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Cornelia Schaurecker: „Mit Talenten aus der Forschung, aber auch aus Startups bekommen wir die pfiffigen Ideen herein“

Sie ist eine jener Frauen, die an vordererster Front an der Datenzukunft mitarbeitet: Cornelia Schaurecker ist Global Group Director for Big Data and AI bei Vodafone, einem der größten Telekom-Unternehmen der Welt, und hilft dabei mit, die Vision „AI everywhere“ umzusetzen. Im Rahmen der iDSC’21 Conference, die am 20. und 21. Oktober in Wien stattfindet, wird Schaurecker dem Publikum Einblicke in die Zukunft mit Big Data und Künstlicher Intelligenz geben.


iDSC’21 Conference
20. und 21. Oktober in Wien
>> Tickets sind online erhältlich, für Studenten gibt es Vergünstigungen <<


Im Interview mit Trending Topics spricht Schaurecker über den EInsatz von AI bei Vodafone, über den EInstz von Big Data im Sinne der Allgemeinheit und darüber, wie die Kollaboration zwischen Corporates und Startups gelingt.

Trending Topics: Die iDSC-Konferenz in Wien steht vor der Tür, und Sie werden dort die Keynote halten. Welchen Themen werden Sie sich widmen?

Cornelia Schaurecker: Ich freue mich schon auf die Keynote und werde einen Überblick geben, was wir in den Bereichen Big Data und Artificial Intelligence tun und vorhaben. In unserem Geschäftsbericht haben wir das Ziel von “AI everywhere” formuliert. Ich werde zeigen, wie wir in unseren verschiedenen Märkten kollaborativ und agil Lösungen bauen und auf welche Technologien wir uns stützen.

Bei der Konferenz geht es auch um die Schnittstelle Forschung und Business. Welchen Stellenwert hat die Forschung bei Vodafone in Bezug auf Big Data?

Wir haben eine eigene Forschungsabteilung gleich neben uns, mit der wir bei Big Data und AI in enger Zusammenarbeit stehen. Ein großes Thema, das ansteht, ist Quanten-Computing. Forschungsstätten sind aus meiner Sicht tolle Orte, wo Talente herkommen. Wir sind natürlich immer daran interessiert, solche Talente in unsere Teams zu bekommen. Wir arbeiten natürlich auch mit vielen Universitäten und internationalen Institutionen zusammen, etwa der University of Southampton, und sind stolz dass unsere Team-Mitglieder in der letzten Zeit u.a. in Science und Cambridge publiziert haben.

Sie sind bei Vodafone für Big Data und AI zuständig. Wie setzt das Unternehmen Big Data heute ein?

Da bräuchten wir mehrere Tage, um das zu besprechen (lacht). Wir setzen Big Data sehr stark an jenen Stellen ein, an denen wir Mehrwert generieren können. Das ist etwa an der Schnittstelle zum Kunden, um besser und schneller auf ihre Bedürfnisse eingehen zu können, aber auch im Bereich der Netzwerke und AI-basierten Entscheidungen. Wir arbeiten schon in vielen Bereichen, aber es gibt auch etliche neue Bereiche, in denen noch viel Musik drinnen ist.

iDSC’21 Conference: Data-Driven Business auf der großen Bühne

Was kann Big Data zur Bewältigung großer Herausforderungen beitragen?

Wir haben der EU-Kommission und dem Internationalen Währungsfonds in der COVID-Krise Daten geliefert. Auf Basis von anonymisierten, aggregierten Daten konnte man in Zusammenarbeit mit dem IMF sehen, wie sich die Lockdowns auf die Mobilität etwa von jungen Menschen oder Frauen ausgewirkt hat. Wir haben auf Anfrage auch pro bono Insights für europäische Regierungen und die Weltbank zur Verfügung gestellt. Diese “Big Data and AI for Social Good”-Initiative ist uns ein großes Anliegen, weswegen wir in dem Bereich vor COVID auch mit der Gates Foundation bei der Malaria-Bekämpfung gearbeitet haben. Wir hatten deswegen einen eigenen Epidemiologen im Team, und das hat uns bei COVID geholfen, sehr schnell handeln zu können. Wir sitzen auf einem reichen Datenschatz, und diesen wollen wir – natürlich anonymisiert und aggregiert mit Privacy by Design auch bei nicht-kommerziellen Themen nutzen, um zu helfen.

AI ist überall auf dem Vormarsch. Wie setzt Vodafone Künstliche Intelligenz heute für sich ein?

Wir machen sehr viel im Bereich Machine Learning und ML Ops – letzteres auch, um unsere eigene Profession wo sinnvoll zukünftig so weit wie möglich zu automatisieren. So können wir schneller ML-Usecases bauen, in Produktion setzen und skalieren. AI kann auch bei der Entscheidungsfindung mit Prognosen unterstützen.

Wo merken Vodafone-Kunden am meisten, dass sie bereits mit AI zu tun haben?

Wahrscheinlich, wenn sie im Call Center zielgerichtete Angebote erhalten oder mit unserem Chatbot TOBi interagieren.

Was wird mit KI möglich werden, was heute noch nicht möglich ist?

Nehmen Sie etwa die Smart City. Alles wird miteinander vernetzt sein, da kann AI dabei helfen, um Unfälle zu vermeiden und Staus zu prognostizieren, aber auch dabei, dass wir nachhaltiger werden. Das autonome Fahren wird in Kombination damit strategisch sehr wichtig sein. Da ist sehr viel Musik drinnen. Auch die Bereiche Automatisierung von Fabriken und Prozessen sind schon jetzt sehr wichtig, und da sind und kommen wir künftig natürlich noch mehr mit 5G ins Spiel.

Wie spielt 5G mit Künstlicher Intelligenz zusammen?

Es werden natürlich enorme Datenmengen entstehen, und 5G ist eine Enabler-Technologie, die erst viele Usecases ermöglichen wird. Ich komme ursprünglich aus der Autobranche. Dort geht es unter anderem um Automatisierung in Fabriken und Lagern und Optimierung von Lieferketten sowie perspektivisch autonomes Fahren. Durch die kurzen Latenzzeiten von 5G kommt man an Usecases heran, die bisher noch nicht möglich waren.

Wie arbeitet Vodafone mit Startups zusammen?

Wir haben dafür ein eigenes Team. In unserem Fachbereich, also Big Data, Machine Learning und AI, betreuen wir die Startups auch. Ich bin ein großer Fan von Startups, weil wir so die pfiffigen Ideen hereinbekommen. Die Herausforderung ist, diese Ideen zur Anwendung zu bringen und sie zu skalieren. Wenn ein Startup mit einem Corporate arbeitet, ist das, um Andy Goldstein, der in diesem Bereich an der LMU München lehrt zu zitieren, “wie mit einem Gorilla zu tanzen”.

Als Startup also auch im Corporate muss man wirklich schauen, dass dieser Tanz auch klappt. Im Corporate braucht es Spezialprozesse für die Startups, damit schnelle Entscheidungen und Abwicklungen sichergestellt werden, zB bei Vodafone und im Lab, das ich für einen großen Autobauer aufgebaut habe. Und: Wenn es nicht funktioniert, muss man das schnell und klar kommunizieren. Succeed fast, and learn/fail fast and cheap.

Welchen Stellenwert haben Konferenzen für Sie? Welchen Nutzen ziehen Sie persönlich aus solchen Events?

Es ist schön, endlich wieder Leute persönlich zu treffen. Wir sind immer auf der Suche nach den besten Leuten für unser Team, etwa Data Scientists und Experten im Bereich ML Ops aber auch Startups. Gerade bei Konferenzen trifft man interessante Leute, mit denen man einmal direkt oder indirekt zusammenarbeiten wird. Konferenzen sind gute Plattformen dafür.

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