Fake-Urlaubsangebote

Wie Deepfakes und Photoshop den Urlaub 2023 ruinieren können

Reisedestination Sri Lanka. © WeDesignTrips
Reisedestination Sri Lanka. © WeDesignTrips

Cyberkriminelle sind ständig auf der Suche nach neuen Methoden, um gutgläubige Menschen finanziell auszunutzen. Die Watchlist Internet, eine Beratungsstelle für Online-Betrug, schlägt erst kürzlich Alarm, denn mit KI-generierten Deepfakes, gestohlenen Bildern und Photoshop, machen sich Kriminelle die aktuell beginnende Urlaubssaison zunutze. Sie bewerben auf Webseiten sowie auf sozialen Netzwerken zahlreiche Fake-Urlaubsplattformen und damit auch Unterkünfte, die gar nicht existieren – zumindest nicht am angegebenen Ort.

Eine Woche Ägypten-Urlaub für 429 Euro

30 Grad und die Sonne knallt ordentlich auf den Kopf. Motiviert durch die derzeitige Urlaubsstimmung suchen viele nach preiswerten Möglichkeiten, sich am Strand zu sonnen. Wenig überraschend machen sich Kriminelle nicht nur die Sommerzeit, sondern auch den KI-Boom zunutze.

Ein Beispiel für eine Plattform, die KI-Avatare für kriminelle Machenschaften nutzt, ist der Anbieter Kofi, der mittlerweile nicht mehr online ist. Kofi Reisen habe auf der eigenen Homepage, aber auch auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram, TikTok und Youtube mit günstigen Urlaubsangeboten unwissende Urlaubsbedürftige angelockt. So wurde auf der Seite unter anderem eine ganze Woche Urlaub in Hurghada, Ägypten, für schlappe 429 Euro angeboten.

Videocalls mit KI-Avatar

Um die Glaubwürdigkeit zu erhören wurden sogar „persönliche“ Beratungen per WhatsApp ermöglicht, bei der Cyberkriminelle ihre Opfer dazu überreden wollten, weitere Ausgaben zu tätigen. Besonders skurril sind jedoch die gefakte Videocalls mit vermeintlichen Reiseberater:innen, bei denen es sich nicht um echte Personen, sondern Deepfakes handelt. Mit Hilfe von KI-Programmen können Gesichter und Stimmen mit Leichtigkeit ausgetauscht oder Personen in einer anderen Umgebung dargestellt werden. Dadurch können Menschen Dinge sagen, die sie nie gesagt haben, oder Handlungen ausführen, die niemals stattgefunden haben.

© Screenshot/Kofi Reisen/Watchlist Internet
© Screenshot/Kofi Reisen/Watchlist Internet

Der Screenshot vom Video zeigt eine Frau, die mit Hilfe von KI-Deepfake-Technologien erstellt wurde.

Hotel auf Mallorca, das aber in Griechenland steht

Thorsten Behrens, Projektleiter bei Watchlist Internet, sagt im Gespräch mit futurezone, dass Urlaubsreisen angeboten wurden, die zu nicht existierenden Orten führten und ausschließlich mittels Deepfake-Videos generiert wurden. „Bei anderen Urlaubsreisen haben wir entdeckt, dass mit gestohlenen Bildern gearbeitet wurde, die manipuliert wurden. Da gab es etwa ein Hotel, das in echt auf Mallorca zu finden ist, aber im Rahmen einer Reise nach Griechenland verkauft wurde. Hier wurden einfach die Berge im Hintergrund wegretuschiert“, fügt er hinzu.

Wie man sich vor Fake-Urlaubsangeboten schützen kann

Obwohl Kofi Reisen nicht mehr existiert, besteht die Gefahr, dass Betrüger unter einem anderen Namen mit ähnlichen Taktiken weitermachen können Die Qualität der Fälschungen wird immer besser, aber es gibt dennoch Wege, sich dagegen zu schützen.

Die Watchlist Internet empfiehlt, bei der Suche nach einem vertrauenswürdigen Reiseanbieter auf folgende Aspekte zu achten: Zunächst sollten Erfahrungsberichte anderer Kund:innen im Internet überprüft werden. Fehlen jegliche Bewertungen oder gibt es Warnungen vor dem Anbieter, sollte man vorsichtig sein.

Zudem ist es wichtig, immer nach einem Impressum und Informationen über das Unternehmen zu suchen, um herauszufinden, wer dahintersteckt und wo der Firmensitz ist. Im Fall von Kofi Reisen wurden beispielsweise die Impressumsdaten gestohlen, was ein weiteres Warnzeichen ist.

Ein unrealistisch niedriger Preis oder die Verfügbarkeit von Angeboten für nahezu alle Termine kann ebenfalls auf einen Betrug hinweisen. Schlussendlich sollten Ungereimtheiten auf der Website beachtet werden, wie falsche Formulierungen, sinnlose Beschreibungen, grammatikalische Fehler, teilweise übersetzte Texte oder nicht funktionierende Links. Diese Anzeichen deuten auf mangelnde Seriosität des Anbieters hin.

Deepfakes: Wie neuronale Netzwerke gefälschte Videos entlarven können

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