Elektromobilität

Arrival: Britische E-Mobility-Hoffnung steht kurz vor der Insolvenz

© Arrival
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Das britische Startup Arrival ist im Jahr 2015 mit dem Ziel an den Start gegangen, die Produktion von Elektrofahrzeugen zu revolutionieren. Dafür hat das Unternehmen Mikrofabriken entwickelt, die E-Lieferwagen für Unternehmen wie Uber und UPS herstellen. Mit diesem Konzept stand das Unternehmen lange hoch im Kurs und hatte bei seinem IPO im Jahr 2021 eine Bewertung von 13 Milliarden Dollar. Doch die guten Zeiten sind lange vorbei, denn nach vielen finanziellen Problemen über die letzten Jahre steht Arrival nun laut Electrek am Rande des völligen Kollaps.

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Nasdaq hat Arrival vom Handel ausgeschlossen

Arrival sucht derzeit verzweifelt nach einer Finanzierung, nachdem das Scale-up laut Reuters diese Woche von der Nasdaq vom Handel ausgeschlossen wurde. Die Maßnahme ist das Ergebnis der verspäteten Veröffentlichung von Finanzergebnissen durch Arrival und des Versäumnisses, einen Sanierungsplan einzureichen und eine jährliche Aktionärsversammlung abzuhalten. Nach der Ankündigung, die Belegschaft im letzten Jahr um 50 Prozent zu reduzieren, sagte Arrival, dass es vor zwei Monaten eine Rettungsleine in Form einer Investition von 50 Millionen Dollar erhalten habe. Zum Zeitpunkt der Einstellung der Börsennotierung hat man den Wert des Unternehmens mit nur 20 Millionen Dollar angegeben.

Seit dem Börsengang im Jahr 2021 mit einer SPAC hat Arrival eine echte Talfahrt erlebt. Ursprünglich haben Branchengiganten wie Hyundai, Kia und UPS die Aktien unterstützt. Ein weiterer Investor war Blackrock, die Investmentgesellschaft hatte zuvor bereits fast 120 Millionen Dollar in Arrival gesteckt. Die anfängliche Bewertung von rund 13 Milliarden Dollar war laut der Times zu diesem Zeitpunkt die höchste, die ein britisches Unternehmen beim IPO je erreichte.

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Talfahrt nach dem Mega-Börsengang

Doch nach dem IPO kämpfte Arrival darum, sein Geschäft über Wasser zu halten, verbrannte Berge von Bargeld und durchlief mehrere Runden mit Entlassungen und dem Austausch von CEOs. Um mehr Geld zu bekommen, versuchte das Unternehmen im vergangenen Jahr sogar, mit einer anderen SPAC zu fusionieren.

Bislang hat es keines der Fahrzeuge von Arrival in die kommerzielle Produktion geschafft, obwohl das Scale-up eine Bestellung für die Busse des Anbieters First York angekündigt hatte und einen Prototyp für den Pendelverkehr von Mitarbeiter:innen in der britischen Stadt Banbury eingesetzt hatte. Berichten zufolge beschäftigte das Unternehmen einst 2.800 Mitarbeiter:innen, musste jedoch zahlreiche Entlassungen vornehmen.

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Scale-up steht am Rande der Insolvenz

Ende 2022 hat der Nasdaq das Unternehmen wegen eines monatelangen Kursrückgangs auf unter ein Dollar pro Aktie gestaucht, aber es gelang dem Unternehmen, diesen Einbruch zu überstehen, ohne von der Börse genommen zu werden. Letztes Jahr hatte Arrival ein Geschäft mit Kensington Capital Acquisition abgeschlossen, das Hunderte von Millionen Dollar hätte einbringen können, aber dieses Geschäft scheiterte.

Das Unternehmen kämpfte im vergangenen Jahr, wie viele andere Elektroauto-Startups auch, mit höheren Zinsen und Produktionskosten sowie mit schwindenden Bargeldreserven aufgrund von Finanzierungsengpässen. Berichten zufolge war Arrival in Gesprächen mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY, um als Verwalter zu fungieren, falls das Unternehmen keine Finanzmittel auftreiben könnte. Arrival wäre definitiv nicht das erste E-Mobility-Startup, das nach einem Höhenflug in die Insolvenz rutscht. So ging erst im vergangenen Oktober die schwedische E-Lkw-Hoffnung Volta Trucks pleite (wir berichteten).

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