf vorzubereiten, die Zahlen zu sammeln, die VCs beeindrucken, und sich ein größeres Netzwerk aufzubauen.“

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