Krypto-Mining

Core Scientific: US-Bitcoin-Miner steht vor dem Aus

BTC-Mining: Core Scientific vor dem Aus © Dmitry Demidko on Unsplash
BTC-Mining: Core Scientific vor dem Aus © Dmitry Demidko on Unsplash

Angesichts des harten Krypto-Winters stecken derzeit viele Bitcoin-Miner, die zuvor sehr erfolgreich waren, in finanziellen Schwierigkeiten. Deshalb hat die Exchange Binance kürzlich einen Fonds in Höhe von 500 Millionen Dollar für diese Firmen aufgestellt (wir berichteten). Doch für einige könnte jede Hilfe bereits zu spät sein. Darunter befindet sich das in Texas beheimatete Bitcoin-Mining-Unternehmen Core Scientific. Laut Cointelegraph könnte die Firma schon bald vor dem Aus stehen.

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Niedriger Bitcoin-Kurs und Energiekosten plagen Miner

Core Scientific reichte am Mittwoch Formulare bei der US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) ein, aus denen hervorging, dass das Unternehmen die Ende Oktober und Anfang November fälligen Zahlungen nicht leisten wird. Das Unternehmen machte den niedrigen Bitcoin-Kurs, gestiegene Stromkosten, einen Anstieg der globalen Bitcoin-Hash-Rate und einen Rechtsstreit mit dem bankrotten Krypto-Kreditgeber Celsius für die Situation verantwortlich.

Tatsächlich ist Bitcoin derzeit immer noch sehr angeschlagen. Im vergangenen April lag der Wert noch zeitweise bei etwa 42.000 Euro. Doch im derzeitigen Krypto-Winter hängt er schon seit mehreren Monaten bei etwa 20.000 Euro fest. Angesichts dieser Situation und der Energiekrise haben es Bitcoin-Miner in diesen Zeiten sehr schwer.

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Vorhandene Barmittel bis Ende 2022 aufgebraucht

Die Zahlungen, die Core Scientific nun auslassen wird, wären für Ausrüstung und andere Finanzierungen sowie zwei Schuldscheine verwendet worden. Die Gläubiger des Unternehmens könnten beschließen, Abhilfemaßnahmen zu ergreifen, wie zum Beispiel die Fälligkeit der Schulden zu beschleunigen oder das Unternehmen zu verklagen, hieß es. Diese Maßnahmen könnten wiederum zu „Verzugsereignissen im Rahmen der anderen Verschuldungsvereinbarungen des Unternehmens“ und zu weiteren Rechtsbehelfen der Gläubiger gegen die Firma führen.

Core Scientific geht nun davon aus, dass die vorhandenen Barmittel bis Ende 2022 oder früher aufgebraucht sein werden. Wegen der ungewissen Finanzlage würden erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens bestehen, seine Geschäftstätigkeit über einen angemessenen Zeitraum fortzuführen. Core Scientific hat nun Rechts- und Finanzberater eingeschaltet, verhandelt mit Gläubigern und erwägt eine Umstrukturierung seines Kapitals. Es könnte auch ein Konkursverfahren eingeleitet werden, so die Warnung in der Einreichung.

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Core Scientific in Rechtsstreit mit Celsius

Der Kassenbestand des Unternehmens schrumpfte von 1.051 BTC und 29,5 Millionen Dollar in bar am 30. September auf nur noch 24 BTC und 26,6 Millionen Dollar am 26. Oktober. Zuvor verfügte Core Scientific am 31. Mai über einen Bestand von satten 8.058 BTC. Das Unternehmen hat eine Kreditlinie mit dem kalifornischen Finanzdienstleister B. Riley mit dem Recht, bis zu 100 Millionen Dollar an Stammaktien an das Unternehmen zu verkaufen. Bis zum 26. Oktober hatte das Unternehmen 20,7 Millionen Dollar an Nettoerlösen aus dieser Vereinbarung erhalten.

Core Scientific setzt auch der Rechtsstreit mit Celsius stark zu. Der Miner reichte am 19. Oktober Papiere bei Gericht ein und behauptete, dass Celsius sich geweigert habe, seine Rechnungen an das Unternehmen zu bezahlen, seit es am 13. Juli Insolvenz angemeldet hatte. Berichten zufolge konterte Celsius mit der Behauptung, Core Scientific sei seinen Verpflichtungen in Bezug auf die Bereitstellung von Anlagen und die Stromversorgung nicht nachgekommen. Die Mining-Firma behauptete damals, dass Celsius ihr 2,1 Millionen Dollar schulde und dass sie täglich 53.000 Dollar verliere, „um die nach dem Konkurs erhöhten Stromtarife zu decken, die Celsius sich weigert zu zahlen.“

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Viele Mining-Unternehmen sind in Not

Die Notlage von Core Scientific ist exemplarisch dafür, was derzeit mit vielen Mining-Firmen passiert. Die stark gefallenen BTC-Preise haben es teilweise unprofitabel gemacht, für das Netzwerk des Krypto-Assets Rechen-Power zur Verfügung zu stellen. Zuletzt hat die Insolvenz des Mining-Unternehmens Compute North die Industrie erschüttert. Weiters mussten Iris Energy und Core Scientific kürzlich hunderte Millionen Dollar aufnehmen, um ihr angeschlagenes Geschäft zu stabilisieren. Doch das könnte im letzteren Fall auch nicht mehr helfen.

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