Nachhaltigkeit

Auftischt: Startup versorgt Unternehmen mit Bio-Mahlzeiten aus dem Automaten

Eric Letourneur, Gründer von Auftischt ©Aufgetischt

13 Uhr – Zeit für die Mittagspause. Für den schnellen Hunger gibt es in Wien viele Möglichkeiten. Ob das Mittagsmenü von der Fastfoodkette nebenan oder das belegte Brötchen beim Supermarkt. Doch richtig lecker oder sogar gesund sind die Fast Food Varianten oft nicht. Doch welche Alternativen gibt es? Für zu Hause selbst kochen fehlt häufig die Zeit oder die Muse. Dieses Problem sah auch der Gründer von “Auftischt!”, weshalb er seine eigenen Mittagspausen-Automaten aufstellte. 

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Bio-Mittagessen aus dem Automaten

Auf die Idee, diese gesunden Automaten aufzustellen, kam Gründer Eric Letourneur laut eigenen Aussagen in der eigenen Küche. “Es war eine Corona Idee. Wir haben selbst zuhause eingekocht, um ein gesundes Mittagessen zu haben”, so Eric Letourneur, der Gründer von Auftischt im Gespräch mit Tech & Nature. Dies brachte ihn auf die Idee, dass solch ein gesundes Mittagessen auch andere Berufstätige glücklich machen würde. Die bisherigen Automaten in Bürokomplexen, würden zum einen nur ungesunde Snacks anbieten und zum anderen meist viel Müll erzeugen. 

Nun kochen kooperierende Partner nach Bedarf frische Speisen für die Automaten. Die Lebensmittel dafür kommen aus der Region, so der Gründer. Um genauer zu sein, die meisten kommen laut Auftischt aus Marchfeld in Niederösterreich. Außerdem: Wenn möglich würden die Köch:innen „Wunderlinge“ verwenden, also Lebensmittel, die aus ästhetischen Gründen aussortiert wurden. “Leider wird circa ein Drittel der Produkte ausgesiebt, damit ist ausreichend Rohmaterial für uns da“, so der Gründer. 

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30 verschiedenen Speisen im Bio-Sortiment

Je nach Saison sind die Automaten mit circa zehn verschiedenen, eingekochten Gerichten bestückt. Im Herbst gibt es beispielsweise Kürbissuppe, im Sommer Ratatoulli. Ergänzt werden die 30 verschiedenen Speisen im Bio-Sortiment durch Beilagen, Snacks und zuckerarme Getränke. Zweimal in der Woche, beziehungsweise je nach Bedarf, werden die Auftischt!-Automaten befüllt. Suppen gibt es dabei ab fünf Euro, vegane Hauptgericht ab acht Euro und Hauptgerichte mit Fleisch ab 9,90 Euro. Auch wenn die Gerichte mal etwas länger keine Abnehmer:innen finden, würde das den Gerichten aber nicht schaden, so das Startup. Laut Letourneur sind die Fertiggerichte sechs Monate haltbar und können jeden Tag, zu jeder Uhrzeit aus dem Automaten entnommen werden. 

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Mehrweg-Glasbehälter statt Plastikmüll

Da ihm Nachhaltigkeit wichtig ist, berücksichtigt das Startup laut eigenen Aussagen die Umwelt nicht nur in der Auswahl der Lebensmittel. Auch die Verpackungen der Fertiggerichte sollen der Umwelt nicht schaden. Im Gegensatz zu anderen, die Einmal-Plastikbehälter verwenden, werden Letourneurs Gerichte in Glasbehältern ausgegeben und Plastikbesteck gibt es auch nicht dazu, so der Gründer. Nach dem Essen spülen die Konsument:innen die Glasbehälter wieder ab und das Startup sammelt sie wieder ein. Nachdem sie ordentlich gewaschen und desinfiziert wurden, können die Behälter wieder verwendet werden. “Wir sparen Verpackungsmüll ein und wissen was drin ist,” so Letourneur.

Zumindest so die Theorie. Im Moment kommen laut dem Gründer rund 80 Prozent der Gläser wieder zurück. Die Verluste gehen im Moment noch auf die Kosten von Letourneur, denn ein Pfandautomat ist zu teuer, so der Gründer. In Zukunft will er jedoch Zusammen mit dem Designstudio AnteUp ein Rücknahme-Konzept ausarbeiten, das jedoch auch weiterhin wohl auf das Vertrauen in die Kund:innen setzen wird. 

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“Turbulent und erfolgreich”

Insgesamt fasst der Jungunternehmer den Start seines Startups als “turbulent und erfolgreich” zusammen. Trotz einiger Hürden sei das Feedback der Kund:innen durchweg positiv. “Das bewegt natürlich immer mehr zum Weitermachen”, so der Gründer.

Bisher gibt es laut Letourneur in Wien bereits vier Automaten, die in einem Bundesministerium und bei einer Wirtschaftsprüfung stehen. Doch zukünftig kann sich das Startup auch Standorte in Schulen, Krankenhäusern und anderen Bürokomplexen vorstellen.

Geografisch befinden sich alle Automaten im Moment noch in Wien und Umland, doch Auftischt sieht auch Potential für Österreich und sogar ganz Europa. Die Expansion sei hauptsächlich eine Kostenfragen, so Letourneur. Im Moment bestehe das Team nur aus zwei Personen, aber: “Ich überlege auch irgendwann ein Franchise-Unternehmen daraus zu machen”, so der Gründer.

Ein erster Schritt dahin könnten Gespräche sein, die Auftischt mit der ÖBB aufgenommen hat. Dort soll es um den Aufbau der Automaten an verschiedenen Bahnhöfen in ganz Österreich gehen, so Letourneur gegenüber Tech & Nature. Inwiefern das schon bald Realität sein könnte, darüber möchte sich der Gründer jedoch noch nicht äußern. 

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