CEOs For Future

Wirtschaft drängt auf Energiewende: „Wir müssen investieren“

Peter Weinelt (Wiener Stadtwerke) und Christiane Brunner (CEOs FOR FUTURE) beim Pressegespräch am 22. April 2022. © Hron
Peter Weinelt (Wiener Stadtwerke) und Christiane Brunner (CEOs FOR FUTURE) beim Pressegespräch am 22. April 2022. © Hron

In der österreichischen Politik gibt es das geflügelte Wort „Wer zahlt, schafft an“, das meist in Diskussionen über die selbsternannte Wirtschaftspartei ÖVP, aber auch der FPÖ fällt. Selbst in der wohlgesonnensten Auslegung bedeutet das: Für wirtschaftliche Anliegen hat die österreichische Politik eher ein offenes Ohr, als für andere Themen. Die „CEOs For Future“ wollen sich das zunutze machen. 47 Mitglieder zählt der Verein mittlerweile, darunter Geschäftsführer:innen, Vorstände und sonstige Personen mit leitenden Funktionen. Ihre Hoffnung: Durch wirtschaftlichen Druck die Energiewende in Österreich schneller voranzutreiben.

Umstieg auf Erneuerbare Energien: „Selbst wenn alles gut läuft, ist das Jahrzehnt schon vorbei“

Christiane Brunner, ihrerseits ehemalige Nationalratsabgeordnete der Grünen und nun in der Abteilung „Corporate Affairs“ beim Verbund tätig, steht diesem exklusiven Verein vor. Ihre Forderung: Die Energiewende soll als wirtschaftliche Chance gesehen werden. In einem Positionspapier, das Tech & Nature vorliegt, stellt sie klar: „Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine machen deutlich, was Energieabhängigkeit heißt. Daher gilt es gerade jetzt, die Energiewende konsequenter umzusetzen.“

Energiewende: Österreich kommt bisher nur 4 Monate im Jahr ohne fossile Energie aus

Damit dies gelingen kann, ist ein zügiger Ausbau an Erneuerbaren Energien und Alternativen zu fossilem Gas nötig. An der CO2-Steuer hält Brunner fest, „eine Verschiebung würde nur die Abhängigkeit von fossilen Energien aufrechterhalten.“ Nur dadurch könne preisliche Stabilität, Versorgungssicherheit und ökologische Nachhaltigkeit in Einklang gehalten werden, ist Brunner überzeugt.

Energiewende kostet in Österreich 45 Milliarden Euro

Der stellvertretende Generaldirektor der Wiener Stadtwerke Peter Weinelt ist ebenso Teil von CEOs For Future. Ihm sei klar, dass ein Ausstieg aus dem russischen Erdgas nicht einfach von heute auf morgen gelinge, sagte er am 22. April 2022 bei einem Pressegespräch vor Journalist:innen. Man brauche neue rechtliche Rahmenbedingungen, neue Infrastrukturen und neu ausgebildete Arbeitskräfte. „Selbst wenn alles gut läuft, ist das Jahrzehnt schon vorbei“, so Weinelt.

CEOs For Future will Druck auf die Politik machen

Die Wiener Stadtwerke arbeiten bereits an alternativen Lösungen, wie etwa dem Ausbau der Geothermie. Probebohrungen sind beendet, 2025 soll die erste Einspeisung ins Fernwärmenetz erfolgen, so Weinelt. In Vollbetrieb könne damit zwei Gasturbinen ersetzt werden, „wir sprechen da von Einsparungen von rund 500 Millionen Kubikmeter Erdgas pro Jahr“, erklärt er. Zuvor seien jedoch noch Gesetzesnovellen nötig, etwa im Wasserrecht. Da ist die Politik gefragt.

20 Maßnahmen: So kann der Ausstieg aus Öl und Gas gelingen

Doch auch im österreichischen Parlament herrscht gerade Aufbruchsstimmung. „Unsere letzte Besprechung mit dem Ministerium ging gestern bis 23 Uhr, die nächste findet jetzt gerade statt“, gibt Weinelt ein Beispiel. Tatsächlich gab es erst kürzlich Bewegung beim Erneuerbare Wärmegesetz (wir berichteten), laut ORF-Informationen könnte ein fertiger Entwurf im Mai vorliegen. Und auch das Positionspapier von CEOs For Future soll Druck auf die Politik ausüben, neben den Wiener Stadtwerken gehören unter anderem auch Austrian Power Grid, die ASFINAG, die ÖBB, PwC Österreich oder die Salzburg-AG zu den Unterzeichnern.

Die Forderungen von CEOs For Future zusammengefasst:

  • CO2-Bepreisung in allen Sektoren
  • Eine Milliarde Euro als „Booster“ für den Klimaschutz in der Industrie
  • Energieeinsparungen und -effizienz vorantreiben, etwa im Gebäudesektor
  • Effizientere Genehmigungsverfahren beim Ausbau Erneuerbarer Energien
  • Investitionen in Netze und Speicherlösungen, wie etwa Grünen Wasserstoff
  • Fossiles Gas wo möglich rasch ersetzen, etwa durch grünes Biogas
  • E-Mobilität fördern, etwa durch Ausbau der Ladeinfrastruktur
  • Investitionen in Grünen Wasserstoff für die Industrie erleichtern
  • Zweckwidmung der Einnahmen aus der Mineralölsteuer in die Dekarbonisierung
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