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Coinpanion: „Mit der RWR-Karte haben wir Talente aus Indien, Russland oder dem Iran nach Österreich geholt“

Alexander Valtingojer, CEO von Coinpanion. © Coinpanion
Alexander Valtingojer, CEO von Coinpanion. © Coinpanion

Wenn Startups Millionen-Investments bekommen, dann bedeutet das meist vor allem eines: Sie werden in den nächsten Monaten sehr viele neue Mitarbeiter:innen aufnehmen. Nur so lässt sich das Wachstum, auf das Investor:innen setzen, auch wirklich bewältigen. Der Schlüssel dabei sind oft internationale Fachkräfte.

So auch für das Wiener Krypto-Startup Coinpanion rund um Mitgründer und CEO Alexander Valtingojer. Im Interview erzählt er, welchen Aufwand sein Team für den Erhalt der Rot-Weiß-Rot – Karte betreibt, warum Wien als Standort bei internationalen Fachkräften so beliebt ist – und warum die Austrian Business Agency (ABA) der wichtigste Hebel ist, um die RWR-Karte möglichst einfach zu bekommen. Denn sie unterstützt nicht nur Firmen und ihre zukünftigen Mitarbeiter:innen kostenlos, sondern auch deren Familien, so einfach wie möglich nach Österreich zu kommen.

Coinpanion gehört zu jenen österreichischen Startups, die 2021 mehr als eine Million Euro an Investment bekommen hat. Wie wird das ins Team investiert?

Alexander Valtingojer: Wir wachsen derzeit sehr stark, der Krypto-Bereich ist gerade einfach sehr heiß. Aktuell sind wir 26 Personen im Team und haben  bis Ende des Jahres noch neun Stellen offen, die wir versuchen zu füllen. Bis Mitte 2022 planen wir mit rund 50 Personen – immer vorausgesetzt, wir finden die Leute auch. Es ist verrückt: Wir haben unser Team innerhalb eines Jahres verfünffacht. Anfang des Jahres  waren wir nur vier Gründer und nun gehören wir zu den am stärksten wachsenden Startups in Österreich.

Rot-Weiß-Rot – Karte: So holt man internationale Fachkräfte am schnellsten nach Österreich

Wie findet man die Fachkräfte, die bei einem Fintech wie dem deinen arbeiten können?

Zu Beginn sind wir stark über unsere Netzwerke gegangen – also wenn unsere Investor:innen oder unsere Mitarbeiter:innen neue Leute empfohlen haben. Das geht aber nur bis zu einem gewissen Grad. Mittlerweile setzen wir stark auf Linkedin, das funktioniert sehr gut. Andere Plattformen haben nicht so gut für uns funktioniert.

Gibt es genug Fachkräfte, also etwa Entwickler:innen, in Österreich?

Uns ist eigentlich egal, woher die Leute kommen. Voraussetzung ist prinzipiell, dass die Leute eine Arbeitserlaubnis für Österreich haben – außer bei den Senior-Entwickler:innen. Die sind so schwer zu finden, dass wir uns die Mühe antun, eine Rot-Weiß-Rot – Karte zu beantragen. Gute Leute haben bei ihren aktuellen Arbeitgebern meistens ohnehin eine Leave Period von rund drei Monaten – das deckt sich dann ganz gut mit der Zeit, die man für die Beantragung der RWR-Karte braucht. Der Aufenthaltstitel ist zwar viel Mühe, aber nur so kommt man an gutes Personal.

Wie viele Mitarbeiter:innen aus dem Nicht-EU-Ausland habt ihr mittlerweile?

Wir sind sehr international aufgestellt, die Unternehmenssprache ist Englisch. Wir haben aktuell nur vier Österreicher:innen in der Firma. Die meisten sind aus der EU, und sechs sind über die RWR-Karte in die Firma gekommen. Mit der RWR-Karte haben wir Talente aus Indien, Russland, Serbien oder dem Iran nach Österreich geholt. Einige haben bereits in Wien studiert, andere sind über Linkedin auf unsere Firma gestoßen.

Wie viel Aufwand bedeutet die RWR-Karte?

Die Feedback-Loops mit den Behörden können sehr lange sein. Nicht nur in Österreich, auch in Indien oder dem Iran kann das sehr lange dauern, manchmal gar sieben Monate. Eine Hürde ist auch, dass die Schlüsselkräfte eine Wohnung vor Ort finden müssen. Insgesamt ist der Prozess sehr aufwendig, aber um Schlüsselkräfte zu bekommen, nehmen wir den Aufwand auf uns. Wenn die Talente schon in Österreich sind und sie die Dokumente parat haben, geht es schneller – da dauert es etwa zwei Monate.

Warum Startup-Gründer:innen Österreich als Brücke für die Europaexpansion nutzen

Welche Ressourcen braucht man, um RWR-Karten zu beantragen?

Für größere Unternehmen, die eigene Personalabteilungen haben und mit dem Prozedere vertraut sind, ist es sicher leichter, aber für kleine Startups ist der Aufwand doch sehr groß. Ohne externe Hilfe würde ich es nicht empfehlen.

Was überzeugt die Fachkräfte am Ende davon, nach Wien zu kommen?

Zum einen ist es sicher die Krypto-Branche, die ist derzeit einfach sehr beliebt. Zum anderen ist es Wien, mit seiner Lebensqualität, dem gut ausgebauten öffentlichen Verkehr, verhältnismäßig niedrigen Mieten, der Sauberkeit, etc.. Man weiß einfach: Hier hat man ein gutes Leben. Auch innerhalb der EU ziehen die Leute gerne her, weil sie wissen: Wien ist eine super  Stadt. Im EU-Ausland gilt das noch mal stärker.

Ich denke auch, dass ein Faktor besonders zieht: Wien und Österreich sind sehr lebenswerte Orte für Familien. Das Land ist sehr sicher, es gibt gute Schulen, gut ausgebaute Öffis, ein reichhaltiges Freizeitangebot – das sind allesamt Gründe, warum gerade internationale Fachkräfte mitsamt ihren Familien und Kindern nach Österreich kommen.

Welchen Tipp gebt ihr anderen Startups, die RWR-Karten beantragen wollen?

Die Austrian Business Agency hat uns super geholfen, uns wurden  alle Fragen beantwortet. Wenn man das ganze Prozedere ohne Anwalt komplett selbst machen würde, müsste man fast eine eigene Vollzeitkraft dafür anstellen. Beim Iran ist es aktuell zum Beispiel nochmal ein Stück komplizierter als bei Ländern wie Russland oder Indien. Die Anforderungen können am Anfang sehr überwältigend sein, aber mit der ABA ist es bewältigbar.

Es ist super für Österreich, wenn diese Fachkräfte zu uns kommen: Wenn sie herziehen, zahlen sie sofort Steuern und tragen langfristig zum Arbeits- und Unternehmensstandort Österreich bei – das ist eine Win-Win-Situation.

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