Analyse

Big-Data-Firma Palantir will bei europäischem Cloud-Projekt Gaia-X mitmachen

Visualisierte Daten im Fluss. © Pietro Jeng on Unsplash
Visualisierte Daten im Fluss. © Pietro Jeng on Unsplash

Ok, da muss man jetzt doch blinzeln. Jene US-Firma, die wie kaum eine andere für die Datenüberwachung durch die USA steht, will jetzt beim Cloud-Projekt Gaia-X der EU mitmachen – also jener Initiative, die Europa eigentlich unabhängiger von den Datenkraken aus Übersee machen soll. Palantir, seit 2020 an der Börse, stellt seine Big-Data-Analysen US-Behörden wie der NSA, dem FBI oder der Einwanderungsagentur States Immigration and Customs Enforcement (ICE) zur Verfügung.

Palantir-Verteter rund um CEO Alex Karp zeigen sich „stolz„, bei Gaia-X neben anderen europäischen Unternehmen wie Atos, Deutsche Telekom, Orange, SAP, BMW und Siemens mit dabei zu sein – und ist nun eine weitere US-Firm neben, Amazon, Google und Microsoft, die bei dem Projekt mitwirken will. Nur zur Erinnerung: Gaia-X soll eine „souveräne und verlässliche digitale Infrastruktur und ein Ökosystem für Innovationen in Europa“ bilden.

„Fast Track“ in den europäischen Markt

„Unser Ziel ist es nicht, europäische Unternehmen zu disruptieren, sondern sie als Partner auf ihrem Weg der digitalen Transformation zu begleiten“, heißt es seitens Palantir. Und Gaia-X, das wird recht offen als „fast track to trust“, also als schneller Weg, um das Vertrauen der Europäer zu gewinnen, bezeichnet. Klar: Geschäfte in der EU zu machen, ist für das börsennotierte Unternehmen mit seinen illustren Kunden essenziell – in anderen Teilen der Welt wird man als Firma, die vom Investment-Arm der CIA (In-Q-Tel) mitfinanziert wurde, wohl nicht weit kommen.

Microsoft: „Die US-Behörden haben dieselben Zugriffsmöglichkeiten wie jede Behörde“

In der Corona-Krise hat Palantir versucht, sich für Regierungen mit seiner Big-Data-Software zum Tracken der COVIS-Pandemie nützlich zu machen. Wie berichtet ist es in Großbritannien mit der Gesundheitsbehörde NHS ins Geschäft gekommen, während das österreichische Gesundheitsministerium eine Zusammenarbeit ablehnte.

In Deutschland nutzt die Polizei in den Bundesländern Hessen und Nordrhein-Westfalen die Palantir-Software „Gotham“ (ja genau, so wie bei Batman) in einer für sie angepassten Version, auch Europol setzt auf die Lösung, die ursprünglich für Anti-Terror-Zwecke entwickelt wurde. Kritiker meinen, dass hierbei immer unklar sei, welche Daten dabei in die USA abfließen würden. Die US-Bürgerrechtsorganisation ACLU hat Palantir als „Schlüsselfirma in der Überwachungsindustrie“ bezeichnet. Ihr großer Geldgeber und Mitgründer ist übrigens Peter Thiel.

Palantir: Wie mit Big Data auch in Österreich das Coronavirus überwacht werden kann

Werbung
Werbung

Specials unserer Partner

Jobs

Die besten Artikel in unserem Netzwerk

Deep Dives

#glaubandich-Challenge 2023

Der größte Startup-Wettbewerb Österreichs

Podcast: Mit den smartesten Köpfen im Gespräch

Der Podcast von Trending Topics und Tech & Nature

Investment-Tracker 2022

Alle Finanzierungsrunden (€ 1 Mio. +) in österreichische Startups und Scale-ups

Europe's Top Unicorn Investments 2022

The full list of companies that reached a valuation of € 1B+ this year
© Behnam Norouzi on Unsplash

Crypto Investment Tracker 2022

The biggest deals in the industry, ranked by Trending Topics
Burning Money. © Jp Valery on Unsplash

Megatrend Inflation

Die Geldentwertung & die Mittel dagegen

NFTs

Der Boom, das Business & die Blase

Digitale Identität

Der große Themenschwerpunkt zur (de-)zentralen Zukunftstechnologie
ThisisEngineering RAEng on Unsplash

Technology explained

Powered by PwC
Die Finalisten des i2b-Wettbewerbs auf der Bühne des Erste Campus. © Trending Topics

i2b Businessplan-Initiative

Österreichs größter Businessplan-Wettbewerb

Weiterlesen