Augmented Reality

Salzburger AR-Firma Wikitude arbeitet mit einem der größten Verpackungshersteller zusammen

So funktioniert die AR-App von Constantia und Wikitude © Wikitude
So funktioniert die AR-App von Constantia und Wikitude © Wikitude

Der Salzburger Augmented-Reality-Pionier Wikitude hat sich einen großen strategischen Partner geangelt. Die Constantia Flexibles ist einer der größten Verpackungshersteller der Welt mit Sitz in Wien und will gemeinsam mit Wikitude Joghurtbecher und Chipspackerln mit digitalen Informationen anreichern. Kunden, die bestimmte Produkte über eine App durch die Smartphone-Kamera betrachten erhalten dann Zusatzinfos, die von Inhaltsstoffen bis hin zu Rezepten oder Gewinnspielen reichen können.

Für die Partnerschaft hat der Verpackungskonzern die Constantia Interactive gegründet, die für Constantia-Kunden AR-Anwendungen entwickeln wird. Den technischen Part übernimmt Wikitude und die Inhalte liefern die jeweiligen Kunden. „Wir haben dafür unsere Technologie angepasst, damit sie zum Beispiel auch mit unebenen Verpackungen wie Chipstüten funktioniert“, erklärt Wikitude-CEO Martin Herdina im Gespräch mit Trending Topics.

Revenue-Share-Deal für strategische Partner

Neben der Lizenzgebühr hat das Salzburger Unternehmen auch einen Revenue-Share-Deal mit Constantia Interactive. Für Wikitude ist das ein relativ neuer Teil des Geschäftsmodells. „Wir machen das erst seit etwa einem Jahr und haben bisher rund 20 strategische Partnerschaften abgeschlossen“, so Herdina, der den Chefsessel 2010 von Gründer Philipp Breuss-Schneeweis übernommen hatte. Tiefergehende Partnerschaften gibt es beispielsweise auch mit Konica Minolta oder mit Maschinenwartungs-Firmen in den USA.

Wikitude-CEO Martin Herdina © Mike Vogl
Wikitude-CEO Martin Herdina © Mike Vogl

Die meisten Wikitude-Kunden verwenden das Software Development Kit des Unternehmens, das für kommerzielle Projekte kostenpflichtig ist. Von den 25.000 Apps, die mit Wikitude bisher entwickelt wurden, wurden laut Herdina für rund 7.000 Apps Gebühren im Bereich 2.000 Euro bis 10.000 Euro bezahlt. Startups können das SDK kostenlos nutzen.

„AR wird für jedermann ganz normal sein“

Herdina erhofft sich von der Partnerschaft aber auch einen Durchbruch für Augmented Reality. „Die Google-Suche hat vor 20 Jahren das Web revolutioniert. Genauso wird Augmented Reality die Art, wie wir Informationen konsumieren, grundlegend verändern“, meint der Wikitude-Chef. Und: „Wenn das Smartphone beim täglichen Einkauf auf diese Weise genutzt wird, dann wird AR für jedermann bald ganz normal sein“. Heuer peilt das 2008 gegründete Unternehmen laut Herdina einen Jahresumsatz von 2 Millionen Euro an.

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