Kommentar

Wer das Metaverse nicht ernst nimmt, dem ist nicht zu helfen

Overwatch-Chars. © Blizzard
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Ok, ich habe mich geirrt. Das Metaverse ist doch nicht der Marketing-Schmäh, für den ich ihn gehalten habe.

Denn aus Spiel ist Ernst geworden. Sorry, der musste sein. Aber im Ernst: Das Metaverse ist kein Marketing-Buzzword, es ist ein Riesending, dass die Nutzung des Internet komplett umkrempeln wird. Niemand zeigt das heute deutlicher als Microsoft. Fast 70 Milliarden Dollar will Redmond für Activision Blizzard, eine der größten Gaming-Firmen des Planeten bezahlen. 70 Milliarden Dollar – das bedeutet auch deutlich mehr als die Börsenbewertung von heute etwa 64 Mrd. Dollar.

„Gaming ist die dynamischste und aufregendste Unterhaltungskategorie auf allen Plattformen und wird eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Metaverse-Plattformen spielen“, so Satya Nadella, Chairman und CEO von Microsoft, über die Gründe für den Zukauf. Microsoft kauft sich ja nicht nur einfach Game-Titel wie „World of Warcraft“, „Overwatch“ (siehe Bild oben) oder „Call of Duty“, sondern auch 10.000 Entwickler:innen dazu, die wissen, wie hochauflösende, interaktive 3D-Welten baut. Und sie kaufen sich 400 Millionen monatlich aktive Spieler in 190 Ländern ein, die es längst gewohnt sind, für virtuelle Services und Items die Kreditkarte zu zücken.

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Metaverse: Geschäft mit hunderten Milliarden Dollar

400 Millionen User:innen – das ist mehr als Twitter (211 Mio.) oder Snapchat (306 Mio.), Fortnite (350 Mio.) oder Roblox (50 Mio.) auf die Waage bringen. Würde Microsoft ihnen via Game Pass (Abo-Service der Xbox) Zugang zu einem hauseigenen Metaversum bieten, es wäre wohl sehr schnell bevölkert. Im Zusammenspiel mit den Konsolen und den VR-Headsets baut Satya Nadella da gerade das potenziell größte Metaverse zusammen, das die Welt je gesehen hat. Können Apple, Google und Facebook, sorry Meta, da mithalten?

70 Milliarden Dollar – das Metaverse hat nun ein Preisschild bekommen. Klingt viel, ist aber nicht abwegig. Zehn Milliarden Dollar und mehr will Zuckerbergs Meta pro Jahr für den Aufbau ausgegeben, zehntausende Mitarbeiter werden dafür eingesetzt. Bald wird es uns absurd vorkommen, dass wir uns für Zoom-Calls mit Kopfhörern vor flache Bildschirme setzten. Junge Menschen machen es uns seit Jahren vor, wie sie das Metaverse nutzen: Nicht nur als virtueller Parkour für Shooter-Games, sondern als Einkaufszentrum, als Event-Venue, als Treffpunkt.

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Wer will zentrale Player?

Fragt sich nur, ob es gerade Microsoft sein sollte, das das Metaversum bauen sollte. Gegenkonzepte aus der Blockchain-Welt wie Decentraland und The Sandbox zeigen (auf eher bescheidene Art und Weise, aber das kann man ja ausbauen) vor, wie Metaversen entstehen können, die nicht einem Zentralverwalter gehören, sondern den User:innen stückchenweise selbst. Wenn Microsoft nicht will, dass sein Metaversum eine abgekapselte, in sich geschlossene 3D-Welt wird, die man nur mit GamePass-Monatsabo betreten darf, dann muss es sich für DLT und Krypto-Assets öffnen.

Und da ist man dann auch beim Kern der Sache. Wenn mit dem Metaverse aller Voraussicht nach das nächste große Ding entsteht – sollen die Regulierungsbehörden wirklich zulassen, dass es wieder mal von den GAFAs gebaut wird, die nach dem Web 1.0 und Web 2.0 nun auch das Web3 dominieren wollen? Wettbewerbsbehörden sollten ganz genau prüfen, ob sie das zulassen werden. An ihnen liegt es letztendlich, ob Microsoft Activision Blizzard überhaupt kaufen wird können.

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