Smart Contracts

Cardano, Solana & Co: Krypto-Crash trifft Ethereum-Alternativen besonders hart

Ethereum. © Bastian Riccardi auf Pixabay
Ethereum. © Bastian Riccardi auf Pixabay

30.000 ist das neue 40.000. Nachdem das Ende der vergangenen Woche herbe Verluste für Krypto-Assets brachte, suchen Bitcoin, Ethereum und Co. nun einen neuen Boden. Vorerst scheint es so, als würde sich BTC nunmehr bei etwa 31.000 Euro einpendeln, während ETH nun die 2.100-Euro-Marke als neuen Richtwert gefunden hat.

Das bedeutet auch, dass die beiden führenden Krypto-Assets am Markt 19 bzw. 27 Prozent an Wert gegenüber der Vorwoche verloren haben. Der Absturz kam in Folge von Neuerungen bei der Bekämpfung der weltweit grassierenden Inflation, die in den USA als führender Krypto-Markt im Dezember sieben Prozent erreichte. Die Fed will bereits dieses Jahr den Leitzins mehrmals erhöhen, und diese Zinsangst (erwarteter Effekt: Es wird mehr gespart und weniger investiert) hat zuerst vor allem Tech-Aktien getroffen. Der Absturz von Cloud- und SaaS-Werten, die während Corona Höhenflüge hinlegten, weitete sich schließlich auf Krypto-Assets und den gesamten Aktienmarkt aus.

Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik

„Wenn dann im wichtigsten Krypto-Land der Welt, also der USA, die Zentralbank Fed ihren Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik plus vier Zinserhöhungen im Jahr 2022 ankündigt, um auch eine Inflation von über 7 Prozent zu bekämpfen, hat dies klare Auswirkungen auf die Gesamtmarktliquidität“, so Matthias Reder, Bitcoin Key Account Manager bei Österreichs ältestem Kryptowährungs-Händler Coinfinity in Graz, am Wochenende zu dem Crash. Nun bleibt abzuwarten, ob sich die Abwärtsspirale diese Woche weiterdrehen wird. Der Preisverfall hat sich aber am Montag morgen stabilisiert.

Interessant an dem Crypto-Crash ist auch, dass populäre Assets, die 2021 ordentlich boomten, besonders hart getroffen wurden. Und zwar sind es jene, die als Ethereum-Alternativen in den vergangenen Jahren versuchten, große Smart-Contracts-Netzwerke aufzubauen und damit stark von einer Community rund um die Projekte abhängig sind. Bisher galt, dass diese Netzwerkeffekte dafür sorgen, dass sie schnell wachsen können – im Crash zeigt sich aber nun das Gegenteil: Sie sind besonders anfällig für starke Preisschwankungen. Hier ein Überblick:

  • Ethereum (ETH): -27% innerhalb von 7 Tagen
  • Cardano (ADA): -31% innerhalb von 7 Tagen
  • Solana (SOL): -38% innerhalb von 7 Tagen
  • Polkadot (DOT): -35% innerhalb von 7 Tagen
  • Avalanche (AVAX): -32% innerhalb von 7 Tagen
  • Polygon (MATC): -39% innerhalb von 7 Tagen
  • NEAR Protocol (NEAR): -47% innerhalb von 7 Tagen
  • Algorand (ALGO): -36% innerhalb von 7 Tagen

Da sind andere Krypto-Assets im Sturz etwas resistenter:

  • Binance Coin (BNB): -25% innerhalb von 7 Tagen
  • XRP: -21% innerhalb von 7 Tagen
  • DOGE: -21% innerhalb von 7 Tagen
  • Crypto.com (CRO): -20% innerhalb von 7 Tagen
  • Terra (LUNA): -23% innerhalb von 7 Tagen

Dass ein Crash besonders dann sehr herb ist, wenn der Markt sehr divers ist, zeigte sich bereits 2017/2018. Damals lag die Bitcoin-Dominanz (Marktanteil von BTC am gesamten Krypto-Markt) bei weniger als 40 Prozent, weil andere Assets zuvor deutliche Zugewinne verzeichneten. Auch 2022 ist das nun ähnlich. die BTC-Dominanz liegt bei etwa 40 Prozent – das ist deutlich weniger als in den Krypto-Winter-Jahren 2018, 2019 und 2020.

Wie aber auch Florian Wimmer vom Krypto-Startup Blockpit hinweist: Man solle nicht auf kurzfristige Preisbewegungen schauen, sondern auf die Fundamentaldaten und die regen Marktaktivitäten. Da sieht man, dass Smart-Contracts-Netzwerke und insbesondere Ethereum stark gefragt sind. Immerhin bauen weite Teil der DeFi-, NFT- und Metaverse-Entwicklungen auf Ethereum und zunehmend auch anderen Alternativen auf. Wie stark ETH bereits unterwegs ist, zeigt 2021. Da lag das Transaktionsvolumen von Ethereum bei 11,6 Billionen Dollar – vor Visa mit 10,4 und dem Bitcoin-Netzwerk mit 4,6 Billionen Dollar.

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